Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Datenschutz: Foto-Verbot an allen Schulen?
Nachrichten Norddeutschland Datenschutz: Foto-Verbot an allen Schulen?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:51 09.05.2019
Da war fotografieren noch erlaubt: Schulische Veranstaltung der Grundschule Franz-Claudius-Schule in Bad Segeberg Quelle: Wolfgang Glombik
Lübeck/Bad Segeberg

Ein Video von der Einschulungsfeier aufgeregter Kinder mit bunten Schultüten, lustige Erinnerungsfotos von der Klassenfahrt am Meer, Handybilder von der Schultheater-Aufführung des Sohnes – das alles steht aus Datenschutzgründen auf der Kippe. An vielen Schulen gilt praktisch ein Fotografierverbot für Eltern und Lehrer.

Fotografierverbot bei der Entlassungsfeier?

In den Schulen grassiert die Angst, etwas falsch zu machen beim Datenschutz. So werden die Lehrkräfte der Franz-Claudius-Schule in Bad Segeberg erstmals seit Jahren keine Fotos-CDs mehr als Geschenk zum Ende der Grundschulzeit verteilen, bedauert Rektorin Göntje Braren. Sie überlegt zudem, bei der anstehenden Entlassungsfeier ein Fotografierverbot in der Schule zu verhängen. Auch Thilo Philipp, Schulleiter der Bad Segeberger Gemeinschaftsschule am Seminarweg, hält sich streng an die europäische Datenschutz-Grundverordnung, die im vergangenen Jahr in Kraft getreten ist. Er hat bereits Fotos von Schülern von der Homepage seiner Schule entfernt und sogar alte Papierbilder von Schülern aus Schaukästen im Schulgebäude von den Wänden genommen, weil sich keine Einverständniserklärung der Eltern fand.

Auch für die Medien wird es immer schwieriger, über das Schulleben zu berichten. Denn beim Auftritt eines Schüler-Chores mit 40 Mitgliedern müssten nach Philipps Einschätzung streng genommen 40 Einwilligungsbescheide der Eltern vorliegen.

Lehrer sind vorsichtig geworden

Nach Auskunft von Thorsten Muschinski, dem Vorsitzenden des Landeselternbeirats für Gemeinschaftsschulen, ist es inzwischen die Regel, dass Fotos und Videos an Schulen nicht mehr erlaubt sind. „Das ist ein großes Problem bei Veranstaltungen“, sagt er. Auch im Johanneum in Lübeck darf laut Schulverordnung nicht fotografiert werden. „Bei schulischen Veranstaltungen fotografiert unsere Schul-AG, die ihre Bilder dann den Schülern zur Verfügung stellt“, berichtet Schulleiter Michael Janneck. Ob und in welcher Form es Fotos von der Klassenfahrt gibt, regelten die Klassen intern. Lehrer sind da offenbar vorsichtig geworden. „Einige Kollegen sagen, wenn das so kompliziert ist, dann lasse ich das mit dem Fotografieren“, berichtet Astrid Henke, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Broschüre wird erarbeitet

Nach LN-Informationen arbeitet das Bildungsministerium in Kiel an einer Datenschutz-Broschüre, die demnächst an die Schulen verteilt werden soll. Damit wolle man den Einrichtungen helfen, mit dem Thema umzugehen, erklärte Sprecher Thomas Schunck. Unterstützung soll auch der Datenschutzbeauftragte des Ministeriums bieten.

Einwilligung von Schüler oder Eltern muss vorliegen

„Ich hoffe, dass es da klare Regelungen geben wird“, sagt Braren, Rektorin der Franz-Claudius-Schule. „Es ist wichtig, dass es Klarheit und Rechtssicherheit für alle Schulen gibt“, betont Marit Hansen, Landesbeauftragte für Datenschutz beim Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz (ULD). Das bedeute jedoch nicht, dass künftig nicht mehr bei Schul-Veranstaltungen fotografiert werden dürfe. Wichtig sei die Einwilligung der Schüler oder Eltern. Lehrer sollten besser Dienst-Kameras verwenden. „Fotos, die mit einem privaten Smartphone gemacht wurden, das dann auch noch Cloud-basiert ist – das ist kritisch“, sagt Hansen. Durch die Datenschutz-Grundverordnung seien viele sensibilisiert worden. Schließlich landen Bilder schnell im Internet – wo sie über Jahre sichtbar bleiben können.

Lesen Sie auch: Keine Handybilder mehr bei Schulveranstaltungen

Wolfgang Glombik/Julia Paulat

Ein Lächeln huschte über das Gesicht von Tino Noack, als Stephan Wintersteller den Umschlag öffnete und seinen Namen vorlas. Ein Preis für „guten Geschäftssinn und großes Engagement zum Wohle unser aller Sicherheit”, würdigte das Jury-Mitglied. Noack hat mit seinem Bad Segeberger Unternehmen Secutec Solutions den LN-Existenzgründerpreis gewonnen.

09.05.2019

Die Reederei Scandlines hat Klage gegen die Fehmarnbeltquerung beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig eingereicht. Sie sei am Mittwoch eingegangen, bestätigte eine Gerichtssprecherin.

08.05.2019

Am Sonnabend werden Pflegekräfte aus dem ganzen Land in Kiel demonstrieren. Sie wehren sich gegen schlechte Arbeitsbedingungen.

08.05.2019