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Norddeutschland Corona-Impfung: Anmeldung, Öffnungszeiten, Reihenfolge – das müssen Sie wissen
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Corona-Impfung in SH: Anmeldung, Öffnungszeiten, Reihenfolge – das müssen Sie wissen

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15:25 18.01.2021
Die MuK ist Impfzentrum: 1000 Corona-Impfungen am Tag sind hier möglich. Quelle: Lutz Roeßler
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Lübeck/Kiel

Die ersten Dosen sind da, seit dem 27. Dezember wird in Schleswig-Holstein geimpft. Los ging es in Pflegeeinrichtungen. Bis zu zehn mobile Impfteams sollen vorrangig in gerontopsychiatrischen Einrichtungen in Regionen mit hohen Corona-Zahlen die Bewohnerinnen und Bewohner impfen, die dies wünschen. Am 4. Januar sind zudem die ersten Impfzentren gestartet.

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Das sind die Öffnungszeiten der Impfzentren

Den Angaben zufolge werden dann 15 Einrichtungen (eine pro Kreis/kreisfreier Stadt) den Betrieb aufnehmen. Nach Auskunft des Sozialministeriums handelt sich sich dabei um die Standorte Kiel, Flensburg, Neumünster, Lübeck, Heide (Kreis Dithmarschen), Alt-Mölln (Kreis Herzogtum Lauenburg), Husum (Kreis Nordfriesland), Eutin (Kreis Ostholstein), Prisdorf (Kreis Pinneberg), Schönberg (Kreis Plön), Gettorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde), Kropp (Kreis Schleswig-Flensburg), Kaltenkirchen (Kreis Segeberg), Itzehoe (Kreis Steinburg) sowie Bad Oldesloe (Kreis Stormarn). Das Impfzentrum in Norderstedt-Mitte (Kreis Segeberg) im Veranstaltungszentrum TriBühne wird voraussichtlich am Montag, 1. Februar, den Betrieb aufnehmen können – vorausgesetzt, der Impfstoff wird wie erwartet geliefert.

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Die Impfzentren werden zu Beginn täglich jeweils von 13 bis 18 Uhr geöffnet sein. Nach drei Wochen, wenn neben den Erstimpfungen bereits Zweitimpfungen vorgenommen werden müssen, können die Öffnungszeiten ausgeweitet werden. Die Impfzentren in Bad Oldesloe, Lübeck und Prisdorf starten mit jeweils zwei Impflinien.

Impfzentrum kann frei gewählt werden

Terminvereinbarungen für die Impfung in den Impfzentren sind über die Webseite www.impfen-sh.de oder telefonisch über die Rufnummern 116 117 oder 0800 455 655 0 möglich sein. Wie die Online-Anmeldung funktioniert, erklären wir hier Schritt für Schritt.

Bei der Terminvergabe können sich Schleswig-Holsteiner das Impfzentrum frei aussuchen. Sie müssen sich nicht an ihrem Wohnortkreis impfen lassen. Schleswig-Holsteiner sollen sich auch in Hamburg und Hamburger in Schleswig-Holstein impfen lassen können. Allerdings: Die für den 19. Januar geplante Vergabe von neuen Terminen für Erstimpfungen ist kurzfristig abgesagt worden. „Derzeit liegen dem schleswig-holsteinischen Gesundheitsministerium keine Informationen zum weiteren Lieferzeitplan und Lieferumfang des BioNtech/PfizerImpfstoffs nach Deutschland und damit auch nach Schleswig-Holstein vor“, teilte das Kieler Gesundheitsministerium am Montag mit. Dementsprechend würden zunächst keine neuen Erstimpfungstermine über die Hotlines und das Online-Portal Impfzentren vergeben werden können. Bereits in den vergangenen Wochen gebuchte Termine in den Impfzentren für Erst- oder Zweitimpfung bleiben laut Ministerium davon unberührt und finden wie gebucht statt. Gleiches gelte für Impfungen in Krankenhäusern und in Altenpflegeeinrichtungen.

Über 80-Jährige werden angeschrieben

Schleswig-Holsteiner, die 80 Jahre oder älter sind, werden ab dem 28. Januar zudem ein Informationsschreiben mit einem persönlichen Pin-Code und einer Telefonnummer erhalten. Die Briefe samt Pin werden laut Land in Tranchen versendet. Dabei wird nach einer Altersstaffelung innerhalb der Gruppe der über 80-Jährigen vorgegangen.

