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Norddeutschland Was uns im Norden Hoffnung macht: Die guten Nachrichten in der Krise
Nachrichten Norddeutschland Was uns im Norden Hoffnung macht: Die guten Nachrichten in der Krise
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15:05 24.03.2020
Kinder machen Mut: Auf der Lübecker Reederbrücke hängt ein Bild, das in Coronavirus-Zeiten Zuversicht verbreitet.
Kinder machen Mut: Auf der Lübecker Reederbrücke hängt ein Bild, das in Coronavirus-Zeiten Zuversicht verbreitet. Quelle: Holger Kröger
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Lübeck

Die Corona-Pandemie hat unseren Alltag von heute auf morgen in vielen Teilen massiv verändert. Doch neben immer neuen Infektionszahlen und den verschärften Maßnahmen zur Einschränkung des öffentlichen Lebens gibt es auch positive Nachrichten.

Hier ein Überblick zu den Mutmacher-Geschichten aus dem Norden:

Bunte Plakate schmücken die Innenstädte

Es sind bunte Hingucker in den Straßen im Norden: Plakate, Kreidezeichnungen, Kinderbilder. Eine Botschaft hat das mächtige Holstentor verziert. „Wir schaffen das!“ war auf großen Plakaten zu lesen. Herzen rahmten diese Botschaft, die Unbekannte dort hinterließen. Sie können uns auch Ihre eigenen Mutmachbilder zuschicken – wie das geht, steht hier.

Unbekannte haben am Wochenende am Holstentor in Lübeck Plakate aufgehängt. Quelle: Holger Kröger

Freiwillige melden sich zum Kampf gegen Corona

Angesichts der Corona-Krise suchen Krankenhäuser in Schleswig-Holstein händeringend nach Personal. Die Medizinstudentin Marie Noormalal gehört zu den Ersten, die in Kiel helfen. Sie kämpft an vorderster Front gegen die Verbreitung des Virus.

Am Eingang des Krankenhauses macht sie eine Erstsichtung, um herauszufinden, ob die Besucher potentiell infektiös sind. Wenn ja, werden Sie mit einem Mund-Nasen-Schutz ausgestattet und auf den richtigen Behandlungspfad gelotst Quelle: dpa

Beim UKSH hatten sich innerhalb kürzester Zeit mehr als 1000 Freiwillige gemeldet. Der Aufruf richtete sich an Ärzte, Studenten, Mitarbeiter aus der Forschung und andere, die eine Ausbildung im medizinischen Bereich haben und Zeit erübrigen können. „Wir sind dankbar und froh über jeden, der sich meldet“, sagt UKSH-Sprecher Oliver Grieve. „Denn die Situation wird kommen, dass wir sie brauchen.“ Jetzt würden die Freiwilligen koordiniert und ihr Einsatz geplant, sagte Grieve. Wer sich melden möchte, kann dies auf der Website des UKSH tun.

Lebensmittelretter sind weiter aktiv

Auch in Zeiten des Coronavirus sind Lübecks Foodsharer unterwegs, um übrig gebliebene Lebensmittel aus Restaurants, Läden oder Privathaushalten zu verteilen. „Es gestaltet sich allerdings ein bisschen schwierig“, sagt Nele Herbst (25), eine der maßgeblichen Foodsharing-Akteurinnen in Lübeck. „Es bleibt wenig übrig“, erklärt die Medizinstudentin. Dennoch sind etliche Mitstreiter unterwegs, um beispielsweise wegen Absage von Veranstaltungen nicht benötigte Büfetts abzuholen und an die zu verteilen, die es brauchen.

Anfang Januar eröffneten Nele Herbst, Sophie Bachmann vom Verein Foodsharing Lübeck und Katja Wulf von der Firma Dräger (v.l.) Lübecks dritten „Fairteiler“-Schrank auf dem Firmengelände an der Moislinger Allee. Auch in Zeiten von Corona sind die Lebensmittelretter unterwegs. Quelle: Agentur 54°

Und auch die Lebensmittelschränke an der Kulturkiste am St.-Jürgen-Ring/Ecke Kronsforder Allee, bei Dräger an der Moislinger Allee oder in der Diele des Lübecker Jugendrings, Mengstraße 43 (montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr), können weiter bestückt werden.

