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Norddeutschland Das Land zwischen den Meeren umwirbt Urlauber aus den Alpen
Nachrichten Norddeutschland Das Land zwischen den Meeren umwirbt Urlauber aus den Alpen
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11:01 30.10.2015
„Zunächst stehen Dänemark, Österreich und die Schweiz im Blickpunkt.“ Andrea Gastager, TASH-Chefin
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KIel

Schleswig-Holstein will jetzt auch international ein begehrtes Reiseziel werden. Die Tourismusagentur TASH startet dazu erstmals eine neue, landeseinheitliche Marketingkampagne. SPD-Wirtschaftsminister Reinhard Meyer hat sie gestern vorgestellt. Meyer ist optimistisch: Bis 2025 soll die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste im Norden dadurch von 1,9 auf drei Millionen steigen.

In einem ersten Schritt will man vor allem Dänen, Österreicher und Schweizer davon überzeugen, hierzulande Urlaub zu machen. Von 2020 an rücken dann auch Schweden, die Niederlande und Norwegen in den Fokus. Mit Messeauftritten und Angeboten für Schleswig-Holstein-Urlaub durch dortige Reisebüros will man die Gäste auf den Norden aufmerksam machen. Und durch besseren Service — Internetseiten der TASH zum Beispiel sollen schon bald auch in die jeweiligen Landessprachen übersetzt werden.

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Auch die Anbieter von Hotelzimmern, Ferienwohnungen und -häusern in Schleswig-Holstein müssten sich entsprechend vorbereiten, betont Meyer, das wolle man fördern. Das fange zum Beispiel bei englischsprachigen Speisekarten in den Restaurants an und höre bei Wattführungen auf holländisch noch nicht auf. Um die Urlauber auch hier zu halten, gelte sein generelles Credo: „Qualität, Qualität, Qualität.“ Quartiere und Infrastruktur müssten weiter modernisiert werden. Derzeit liege der Anteil ausländischer Gäste im Land nur bei 7,1 Prozent, bundesweit bei 19 Prozent. „Da besteht noch Luft nach oben“, sagt Reinhard Meyer.

TASH-Geschäftsführerin Andrea Gastager will bei den Übernachtungen ausländischer Gäste schon 2020 die 2,5-Millionen-Marke knacken. Dänische Urlauber hätten laut Marktforschern zum Beispiel ein großes Interesse an Städtereisen oder auch den schönen, großen Weihnachtsmärkten auf den Gutshöfen im Land. Zudem gebe es in Dänemark Frühjahrs- und Herbstferien, die außerhalb unserer Ferienzeiten liegen und die gezielt beworben werden sollen.

Für Österreicher und Schweizer sei die Lage des Landes zwischen zwei Meeren interessant, „morgens den Sonnenaufgang an der Ostseeküste sehen, abends den Sonnenuntergang an der Nordsee — das geht hier problemlos an einem Tag“, sagt Andrea Gastager. Zudem habe Schleswig-Holstein viele kleine, bislang touristisch unentdeckte, versteckte Winkel zu bieten. Man werde dazu im Ausland auch einzelne Regionen bewerben, zum Beispiel den Schaalsee und den Kreis Herzogtum Lauenburg oder die Schlei-Region.

Wolfram Hammer