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Norddeutschland „Problemwolf“ bleibt verschollen
Nachrichten Norddeutschland „Problemwolf“ bleibt verschollen
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15:16 23.05.2019
Die Zahl der Nutztierrisse durch Wölfe ist deutlich gestiegen. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Lübeck

Mit der Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes sollen Wölfe, die Nutztiere reißen, schneller und einfacher abgeschossen werden können. Doch ob die Änderung auch dazu führt, endlich GW924m zu finden? Seit Monaten sind Spezialisten im Kreis Steinburg auf der Suche nach dem Wolf – vergeblich. Galt die Erlaubnis des Kieler Umweltministeriums zur „Entnahme“, wie es so schön heißt, zunächst nur für vier Wochen und wurde dann noch einmal verlängert, ist sie nunmehr unbefristet gültig.

Jäger nicht beteiligt

„Wir sind nicht beteiligt und haben schon lange nichts mehr davon gehört“, sagt Marcus Börner, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein. Würde man die Jagd auf diesen Wolf freigeben für alle Jäger in der Region, erhöhe das die Chance, ihn zu entnehmen. „Aber das ist vom Land bisher nicht gewollt“, sagt Börner. Auch Torsten Reinhard, Sprecher des Deutschen Jagdverbandes , sagt: „Es kann nicht sein, dass schwerbewaffnete Sondereinheiten durch die Wälder ziehen. Erster Ansprechpartner muss der ortskundige Jäger vor Ort sein.“

Verbindliches fehlt

Die im Gesetz geplante „Einbindung“ der Jägerschaft beinhalte aber „weder auf Seiten der Verwaltung noch auf Seiten der Jägerschaft verbindliche Elemente“, erklärt das Kieler Umweltministerium. Der „Abschuss nicht eindeutig identifizierter Problemwölfe“ sei das wesentliche Vorhaben der Gesetzesnovelle. Nach Auslegung des Kieler Umweltministeriums sei das nur auf Rudel anwendbar und käme bei dem Einzelwolf GW924m ohnehin nicht zum Tragen. Um die Sicherheit des Menschen zu gewährleisten, sei dagegen die Entnahme von Wolfshybriden schon heute geboten.

„Fall fürs Jagdrecht“

Hans-Heinrich von Maydell, Geschäftsführer des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, fordert, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen und vor allem ein „Wolfsmanagement“ des Landes. Er denke dabei insbesondere an die Deichgebiete an der Nordsee, wo viele Schafe weiden. In Schleswig-Holstein sei die Begleichung von Schäden an den Bau von Schutzzäunen geknüpft. Aber zurzeit liege noch gar kein Geld für den Bau bereit.

Teure Weidezäune

Jeder Schäfer, der im Sommer seine Schafe an den Deichen habe, müsse im Winter, wenn die Tiere oft umgeweidet würden, 200 Kilometer Zaun bauen, sagt Janine Bruser, Geschäftsführerin des Schafzüchterverbandes. „Wir wissen nicht, wie das gehen soll. Das schafft keiner“, erklärt sie. Klar ist: Der Kauf und der Bau von Zäunen sind teuer. Der Kieler Umweltminister Jan-Philipp Albrecht erklärt, zu einer nachhaltigen Koexistenz gehöre auch, dass die betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe finanziell unterstützt werden. „Dafür muss der Bund dringend zusätzliche Haushaltsmittel zur Verfügung stellen“, fordert Albrecht.

Mehr Kritik als Lob im Land

In der Landespolitik gibt es Lob, aber auch Kritik für die Gesetzesänderung: „Der Entwurf der Bundesumweltministerin ist ein verspäteter Minimalkonsens, der niemanden zufrieden stellt“, sagt der Landtagsabgeordnete Oliver Kumbartzky (FDP). Die Sorgen der Weidetierhalter müssten ernst genommen werden. Hauke Göttsch (CDU) sprach von einem richtigen Schritt. „Ob er aber auch für Schleswig-Holstein mit seinen Deichen und intensiver Weidegrünlandnutzung ausreichend ist, wird die Praxis zeigen.“ Marlies Fritzen (Grüne) erklärte: „Wölfe können nicht vorbeugend abgeschossen werden!“ Dort, wo es zu Konflikten komme, brauche man rechtssichere Lösungen.

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Christian Risch

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