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Norddeutschland Kommentar: Das hat Ralf Stegner nicht verdient
Nachrichten Norddeutschland Kommentar: Das hat Ralf Stegner nicht verdient
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18:16 07.12.2019
Ralf Stegners Karriere auf Bundesebene ist vorbei. Seine Partei wollte ihn nicht einmal mehr als Beisitzer. Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa
Berlin

Klatsche für Ralf Stegner beim SPD-Parteitag: Sein Amt als Bundesvize ist er los. Und jetzt hat die Partei ihn sogar bei der Wahl zum Beisitzer durchfallen lassen. Sorry, SPD: Man muss Ralf Stegner nicht lieben. Aber so ein Umgang mit einem verdienten Leistungsträger ist nicht in Ordnung.

Auch Scholz und Maas abgewatscht

Und er ist nicht alleine: Finanzminister Olaf Scholz? Von der Basis abgewatscht. Außenminister Heiko Maas? Im ersten Wahlgang für den SPD-Vorstand ebenfalls durchgefallen. Die Partei wird jetzt geführt von einem Duo, dessen Namen vielen Bürgern noch immer unbekannt sind. Man fragt sich, ob die SPD ein geheimes Untergangs-Beschleunigungs-Programm entwickelt hat.

Zugegeben. Stegner ist mit seiner Art oft angeeckt. Aber er ist ein Polit-Profi. Und er hat sich immer mit vollem Herzen für die Sozialdemokratie aufgeopfert. Morgens früh mit einem ersten Tweet oder einem Radio-Interview, abends tingelte er durch die Talkshows. Wenn man jemanden von der SPD kennt – gerade im Norden –, dann ist das Ralf Stegner.

Midyatli muss inhaltlich zulegen

Ihn beerbt jetzt Serpil Midyatli – wie zuvor beim Landes-Vorsitz. Sie wurde Bundesvize mit dem besten Ergebnis aller Kandidatinnen und Kandidaten. Sie ist jung, unverbraucht, sympathisch – und inhaltlich noch nicht besonders aufgefallen. Da wird sie wahrnehmbarer werden müssen.

Es steht zu befürchten, dass der SPD die Demontage ihrer profiliertesten Köpfe noch leidtun wird. In der ersten Umfrage nach dem Mitgliederentscheid zum SPD-Vorsitz rutschte die Partei auf nur noch elf Prozent ab. Das ist Platz vier hinter CDU, Grünen und AfD. Im Norden ist die SPD immer vergleichsweise stark gewesen – auch dank Ralf Stegner. Dem Landtag bleibt er erhalten: als Fraktionschef.

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