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Norddeutschland CDU will Problemwölfe mit Drohnen aufspüren
Nachrichten Norddeutschland CDU will Problemwölfe mit Drohnen aufspüren
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15:50 15.05.2019
Bei einer Demo trug ein Teilnehmer diesen Anstecker mit dem durchgestrichenen Kopf eines Wolfes. Die CDU will schärfer gegen Problemwölfe vorgehen. Quelle: Christophe Gateau/dpa
Kiel

Wolle man die Akzeptanz der Bevölkerung für den Wolf erhalten, reichten Schutzzäune nicht aus argumentierte die CDU. Die Partei verwies auf Sorgen von Nutztierhaltern. „Zumindest in Teilen ist Schleswig-Holstein heute kein geeigneter Lebensraum mehr für Wölfe“, konstatierte die Fraktion. „Als waldärmstes Flächenland Deutschlands ist der Wolf – wie in keinem anderen Bundesland – auf Nutztiere als Nahrungsquelle angewiesen.“ Dies beinhalte ein enormes Konfliktpotenzial. Zuvor hatte auch die FDP ein entschiedeneres Vorgehen gegen Wölfe gefordert.

CDU: Wölfe sind nicht mehr im Bestand gefährdet

„Der Wolf ist eine geschützte Art nach EU-Recht, obwohl er in seinem Bestand nicht mehr gefährdet ist“, heißt es weiter bei der CDU. Die Bundesregierung müsse eine Bestandsobergrenze festlegen. Die CDU fordert auch, Herdenschutzzäune auf das „notwendige Maß“ zu beschränken. Sie zerschnitten die Landschaft und seien eine tödliche Gefahr für andere freilebende Tiere wie Greifvogel, Igel und Reh.

Mehr Jäger beauftragen?

Gegen Problemwölfe müsse entschlossener vorgegangen werden. So könnten mehr Jäger beauftragt werden, um sie zu erlegen. Auch Nachtsichtgeräte oder Drohnen sollten eingesetzt werden, um den Wolf aufspüren zu können. Wenn ein Wolf sich besiedelten Gebieten nähere und damit verhaltensauffällig werde, sei das eine Bedrohung der öffentlichen Sicherheit. Dann müssten sofort Ordnungskräfte eingesetzt werden.

In besiedelten Bereichen habe die Polizei die Pflicht, Wölfe zu töten, die ihre Scheu gegenüber dem Menschen verloren haben. Auch an Deichen müssten Wölfe erlegt werden, da dort wegen der unverzichtbaren Schafbeweidung keine Zäune aufgestellt werden könnten. Dort habe Küstenschutz absoluten Vorrang vor dem Artenschutz.

Minister verweist auf Schutz durch EU-Richtlinie

Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) sagte zu Forderungen nach Abschüssen, der Dissens könne hier gar nicht groß sein. „Wir haben ja eine EU-Richtlinie, die klar feststellt: Der Wolf ist als streng geschützte Tierart nicht einfach so abzuschießen.“ Das wäre ein Verstoß gegen EU-Recht, das auch absehbar nicht geändert werde. „Das Grundprinzip gilt: Wir müssen Prävention leisten, so dass wir zusammenleben können mit dem Wolf, und zwar in allen Regionen Europas, davon ist keine ausgenommen“, sagte Albrecht. Nur bei entsprechender Prävention könnten Ausgleichszahlungen an die Landwirte geleistet und auch ausnahmsweise Problemwölfe abgeschossen werden.

dpa/LN