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Norddeutschland Bauern im Norden sind alarmiert
Nachrichten Norddeutschland Bauern im Norden sind alarmiert
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18:50 14.09.2018
Eine Tafel informiert in verschiedenen Sprachen an einem Autobahnrastplatz an der Autobahn A20 bei Wismar über Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Schweinepest. Quelle: Jens Büttner/dpa
Lübeck

Bisher war die Afrikanische Schweinepest nur in Osteuropa ausgebrochen, jetzt erstmals im Westen: In Belgien wurde nahe dem Ort Étalle der Erreger in zwei toten Wildschweinen nachgewiesen – nur 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Das lasse vermuten, dass die Krankheit von Menschen eingeschleppt worden sei, erklärte eine Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts auf der Insel Riems. Das könne zum Beispiel durch ein weggeworfenes Wurstbrot passiert sein, das Wildschweine dann gefressen hätten.

Bauern sind frustriert

„Wir sind frustriert und alarmiert“, sagt Dietrich Pritschau aus Westerrade, stellvertretender Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein und selbst Inhaber eines Schweinemast-Betriebes. „Frustriert, denn wir haben keine Möglichkeit, eine solche Ausbreitung zu verhindern – es gibt keine Impfung. Und alarmiert, weil wir sehen, dass so ein Fall wie in Belgien überall passieren kann.“ Das schärfe noch einmal alle Sinne für die Vorsichtsmaßnahmen, die überall getroffen worden seien.

In Schleswig-Holstein gibt es laut Statistikamt Nord etwa 2000 Betriebe mit Schweinehaltung und insgesamt 1,438 Millionen Schweine. Würde hier ein an der Schweinepest verendetes Wildschwein entdeckt, würde um den Fundort sofort eine Schutzzone errichtet, der Transport und die Vermarktung von Schweinen aus diesem Gebiet wäre untersagt, der Export würde zusammenbrechen. Für die Betriebe wäre das finanziell katastrophal. „Die Schweinehalter in Deutschland sind alarmiert und äußerst besorgt“, sagt deshalb auch Joachim Rukwied, der Präsident des Deutschen Bauernverbandes. „Für Menschen und andere Tiere ist dieser Virus keine Gefahr, trotzdem müssen wir jetzt noch mehr auf konsequente Hygienemaßnahmen in den Betrieben achten, um unsere Bestände zu schützen.“

Bund sieht Deutschland gut gerüstet

Die Bundesregierung sieht Deutschland gut gegen einen Ausbruch der Seuche gerüstet, sagte eine Sprecherin des Bundeslandwirtschaftsministeriums in Berlin. Am Freitagnachmittag diskutierten Vertreter von Bund und Ländern die Lage in einer Telefonkonferenz. „Wir haben alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen und sind auf einen Erstausbruch vorbereitet“, sagte Joschka Knuth, Sprecher des Kieler Agrarministeriums. „Wir prüfen zudem, ob es zuletzt Tiertransporte aus Belgien hierher gegeben hat.“ Am Montag wolle man mit dem Landesjagdverband reden und die Jäger sensibilisieren, verendetes Schwarzwild sofort zu melden. Sollte es zu einem Ausbruch der Seuche kommen, müsse der Fundort rasch eingegrenzt werden. Das sei Ende Juni in einer Tierseuchenübung in den Kreisen Segeberg und Herzogtum Lauenburg erfolgreich geprobt worden.

Eine Folge des Schweinepest-Falles in Belgien sagt Dietrich Pritschau bereits voraus. „Auf diese Nachricht werden die Getreidemärkte sofort reagieren, die Preise fallen.“ Das würden Getreideproduzenten am Geldbeutel spüren.

Christian Risch

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