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Norddeutschland Blablabus will Lübeck und Kiel ansteuern
Nachrichten Norddeutschland Blablabus will Lübeck und Kiel ansteuern
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22:15 24.06.2019
Am Montag wurde in Berlin das neue Konzept von Blablabus vorgestellt. Quelle: Christoph Soeder/dpa
Lübeck/Berlin

Laut aktuellen Planungen des französischen Unternehmens sollen in den kommenden sechs Monaten insgesamt 40 deutsche Städte angefahren werden, die beiden größten in Schleswig-Holsteins gehören dann mit dazu. „Die genauen Linien stehen allerdings noch nicht fest“, sagt Deutschland-Sprecherin Jasmin Schlegel.

Über Hamburg nach Düsseldorf und Dresden?

Zunächst ist der nördlichste Halt von Blablabus Hamburg. Von dort aus steuert der Fernbus auf einer West-Tour Bremen, Duisburg und Düsseldorf, sowie auf einer Ost-Tour Potsdam, Berlin und Dresden an. Realistisch scheint, dass Lübeck und Kiel an diese beiden Linien angeschlossen werden. Zum Start locken die Franzosen neue Kunden bis September mit Kampfpreisen von 99 Cent pro Fahrt. Danach wird es teurer.

Wirtschaftsminister begrüßt neuen Fernbus

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) begrüßt das zusätzliche Angebot: „Jeder Fahrgast, der in einen Fernbus steigt und dafür seinen Pkw stehen lässt, entlastet gleichermaßen Straßen und Umwelt.“ Jedes Zusatzangebot sei zudem auch ein Schritt zu mehr Wettbewerb im Markt, was in aller Regel immer den Kunden zugute komme, so Buchholz.

Liberalisierter Markt

Der deutsche Fernbusmarkt wurde im Jahr 2013 liberalisiert, um vor allem bei der Deutschen Bahn für mehr Wettbewerbsdruck zu sorgen. Wie aus einer Analyse des Marktforschungsinstituts Iges hervorgeht, wurden im vergangenen Jahr von 287 Linien insgesamt 3328 Fahrten jede Woche angeboten. Zwischen 2012 und 2018 stieg die Zahl der Fahrgäste von drei auf 23 Millionen.

Vernetzung mit Blablacar

„Besonders wichtig ist uns die Auslastung“, betont Sprecherin Schlegel. Sonst würde die Umweltfreundlichkeit auf der Strecke bleiben. Deswegen werde die Auslastung nach dem Start evaluiert – und dann entschieden, ob und welche Städte im Norden zusätzlich angefahren werden. Das Unternehmen setzt dabei auch auf eine Vernetzung mit der Plattform Blablacar, die nach Konzernangaben 6,5 Millionen Nutzer hat. Über die App können Privatmenschen Mitfahrgelegenheiten in ihren Autos anbieten und nutzen. In Kombination mit Blablabus sollen Reisende so in Zukunft Tür-zu-Tür-Lösungen finden.

Flixbus ist Platzhirsch

Führend bei den Fernbussen in Deutschland, mit einem Marktanteil von mehr als 95 Prozent, ist aktuell Flixbus. Von Lübeck aus sind 70 Verbindungen möglich, darunter nach Hamburg, Neumünster Kiel, Flensburg, Fehmarn, Schwerin, Wismar und Rostock. Jetzt im Sommer bedient das Unternehmen auch fast die komplette Ostseeküste. So führt die Verbindung zwischen Hamburg und Fehmarn über zwölf Halte in Ostholstein. Angefahren werden unter anderem Timmendorfer Strand der Hansa Park in Sierksdorf sowie Dahme und Großenbrode.

Flixbus: Sind harten Wettbewerb gewohnt

Flixbus-Gründer André Schwämmlein sagt: „Wir sind harten Wettbewerb gewohnt und es wird sich noch zeigen, inwieweit Blablacar – bisweilen vornehmlich als Mitfahrgelegenheit aktiv – anpassungsfähig genug ist, um auf diesen sich schnell wandelnden Markt zu reagieren und für den Fahrgast ein flächendeckendes und innovatives Angebot zu bauen.“ Hier würden Flexibilität, Geschwindigkeit und die Fähigkeit im Wettbewerb gegen Bahn-, Flugverkehr aber vor allem das eigene Auto zu bestehen, zählen.

Keine eigene Flotte

Wie Flixbus besitzt Blablabus weder eine eigene Flotte noch stellt das Unternehmen eigene Fahrer an. Stattdessen kooperiert es mit privaten Busunternehmen, die auch die Fahrer anstellen.

Jan Wulf

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