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Norddeutschland Neue Regel in SH: Digitale Impfausweise müssen jetzt gescannt werden
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CovPassCheck-App: Digitale Impfausweise müssen in SH jetzt gescannt werden

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08:00 23.11.2021
Viele Schleswig-Holsteiner nutzen den Impf- oder Genesenennachweis in digitaler Form.
Viele Schleswig-Holsteiner nutzen den Impf- oder Genesenennachweis in digitaler Form. Quelle: Oliver Dietze/dpa
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Lübeck

In Discos, Gaststätten, Fußballstadien oder auf dem Weihnachtsmarkt: In Schleswig-Holstein gelten jetzt flächendeckende 2G- und 3G-Regelungen. Am Montag trat die neue Corona-Bekämpfungsverordnung der Landesregierung in Kraft. Die schreibt vor, dass Veranstalter und Betreiber die CovPassCheck-App zur Kontrolle der digitalen Impfausweise nutzen müssen. Der Blick aufs Smartphone reicht nicht mehr, der QR-Code auf dem Zertifikat muss jetzt gescannt werden.

App unterscheidet nicht in „geimpft“ oder „genesen“

„Bei der Einlasskontrolle werden Nachname, Vorname, Geburtsdatum und der Zertifikatsstatus gültig oder ungültig erfasst“, erklärt Marit Hansen, die Landesbeauftragte für Datenschutz Schleswig-Holstein. Der digitale Nachweis biete dabei sogar Vorteile gegenüber den Nachweisen in Papierform: „Beim Prüfen eines QR-Codes zeigt die App nämlich nur ,grün’ – also Zugang – oder ,rot’ – kein Zugang – an, ohne dass der Prüfer weitere Informationen dazu bekommt. Er erfährt also nicht, ob man geimpft oder von einer Covid-Erkrankung genesen ist“, erklärt Hansen.

Lediglich beim Testzertifikat, das über die gleiche App gescannt werden kann, werde zusätzlich das Datum des Tests erhoben, da „hier unterschiedliche Anforderungen an die Aktualität“ gelten, erläutert Marit Hansen.

„Es werden keine Daten gespeichert“

Aber was passiert mit meinen Daten? „Es werden keine Daten gespeichert, nur auf dem Display dargestellt“, versichert die Datenschutzbeauftragte. Die CovPassCheck-App funktioniere zudem offline, sodass „von der App keine Datenverbindungen zu irgendwelchen Servern aufgebaut“ werden, betont Hansen.

Screenshots der CovPassCheck-App rechtlich unzulässig

Wenn Kontrolleure die in der CovPass-App und CovPassCheck-App einsehbaren Daten abfotografieren oder mittels Screenshot sichern wollen, sei das laut Hansen zwar technisch möglich, aber rechtlich unzulässig. „Die Kontrolleure dürfen weder von digitalen Zertifikaten beziehungsweise QR-Codes noch von Impfpässen oder anderen Nachweisen Kopien oder Fotos erstellen und speichern“, sagt Hansen. Allerdings dürfe „jeder selbst Kopien seiner Zertifikate ausdrucken“, um sie beispielsweise als Backup parat zu haben.

Änderungen kommen für viele Lübecker Gastronomen überraschend

Nicht jeder Gastronom oder Veranstalter hat von den neuen Beschlüssen etwas mitbekommen. So ging es auch Christian Berger, Besitzer des Lübecker Restaurants Alte Feuerwache. Bisher habe man für die Kontrolle der digitalen Nachweise keine App benutzt. „Wir haben aber mit der Luca-App gearbeitet“, erklärt Berger. Die verpflichtende Nutzung der Scan-App trifft ihn überraschend: „Ich muss sagen, ich bin gerade noch dabei, mich auf den neuesten Stand zu bringen“, erklärt er.

„Aus unternehmerischer Sicht ist das Ganze schlecht“

Die 2G-Regel gilt in der Alten Feuerwache bereits. „Ich persönlich finde 2G gut. Aus unternehmerischer Sicht ist das Ganze aber schlecht. Da schlagen in meiner Brust zwei Herzen“, erklärt Berger. Trotzdem: „Wir zeigen uns solidarisch und machen selbstverständlich mit. Wir wollen gut und sicher durch diese Zeit kommen“, sagt der Restaurantbesitzer.

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Pizzeria Portofino: Guter erster Tag mit der App, aber viele Nachweise in Papierform

In der Pizzeria Portofino hat Daniela Pokorny am Montag zum ersten Mal Impf- und Genesenennachweise mit der CovPassCheck-App auf ihrem Smartphone kontrolliert. „Meine Eltern, die Besitzer des Restaurants, sind am Wochenende auf die neue Verordnung aufmerksam geworden“, erklärt sie. Der erste Tag laufe gut: „Die Kontrolle mit der App hat bisher super funktioniert. Allerdings haben immer noch viele Besucher ihren Impfpass oder Genesenennachweis in Papierform dabei. Da lässt sich dann natürlich nichts scannen“, berichtet Pokorny.

Kulturwerft Gollan: Erstmaliger Einsatz der App am Wochenende

Auch Veranstalter müssen bei der Einlasskontrolle die CovPassCheck-App nutzen. „Diese Änderung kommt für uns überraschend. Wir haben am Wochenende die ersten zwei Veranstaltungen, für die diese Regel gilt“, erklärt Levka Helmke, Pressesprecherin der Kulturwerft Gollan.

Smartphones und Lesegeräte in der MuK

Auch in der Musik- und Kongresshalle Lübeck (MuK) komme die CovPassCheck-App nun bei den kommenden Veranstaltungen zum Einsatz, bestätigt Pressesprecherin Gesa Lüdeke. „Die App wird in Verbindung mit entsprechenden Lesegeräten in Form von Scannern in den Eingangsbereichen und mobilen Endgeräten eingesetzt“, erklärt Lüdeke.

CovPass-Check beim Weihnachtsmarkt

Auch beim Besuch des am Montag eröffneten Lübecker Weihnachtsmarktes werde die CovPassCheck-App genutzt, erklärt Doris Schütz, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Lübeck und Travemünde Marketing. „Unser Sicherheitsdienst hat am Eingang Handys, auf denen die App installiert ist. Zusätzlich erfolgt eine Kontrolle durch Vorzeigen des Personalausweises“, erklärt Schütz.

„Ein zusätzliches Muss“

Stefan Scholtis, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Schleswig-Holstein, sieht in der verpflichtenden Nutzung der App vor allem ein „zusätzliches Muss“. Laut seiner Einschätzung handle es sich dabei vor allem um einen „zusätzlichen Aufwand“ für die Betreiber. „Aber wenn es die Politik vorsieht, muss es umgesetzt werden“, urteilt Scholtis.

Von Anika Schock