Senioren sollen sich so ohne Zeitdruck telefonisch für ihren persönlichen Impftermin in einem Impfzentren registrieren lassen. Die in dem Anschreiben vermerkte Telefonnummer soll ab dem 1. Februar montags bis freitags jeweils zwischen 8 und 18 Uhr zur Verfügung stehen. Erster buchbarer Termin soll der 8. Februar sein. Im Unterschied zu bisher, werden Terminbuchungen für über 80-Jährige dabei nicht nur für die Folgewoche, sondern für einen längeren Zeitraum möglich sein.

Intervall einheitlich 35 Tage

Termin werden ausschließlich paarweise vergeben, da zwei Impfungen notwendig sind – im Abstand von 35 Tagen. Hintergrund: Die Zweitimpfung soll innerhalb von derzeit 42 Tagen erfolgen. Der kürzlich Moderna-Impfstoff hat ein Mindestintervall von 28 Tagen zwischen Erst- und Zweitimpfung, beim BioNtech/Pfizer Impfstoff liegt das Mindestintervall bei 21 Tagen. Schleswig-Holstein wird auch aus logistischen Gründen das Intervall einheitlich auf 35 Tage anpassen

Das Gesundheitsministerium bittet um Verständnis, dass anfangs noch nicht alle berechtigten Menschen sofort einen Termin bekommen können, da die Impfstoff-Lieferungen begrenzt sind. Zunächst werden nur Termine für die Folgewoche vergeben.

Reihenfolge: Diese Menschen sind zuerst impfberechtigt

Impfberechtigt in den Impfzentren sind zunächst die Angehörigen der Gruppe 1 der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (StiKo). Hierzu zählen insbesondere Pflegekräfte stationärer Pflegeeinrichtungen und ambulanter Pflegedienste sowie Mitarbeitende von Rettungsdiensten und Menschen, die älter als 80 Jahre sind. Zu der Gruppe 1 gehört auch das Personal einzelner Praxen, in denen hoch vulnerable Patientengruppen behandelt werden.

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Menschen über 80 Jahre, die zu Hause betreut werden und die Impfzentren nicht aufsuchen können, werden zu einem späteren Zeitpunkt geimpft. „Bedingt durch die speziellen Lager- und Transportanforderungen des Biontech/Pfizer-Impfstoffes ist eine Impfung beim Hausarzt oder in der eigenen Häuslichkeit zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich“, erläuterte das Ministerium.

BioNTech-Impfstoff wird verimpft

Den zentralen Lagerort der Impfdosen in Schleswig-Holstein nannte das Ministerium aus Sicherheitsgründen nicht. Zunächst wird der als erstes zugelassene Impfstoff von BioNTech/Pfizer geimpft werden. Auch erste Dosen des Herstellers Moderna werden geliefert. Der Impfstoff wird allerdings vorerst für Krankenhäuser und deren impfberechtigtes Personal genutzt. Weitere Firmen haben die Zulassung bereits beantragt, sodass zukünftig auch andere Impfstoffe verwendet werden, sobald diese verfügbar sind.

Auch Kliniken können ihr Personal seit dem 27. impfen

Bereits seit dem 27. Dezember haben auch erste Kliniken in Schleswig-Holstein Impfstoff erhalten, um Personal auf den Intensivstationen und in den Notaufnahmen zu schützen.

Der eigentliche Impfvorgang werde nur etwa fünf Minuten dauern, heißt es aus dem Gesundheitsministerium. Einschließlich eines Arztgespräches und einer Ruhe- und Beobachtungszeit nach der Impfung sei mit einer Dauer von etwa 45 Minuten zu rechnen.

Das Ziel: 300 000 Impfungen pro Monat

Sind erst einmal alle Impfzentren in Betrieb, sollen in Schleswig-Holstein pro Monat 300 000 Bürger geimpft werden können. „Dies ist allerdings abhängig von der Menge des zur Verfügung stehenden Impfstoffs“, sagte ein Ministeriumssprecher. Hinzu würden die Impfungen kommen, die in Krankenhäusern und über mobile Impfteams in Pflegeeinrichtungen erfolgen.

Nach aktuellem Planungsstand sollen die Impfungen nach spätestens sechs Monaten von Hausärzten übernommen werden. Sollte früher Impfstoff zur Verfügung stehen, der weniger Kühlung benötigt, könnte das womöglich auch schon früher erfolgen, heißt es.

Von Jan Wulf