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Norddeutschland Weißer-Ring-Skandal: Prozess gegen Detlef H. verzögert sich
Nachrichten Norddeutschland Weißer-Ring-Skandal: Prozess gegen Detlef H. verzögert sich
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07:35 23.02.2019
Der Skandal um den Lübecker Ex-Außenstellenleiter Detlef H. erschütterte 2018 den Weißen Ring. Im Sommer kann absehbar der Prozess starten. Quelle: Jens Büttner/dpa
Lübeck

 Die Affäre um Detlef H., den Ex-Außenstellenleiter in Lübeck, erschütterte den Weißen Ring Anfang 2018 bis ins Mark. Dem 73-Jährigen wurde vorgeworfen, Frauen sexuell belästigt oder sogar genötigt zu haben, die sich hilfesuchend an den Opferhilfeverein gewandt hatten, darunter auch Opfer von Sexualstraftaten. Detlef H. weist alle Vorwürfe zurück. In diesem Sommer soll nun der Prozess gegen ihn vor dem Amtsgericht Lübeck beginnen.

Eine Zeugin war im Ausland zunächst nicht erreichbar

Verhandelt wird nur ein Fall, eine exhibitionistische Handlung. Es ist das Aktenzeichen 67 Ds 746 Js 12820/18. Andere Vorwürfe von Frauen gegen H. waren teilweise bereits verjährt. Die Prozessvorbereitung verzögerte sich allerdings auch aus anderen Gründen. Die Hauptbelastungszeugin habe jetzt einen Wohnsitz im Ausland und keine ladungsfähige Adresse, heißt es auf LN-Anfrage im Lübecker Amtsgericht. Erst vor wenigen Tagen habe man Kontakt zu ihr bekommen.

Jetzt muss noch ein „aussagepsychologisches Gutachten“ erstellt werden. Die Staatsanwaltschaft habe das beantragt, sagt Gerichtssprecher Oliver Mossmann. Offenbar wollen die Ankläger damit die Glaubwürdigkeit der Zeugin untermauern, weil in dem speziellen Fall Aussage gegen Aussage steht. Weil die Abstimmung mit der Zeugin nunmehr möglich sei, könne das Gutachten in Auftrag gegeben werden, sagt Moosmann.

Der Weiße Ring strukturierte die Beratungen um

Die Hauptverhandlung kann dann wohl im Mai oder Juni eröffnet werden. Für den Weißen Ring in Bund und Land hatte der Skandal weitreichende Folgen. Zwar haben sich die Beratungszahlen in Lübeck und landesweit stabilisiert, erläuterte Landeschefin Manuela Söller-Winkler kürzlich bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2018. Richterinnen und Richter aber würden dem Verein jetzt deutlich seltener Einnahmen aus Bußgeldern zusprechen. Man müsse und wolle auch dort jetzt wieder für Vertrauen werben.

In Beratungen des Weißen Rings gilt seither das Sechs-Augen-Prinzip. Mindestens zwei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen jetzt jeweils dabei sein, oder der oder die Hilfesuchende bringt eine Vertrauensperson mit zu dem Gespräch, heißt es.

Hier lesen Sie alle Berichte zum Skandal um den Weißen Ring.

Wolfram Hammer

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