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Norddeutschland Coronavirus: Urlaubs-Rückkehrer dürfen in Bayern nicht in die Schule
Nachrichten Norddeutschland Coronavirus: Urlaubs-Rückkehrer dürfen in Bayern nicht in die Schule
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22:01 07.03.2020
Proben werden in einem Labor untersucht. Aus Sorge vor der Ausbreitung des Coronavirus hat das Land Bayern eine zweiwöchige Schul- sperre für alle angeordnet, die in einem Risikogebiet im Urlaub waren. Quelle: Christophe Gateau/dpa
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Lübeck/München

Zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus an Schulen und Kindertagesstätten verschärft das bayerische Gesundheitsministerium die Regeln. Schüler und Kindergartenkinder dürfen nach einer Rückkehr aus Risikogebieten – wie zum Beispiel Südtirol – ab sofort für 14 Tage nicht in die Schule beziehungsweise in eine entsprechende Betreuungseinrichtung. Unterdessen meldet Lübeck den zweiten Coronavirus-Fall.

Infizierter Student aus Lübeck ist in häuslicher Isolation

Die „betroffene Person“ studiere an der Technischen Hochschule Lübeck und habe sich außerhalb Schleswig-Holsteins bei Reiserückkehrern aus Italien angesteckt, teilte die Hansestadt Lübeck gestern mit. Die Person habe einen leichten Krankheitsverlauf und befinde sich in häuslicher Isolation. Eine vorübergehende Schließung der TH Lübeck sei nicht notwendig, die „betroffene Person“ habe die Hochschule nur besucht, um eine Prüfung abzulegen und nicht am regulären Vorlesungsbetrieb teilgenommen. Die TH Lübeck hat einen Koordinierungsstab eingerichtet, alle Hochschulangehörigen werden informiert. „Die Technische Hochschule ist auf diesen Fall gut vorbereitet“, sagt die Präsidentin Dr. Muriel Helbig.

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Mehrere Regionen in Italien gelten als Risikogebiet

Italien ist das mit Abstand am stärksten vom Coronavirus betroffene Land in Europa. Südtirol war vom Robert Koch-Institut (RKI) als Risikogebiet eingestuft worden. Risikogebiete sind laut RKI „Gebiete, in denen eine fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch vermutet werden kann“. In Italien gehören dazu außerdem die Region Emilia-Romagna, die Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien.

Bayern hat bislang am schärfsten auf das Risiko durch Rückkehrer aus betroffenen Gebieten reagiert. In der Allgemeinverfügung, die gestern für Bayern erlassen wurde, heißt es: „Schülerinnen und Schüler sowie Kinder bis zur Einschulung, die sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet (...) aufgehalten haben, dürfen für einen Zeitraum von 14 Tagen seit Rückkehr aus dem Risikogebiet keine Schule, Kindertageseinrichtung, Kindertagespflegestelle oder Heilpädagogische Tagesstätte betreten.“

Zwangspause für Schüler auch in anderen Städten

Auch in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ist für Schülerinnen und Schüler eine Zwangspause angeordnet worden: Die 200 Jugendlichen aus Münster und Gelsenkirchen mussten sich nach ihrer Rückkehr aus Südtirol für zwei Wochen in häusliche Abgeschiedenheit begeben, ebenso 99 Schüler und 10 Betreuer aus Rimbach.

Der wirtschaftliche Schaden der Corona-Epidemie für den Luftverkehr wird nach Einschätzung des Branchenverbandes größere Ausmaße haben als frühere Krisen. Vor dem heutigen Koalitionsgipfel in Berlin hat CSU-Chef Markus Söder ein Notfall-Konzept zum Schutz der Wirtschaft vor Folgen des Coronavirus gefordert.

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Von ln/dpa