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Nachrichten Norddeutschland Das sollten Verbraucher zu Mahnungen von Care Energy jetzt wissen
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14:00 04.03.2019
Bei Forderung eines Inkassounternehmens sollten Verbraucher sich anwaltlichen Rat einholen. Quelle: Jens Büttner/dpa
Lübeck

Große Unsicherheit und Verzweiflung herrscht derzeit bei zahlreichen Ex-Kunden des ehemaligen Stromanbieters Care Energy. Das Unternehmen ging bereits 2017 in die Insolvenz. Nun, zwei Jahre später, erhalten Verbraucher plötzlich Inkassobriefe mit hohen Forderungen, die angeblich von nicht bezahlten Rechnungen aus dem Jahr 2015 stammen. Viele Betroffene zahlen die Beträge aus Angst vor Sanktionen. Experten raten jedoch dazu, die Mahnungen genau zu prüfen.

Ex-Kunden erhalten Mahnungen

Unter den Betroffenen ist auch die Lübeckerin Katja Bornemann. Sie hat bereits seit drei Jahren einen Stromvertrag bei den Stadtwerken Lübeck. Im November letzten Jahres erhielt sie dennoch eine Mahnung vom EWD Inkasso-Büro: Der Stromanbieter UPG Power & Gas Systems forderte Geld. „Mit dieser Firma habe ich aber nie einen Vertrag abgeschlossen“, erklärt Bornemann.

Viele Forderungen sind verjährt

Im Internet fand sie die Facebook-Gruppe „Care Energy Betroffene und Erfahrungen“. Dort sind die meisten Nutzer der Meinung, dass die Forderungen verjährt sind. Die Administratoren der Gruppe haben einen Musterbrief zur Verjährung verfasst, mit dem jedes Mitglied selbst auf die Mahnung reagieren kann. „Über 300 Leute haben auf dieses Schreiben eine positive Antwort erhalten“, sagt Bornemann. Sie befürchtet jedoch, dass viele Leute die Rechnungen aus Angst bezahlen, ohne sie zu prüfen.

Verbraucherzentrale rät, Inkassobriefe genau zu prüfen

Welchen enormen Druck derartige Inkassobriefe ausüben können, weiß auch Julia Buchweitz von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. „Inkassoverfahren muss man immer ganz genau prüfen. Viele Forderungen sind nicht berechtigt oder total überhöht“, erklärt die Expertin für Energierecht. Sie empfiehlt, das Inkasso-Tool auf der Internetseite der Verbraucherzentrale zu nutzen, um herauszufinden, ob die Forderungen überhaupt gezahlt werden müssen – und wenn ja, ob die angegebene Höhe rechtmäßig ist.

Kunden erhielten unwissend neue Verträge

Care Energy hat allerdings ein sehr schweres Firmenkonstrukt, das überhaupt nicht mehr durchschaubar ist“, sagt Buchweitz. Das Unternehmen holte laut Verbraucherzentrale in der Vergangenheit durch eine kleingedruckte Vertragsklausel die Bevollmächtigung seiner Kunden ein, für sie Verträge zu kündigen und abzuschließen. So erhielten die Verbraucher unwissend neue Verträge mit Tochterfirmen oder Zulieferern der Care Energy. Buchweitz rät: „In einem so komplexen Fall wie Care Energy sollten Verbraucher zusätzlich eine Rechtsberatung aufsuchen.“

Rabea Osol

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