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07:23 28.12.2018
Das wird knallen: Pyrotechniker Kenneth Usselmann bietet in seinem Fachhandel 260 verschiedene Feuerwerke zu Silvester an. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Silvester steht vor der Tür. Knallkörper-Fans werden langsam hibbelig – nicht zuletzt, weil am heutigen Freitag Verkaufsstart für Feuerwerke ist. Bei Pyrotechnik-Fachhändlern stehen die Kunden Schlange, um sich mit Raketen, Superböllern und Batteriefeuerwerk einzudecken. So auch in Lübeck. Pyrotechniker Mirco Lorkowski und Kenneth Usselmann haben alle Hände voll zu tun.

Der Laden öffnete bereits um Mitternacht für einige Stunden, dann wieder morgens um 9 Uhr. Zehn Leute sind im Verkaufsteam, zwei davon stehen an der Kasse, einer sorgt für Nachschub aus dem Lager, der Rest berät am Tresen zu den Feuerwerken, wie viel Schuss und welche Effekte sie haben und wie es mit der Brennzeit aussieht.

Feuerwerke werden vermehrt in China produziert

Seit Mitte Dezember rödeln die Geschäftsführer vom Feuerwerk Depot Nord in Herrenwyk bereits für den Silvesteransturm in ihrem Laden, haben palettenweise Feuerwerke im Lager und auf der Verkaufsfläche einsortiert. Die Ware komme größtenteils aus China, 20 Hersteller seien im Sortiment, berichtet Usselmann. 260 Artikel liegen zum Abholen bereit. „Die gibt es im Discounter nicht zu kaufen“, sagt der 23-Jährige. In den Supermärkten seien viele Mogelpackungen dabei, die Effekte oft enttäuschend, „Discounter-Müll“, schimpft er.

Wenn Pyrotechniker über Feuerwerke sprechen, haben sie eine ganz eigene Sprache. Im Gegensatz zum Kunden, der nur an Silvester „böllert“, beschäftigt sich Usselmann das ganze Jahr über mit seiner Leidenschaft, dem Feuerwerk. „Feuerwerke sind Kunst“, betont auch sein Geschäftspartner Mirco Lorkowski.

„Feuerwerke sind Kunst“, sagt Pyrotechniker Mirco Lorkowski (47). Bis oben hin voll ist sein Feuerwerk-Fachhandel. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Das ganze Jahr über sind die beiden viel unterwegs, im In- und Ausland, fahren zu Herstellern etwa in die Niederlande und Dänemark, um die Ware zu prüfen. Auch professionelle Feuerwerk-Shows bei Festen organisieren sie. „Nur was mir gefällt, biete ich auch zum Verkauf an“, erläutert Usselmann seine Geschäftsphilosophie.

„Böser Opa“: Feuerwerke mit verrückten Namen

Die Namen der Knallkörper im Laden versprechen Abwechslung. Etwa „Voodoo“, „Massive“, „Revolution“. Ein Kassenschlager sei „Böser Opa“, ein Batteriefeuerwerk mit 50 Schuss und 45 Sekunden Brenndauer. „Das ist sehr abwechslungsreich“, sagt Usselmann. Der Kunde könne sich auf besondere Blink-Effekte, goldfarbene und bunte Knistersterne freuen.

Und was ist das Größte, was es bei ihm gibt? Ein Komplettfeuerwerk mit rund 200 Schuss, vier Kilogramm Schwarzpulver und acht Batterie-Segmenten. Eine Minute lang soll es laufen. Kosten für den kurzen Spaß: Stolze 239 Euro. Usselmann habe schon Kunden erlebt, die für Silvester mehrere tausend Euro bei ihm gelassen haben.

Nur einmal die Zündschnur aktivieren: Trend geht Richtung Verbundfeuerwerk

Auch Eltern, die für ihre Kinder nur eine Dose Knallerbsen wollen, deckten sich vor Silvester im Fachhandel ein. Für Familien könne eine Auswahl an „Vulkanen“ interessant sein. Das sind Leuchtfeuerwerke, die in sechs Meter Höhe Silbersterne sprühen. Sie seien vergleichsweise leise, „das eignet sich bei Kindern und geräuschempfindlichen Menschen“, empfiehlt Usselmann.

Der Trend gehe aber ganz klar Richtung Verbundfeuerwerk. Dieses hat besonders viele Effekte, eine lange Brenndauer und sei praktisch für den Hobby-Feuerwerker: Der muss die Zündschnur nur einmal aktivieren, dann zündet sie die Batterien nacheinander automatisch. Im Sortiment begehrt seien aber auch Klassiker wie „Pyrocracker, Superböller, Schinken, Knatterbälle“.

Nach dem Verkauf noch schnell zur Feuerwerks-Show: Keine Freizeit für Pyrotechniker an Silvester

Wem es wichtig sei, dass weniger Müll auf der Straße landet, sollte auf Batteriefeuerwerke setzen. Die Debatten über Feinstaub und Müllberge an Silvester sei vielen Kunden zwar bewusst. „Wer an Silvester ordentlich knallen will, dem ist das in dem Moment aber egal“, berichtet Lorkowski.

Auch an Silvester öffnet der Fachhandel. Danach feiern? Fehlanzeige. Für die Pyrotechniker geht es gleich weiter. Drei Feuerwerk-Shows fahren sie an Silvester in Travemünde. Hinter den musikalisch unterlegten Einlagen am Himmel stecke viel Arbeit, sagt Lorkowski. Ein guter Feuerwerker müsse die Emotionen der Musik mit den Effekten und Illuminationen zum richtigen Zeitpunkt widerspiegeln. Um das zu können, brauche ein Pyrotechniker nicht nur Erfahrung, sondern auch eine Passion für das Feuerwerk.

Feuerwerk: Tipps vom Profi

Verbrannte Finger im Krankenhaus und fehlgeleitete Böller sind in der Silvesternacht keine Seltenheit. Aufpassen, empfehlen die Pyrotechniker. Es sollte auf die Verpackung geachtet werden, dort stehen in der Bedienungsanleitung Angaben zur richtigen Verwendung der Knallkörper.

Feuerwerke sollten grundsätzlich einen sicheren Stand auf ebenem Boden haben. Der Feuerwerker sollte einen Abstand von mindestens acht Metern einhalten. Es empfehle sich, Alkohol erst nach dem Böllern zu trinken. „Die meisten Unfälle passieren, weil die Leute beim Zünden sturzbetrunken sind“, sagt Lorkowski.

Saskia Bücker

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