Restaurant „Theaterklause“ verschenkt Burger

Am vergangenen Donnerstag öffnete die „Theaterklause“ in der Lübecker Beckergrube noch einmal kurz ihre Türen. Die Mitarbeiter bereiteten aus den restlichen Lebensmitteln Burger und verschenkten sie.„Wir haben uns gefragt: Was machen wir jetzt mit den Lebensmitteln? Ein Lieferservice kam nicht in Frage. Wir sind ein junges Team, viele haben noch keinen Führerschein. Und wenn wir etwas machen, wollen wir es auch gut machen“, sagte Servicekraft Tjark Veltrup. So kam kurzerhand die Idee, einen Tag ehrenamtlich zu arbeiten und Burger zu verschenken. Dazu eingeladen hatten sie über Social Media.

Kostenloses Essen: Das Team der Theaterklause hat aus den Vorräten Burger gezaubert und verschenkt sie. Quelle: Lutz Roeßler

Viele Freiwillige melden sich für Nachbarschaftshilfe

Viele Menschen aus Lübeck und Umgebung wollen älteren Mitbürgern helfen, die vom Coronavirus besonders gefährdet sind und zu Hause bleiben sollen. Ein Handzettel der gemeinnützigen Freiwilligenagentur ePunkt Lübeck hilft, Freiwillige und Hilfsbedürftige zusammenzubringen. Mehr als 500 Freiwillige hatten sich innerhalb weniger Tage schon beim E-Punkt gemeldet.

Viele von ihnen sind wegen der Krise in Kurzarbeit und haben deshalb nun Zeit, die sie beispielsweise auch nutzen, um für Familien, die nun im Homeoffice arbeiten, die Kinder zu betreuen. Vor Ort wird die Nachbarschaftshilfe viel auch von Kirchen und Stadtteil-Vereinen koordiniert. So arbeitet auf Marli die Kirchengemeinde St. Phillippus mit dem Runden Tisch Marli zusammen, damit alle gut durch die Krise kommen.

Katja Nowroth vom ePunkt Lübeck hat mit ihren Kolleginnen einen Handzettel für die Nachbarschaftshilfe während der Corona-Krise entworfen Quelle: Lutz Roeßler

Gottesdienst via Livestream auf Youtube

Ein Team der Kirchengemeinde in St. Jürgen – die mit mehr als 13 000 Mitgliedern größte Gemeinde im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg – hat die Idee eines Youtube-Gottesdienstes entwickelt. Denn die immer strengeren Sicherheitsmaßnahmen für das öffentliche Leben, die eine Ausbreitung des Coronavirus verhindern sollen, machten auch den Gottesdienstbesuch unmöglich. „Aufgrund der unglaublich großen Resonanz haben wir uns dann diese Woche entschieden, weiter zu machen“, erzählt Ines Langhorst vom Kirchenkreis. Unter dem Stichwort #liveline wollen die Verantwortlichen nun bis auf unbestimmte Zeit weitermachen.

Banken wollen in der Krise kulant sein

Mitarbeiter müssen entlohnt, die Miete muss gezahlt und Kreditraten bedient werden – viele Selbstständige stehen wegen der Schließung infolge der Corona-Krise schnell vor der Insolvenz. Um sie zu retten, ist schnelles Handeln notwendig. Der Bund hat bereits einen Nothilfefonds angekündigt, die Landesregierung ein Hilfsprogramm über 500 Millionen Euro. Auch viele Banken zeigen sich kulant. So kündigten einige Institute an, pragmatisch mit Kreditvergaben umzugehen oder bei laufenden Ratenkrediten Zahlpausen zu gewähren. Hier gehts’s zur ganzen Geschichte.

Säumigen Kunden wird der Wärmeanschluss nicht gesperrt

Der Wärmenetzbetreiber Hansewerk Natur verändert angesichts der aktuellen Corona-Krise sein Vorgehen gegenüber Kunden, die ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können. Mindestens bis nach Ostern werden im Norden, so auch in Ostholstein, keine Wärmeanschlüsse mehr gesperrt. „In dieser herausfordernden Situation müssen wir uns als Energiedienstleister darauf einstellen und entsprechend handeln“, begründet Holger Ruschmeyer, Leiter des Kundenservices bei Hansewerk Natur, die Entscheidung.

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Von LN