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Norddeutschland Coronazahlen steigen: Muss Dänemark die große Freiheit einschränken?
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Coronazahlen in Dänemark steigen: Kommt 3G zurück?

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18:00 06.11.2021
Auch in Dänemark steigen die Corona-Zahlen. Jetzt wird geprüft, ob es doch wieder Einschränkungen geben muss.
Auch in Dänemark steigen die Corona-Zahlen. Jetzt wird geprüft, ob es doch wieder Einschränkungen geben muss. Quelle: Nick Potts/dpa
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Kopenhagen

Angesichts der auch in Dänemark stark steigenden Zahl der Corona-Neuinfektionen auf täglich 2100 bis 2500 Fälle und einer bei 77 Prozent stagnierenden Impfquote erwägt die Regierung die Wiedereinführung der Impfpass-Pflicht, entsprechend der deutschen 3G-Regelung. Gesundheitsminister Markus Heunicke hat die Epidemiekommission gebeten zu untersuchen, ob Corona wieder als gesellschaftsgefährdend einzustufen ist. Dann könnte die Regierung Maßnahmen wie Impfpass- und Maskenpflicht ohne Zustimmung des Parlaments verfügen. Zuvor hatte der Leiter des Staatlichen Serums Instituts (SSI), Pendant zum deutschen RKI, solche Restriktionen empfohlen, denn er sieht genauso wie das staatliche Gesundheitsamt die Gefahr einer Überlastung der Krankenhäuser in den kommenden Wochen. So stieg von Freitag auf Sonnabend die Zahl der Covid-19-Patienten um über fünf Prozent auf 277. Am stärksten ist der Anstieg der Infektionen bei sechs- bis elfjährigen Schulkindern und ungeimpften Erwachsenen zwischen 20 und 64 Jahren.

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Königin Margrethe II. unzufrieden mit Deutsch-Kenntnissen

Margrethe und ihr „schreckliches Deutsch“: Eigentlich spricht die dänische Königin Margrethe II. recht gut deutsch. Aus dem Stegreif aber hat sie es doch nicht so leicht mit dieser Sprache. Das musste sie kürzlich bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Balletts „Die Schneekönigin“ nach dem Märchen von Hans Christian Andersen, zu dessen Produktion sie Bühnenbild und Kostüme entworfen hat, selbst eingestehen. Ein deutscher Journalist hatte um Erlaubnis gebeten, seine Frage an die Königin nach der Bedeutung von H.C. Andersen für sie auf Deutsch zu stellen. Margrethe stimmte zu, schränkte allerdings ein, sie verstehe zwar deutsch, könne aber nicht versprechen, auch auf Deutsch zu antworten. Sie tat es dann doch, verhaspelte sich aber einige Male – und kommentierte sich selbst auf Dänisch mit einem leisen „skrækkelig tysk“ – „schreckliches Deutsch“. Sie versuchte es dann weiter auf Deutsch, brach jedoch ab, entschuldigte sich und erzählte anschließend auf fließendem Englisch, dass sie sich seit ihrer Kindheit für Andersens Märchen begeistere.

Opposition unzufrieden mit Klimapolitik

Scheinheilige Kritik: Die Klimaschutzpolitik der dänischen Regierung sei zu zögerlich, zu unambitioniert, hat die größte dänische Oppositionspartei – die rechtsliberale Venstre – in Hinblick auf die Pläne der regierenden Sozialdemokraten und ihrer parlamentarischen Unterstützer vom linken Flügel moniert. So sei die geplante Anschaffung von 775 000 reinen E-Autos bei allen staatlichen Behörden und kommunalen Einrichten viel zu wenig, die Venstre forderte eine Million. Peinlich für die Partei: Die Gemeinden, die von der Venstre regiert werden, haben mit 2,92 Prozent den geringsten Anteil reiner E-Autos in ihrer kommunalen Flotte. Das hat das Online-Magazin Altinget anhand der Zahlen des Verbandes der Autoimporteure ermittelt. Gemeinden mit sozialdemokratischen Bürgermeistern dagegen liegen mit 10,62 Prozent E-Autos an der Spitze.

Von Rüdiger Wenzel