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Norddeutschland Feuerwerk: Wo im Norden geböllert werden darf
Nachrichten Norddeutschland Feuerwerk: Wo im Norden geböllert werden darf
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09:57 28.12.2018
Silvester ohne Raketen? In Städten und Gemeinden im Norden wird über mehr Sicherheit und Verbote diskutiert. Quelle: Fotolia
Lübeck

Nicht überall dürfen Passanten Raketen und Feuerwerke an Silvester steigen lassen. Gemeinden im Norden diskutieren derzeit aufgrund des steigenden Risikos durch Silvesterraketen über mehr Sicherheit und Böllerverbote. So hat etwa Hannover dieses Jahr erstmals das Abbrennen von Feuerwerken in der Innenstadt komplett untersagt. Auch die Deutsche Umwelthilfe will Raketen und Böller aus den Innenstädten verbannen, weil sie die Feinstaubwerte explodieren lassen. Wo genau in Schleswig-Holstein geböllert werden darf, regeln die Städte und Gemeinden, zum Teil gelten bundesweite Verordnungen. Hier ein kleiner Überblick.

Lübeck

Die Hansestadt hat keine explizite Verordnung, die das Böllern untersagt. Vor allem in der Altstadt greift aber die bundesweite Sprengstoffverordnung. Das Abbrennen von Raketen, Böllern und Fontänen in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern ist auch am 31. Dezember sowie am 1. Januar verboten. Für große Teile der Altstadt läuft das auf ein Verbot hinaus. Bei hochsteigenden Raketen gilt ein Abstand von 200 Metern, ansonsten 25 bis 30 Meter. Wer sich nicht daran hält, dem droht eine Geldbuße von bis zu 50 000 Euro.

Timmendorfer Strand

 Am 31. Dezember und 1. Januar dürfen dort in einem Umkreis von 180 Metern um reetgedeckte Häuser im gesamten Bereich der Gemeinde Timmendorfer Strand keine Böller abgebrannt werden, „insbesondere keine Stabraketen“, sagt Michél Soltmann vom Ordnungsamt. Zudem gilt hier ein generelles Abbrennverbot jeglicher Feuerwerkskörper im Umkreis von Kirchen und Altenheimen. In Groß Timmendorf darf gar kein Feuerwerk gezündet werden.

Scharbeutz

„Generell gilt ein Abbrennverbot jeglicher Feuerwerkskörper im Umkreis von Kirchen, Altenheimen und reetgedeckten Häusern“, sagt Ordnungsamtleiter Kay Burow. Es ist ein Sicherheitsabstand von 200 Metern einzuhalten. Auch Böllern innerhalb und in der näheren Umgebung von Naturschutzgebieten und europäischen Vogelschutzgebieten ist verboten. Hier ist ein Mindestabstand von 500 Metern einzuhalten. „,Knallerfreie Zonen’ sollten alle Orte sein, an denen sich Tiere aufhalten“, betont der Amtsleiter.

Fehmarn

Im Bereich der Stadt Fehmarn dürfen Feuerwerkskörper nicht in einem Umkreis von 200 Metern um Reetdachhäuser oder um Gebäude und Anlagen, die besonders brandempfindlich sind, abgebrannt werden. Darüber hinaus gibt es keine speziellen Verbotszonen auf der Insel. Laut Ordnungsamt wird über Verletzte zu Silvester keine Statistik geführt, es gebe zur Zeit auch keine Diskussion über weitere Verbotszonen.

Bad Oldesloe

„Im Stadtgebiet gibt es keine speziellen Verbotszonen“, sagt Stadtsprecherin Agnes Heesch. Bisher habe es keinen Anlass gegeben, die bundesweit geltenden Regeln um weitere Sicherheitsmaßnahmen oder Verbotszonen zu erweitern. Laut der örtlichen Feuerwehr gibt es in der Silvesternacht in Bad Oldesloe durchschnittlich sechs bis zehn feuerwerksbedingte Einsätze. In den letzten Jahren sei es nicht zu nennenswerten Personenschäden in Zusammenhang mit Feuerwerkskörpern gekommen.

Saskia Bücker