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Norddeutschland Christbaum-Diebe im Norden unterwegs
Nachrichten Norddeutschland Christbaum-Diebe im Norden unterwegs
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09:21 20.12.2013
Baumdieb bei der Arbeit: Anders als auf diesem gestellten Foto kommen die echten Weihnachtsbaumdiebe meistens nachts. Quelle: vario images
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Lübeck

Weihnachtsbäume — kurz vor dem Fest will jeder einen. Das macht Nordmanntanne, Blaufichte und Co. im Dezember nicht nur zum Verkaufsschlager, sondern auch zum begehrten Diebesgut: In Schleswig-Holstein haben Tannenbaum-Diebe in den vergangen Tagen mehrmals zugeschlagen und Schäden von mehreren Tausend Euro angerichtet. Mit Wachdiensten wollen sich die Produzenten jetzt zur Wehr setzen.

Der jüngste Fall passierte im segebergischen Glasau: 160 gefällte und transportfertige Bäume haben die Christbaum-Diebe Anfang der Woche in einer Nacht- und Nebel-Aktion mitgehen lassen. Den Schaden schätzt Susanne Albert, Geschäftsführerin der Gutsverwaltung Glasau, auf 3000 Euro. Zwar sei es in den Vorjahren fast schon Normalität gewesen, dass Unbekannte mal ein, zwei Bäume direkt aus der Plantage gestohlen hätten. „Aber in dieser Dimension hatten wir das noch nicht“, sagt Albert. Sie geht davon aus, dass die Bäume als vermeintlich legale Ware wieder auf dem Markt landeten.

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„Wahrscheinlich sind die Diebe sogar selbst Händler.“

Auch in Stolpe im Kreis Plön, verkehrsgünstig gelegen an der A 21, schlugen die Christbaum-Diebe vor einigen Tagen zu: 300 Nordmann-Tannen im Wert von zusammen 6000 Euro nahmen sie mit. Laut Polizei waren die Täter vermutlich nachts mit einem 7,5-Tonnen-Lkw gekommen, haben die bereits eingenetzten Bäume aufgeladen und damit an einem unbekannten Ort Kasse gemacht.

Die Polizei hat es schwer, die Taten aufzuklären, denn gestohlene Bäume sind nicht von anderen zu Unterscheiden. „Das machen sich die Täter natürlich zunutze“, sagt Carola Aßmann von der Polizeidirektion Lübeck. Auch die Hansestadt wurde in der vergangenen Woche von den Baumklauern heimgesucht. In der Ziegelstraße und im Andersenring im Stadtteil Moisling wurden jeweils zehn und 20 Tannenbäume aus umzäunten Verkaufsständen gestohlen. Die gleiche Zahl geklauter Tannenbäume in dieser Woche meldet auch die Polizeidirektion Flensburg.

„Das ist kriminelle Energie, damit müssen wir wohl leider leben“, sagt Axel-Werner Graf von Bülow, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Schleswig-Holsteinischer Weihnachtsbaumproduzenten. Statistiken führe der Verband zwar nicht. Seit einigen Jahren scheine der Diebstahl aber zuzunehmen. „Wir haben innerhalb unserer Arbeitsgemeinschaft deshalb beschlossen, im kommenden Jahr einen Wachdienst zu engagieren“, sagt Graf von Bülow. Eine lückenlose Überwachung sei zwar nicht möglich. „Aber es sorgt bei den Tätern immerhin für Unruhe.“

Preise für Tannenbäume bleiben relativ stabil
8 bis 12 Jahre dauert es, je nach Baumart, bis ein Weihnachtsbaum eine Größe von etwa zwei Metern erreicht. Für die Hersteller sind die Tannenbäume deshalb eine langfristige Investition. Die Preise für Weihnachtsbäume sind in den vergangenen Jahren aber relativ stabil geblieben. Für den laufenden Meter der begehrten Nordmanntanne, die am langsamsten wächst, werden derzeit 16 bis 22,50 Euro berechnet. Blaufichten und Rotfichten sind bereits für zehn bis 14 Euro pro laufendem Meter zu haben.

Oliver Vogt