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Norddeutschland Skoliose-Operation: Spenden sollen Dianas Leben retten
Nachrichten Norddeutschland Skoliose-Operation: Spenden sollen Dianas Leben retten
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17:33 13.06.2019
Diana Ruban wurde in der Schön-Klinik in Hamburg-Eilbek von der Nuklearmedizinerin Christina Klene untersucht. Quelle: Pryvit (HFR)
Neustadt/Groß Hansdorf

 Diana Ruban fürchtet um ihr Leben. Die 17-Jährige hat eine starke Skoliose. Ihre Wirbelsäule ist so stark verdreht, dass sie nur noch etwa 25 Prozent ihres Lungenvolumens hat. „Ohne Operation beträgt ihre Lebenszeit noch zehn bis 15 Jahre“, sagt Regine Fiebig. Die Vorsitzende des Vereins Pryvit – Hilfe für Tschernobyl-Kinder will Diana Ruban unterstützen. Eine Spendenaktion läuft. Benötigt werden noch etwa 20 000 Euro.

Sechs Stunden OP mit viel Personal

Am 28. Oktober dieses Jahres soll die junge Frau aus der Ukraine in der Neustädter Schön-Klinik operiert werden. Professor Dr. Henry Halm, Chefarzt für Wirbelsäulenchirurgie und Skoliosezentrum, rechnet mit einem bis zu sechsstündigen Eingriff. Außer ihm werden ein Anästhesist, ein Anästhesiepfleger, zwei OP-Schwestern, ein weiterer Operateur sowie ein Assistenzarzt dabei sein. „Zu achten ist in erster Linie darauf, bei der bestmöglichen Korrektur eine Primär- und Langzeitstabilität zu erreichen sowie neurologischen Komplikationen zu verhindern“, erläutert Halm. Eine Skoliose selbst könne ohne Behandlung zu starken Schmerzen, Luftnot, Lungenbeeinträchtigungen und Herzversagen führen.

Spenden für Diana Ruban

Wer die Operation von Diana Ruban mit ermöglichen möchte, kann eine Spende auf folgendes Konto des Vereins Pryvit – Hilfe für Tschernobyl-Kinder überweisen: Hamburger Sparkasse, IBAN DE 16 2005 0550 1241 1508 28, BIC HASPDEHHXXX, Stichwort: Diana Ruban

Diana Ruban könnte ersticken

„Ihr größter Wunsch ist eine Operation der Wirbelsäule, unbehandelt droht sie ihr eines Tages Herz und Lunge einzuquetschen“, erläutert Wulf Garde vom Vorstand des Vereines Pryvit. Eben dieser kümmert sich seit 2011 um Kinder aus der Tschernobyl-Region und lädt jeden Sommer rund 20 Kinder nach Großhansdorf ein, wo sie ein paar unbeschwerte Wochen im Schullandheim Erlenried verbringen.

Diana Ruban war im Sommer 2018 zu Gast und befindet sich seit Ende Februar dieses Jahres erneut in Deutschland. Der Grund für die zweite Reise in den Norden Deutschlands waren Voruntersuchungen für eine mögliche Operation. Laut Regine Fiebig sei der jungen Frau bewusst, dass sie im schlimmsten Fall nach der Operation querschnittsgelähmt sein könnte. Dennoch: „Sie schaut sehr optimistisch in die Zukunft und möchte Informatik studieren“, sagt Fiebig aus.

Das ist Skoliose

Es gibt zwei Arten von Skoliosen:Laut Astrid Reining, Referentin Unternehmenskommunikation der Schön-Klinik, stellt die sogenannte idiopathische Form die häufigste dar. „Sie entsteht im Kindes- und Jugendalter und schreitet in der Regel während der Pubertät fort, ihre Ursache ist nicht bekannt. Zudem gibt es die Skoliose aufgrund einer bekannten Grunderkrankung. Dazu gehören zum Beispiel angeborene Fehlbildungen der Wirbel sowie Erkrankungen von Muskeln oder Nerven. Auch Erkrankungen des Bindegewebes oder des Stoffwechsels können eine Rolle spielen.“

Ärzte verzichten auf Honorar

Ob die 17-Jährige irgendwann ein unbeschwertes Leben wird führen können, ist völlig offen. Sollte die OP ohne Komplikationen gelingen, steht ihr ein zweiwöchiger Krankenhausaufenthalt bevor. Die Kosten hierfür belaufen sich auf rund 30 000 Euro. Das Geld wird unter anderem für den Aufenthalt in der Neustädter Schön-Klinik und für die medizinisch notwendige Rehabilitation benötigt. Die beiden Ärzte wollen auf ihr Honorar verzichten. Bislang wurde etwa ein Drittel des Betrags gespendet.

In Neustadt werden nach Angaben der Klinik pro Jahr etwa 400 Skoliose-Fälle behandelt. „Damit ist diese Klinik eines der größten Spezialzentren zur Behandlung von Skoliosen in Deutschland“, sagt Chefarzt Henry Halm. Die Patienten kommen aus Deutschland, Europa und sogar aus dem Nahen und Mittleren Osten.

Einfluss der Atomkatastrophe ist unklar

Warum Diana Ruban eine Skoliose entwickelt hat, ist unklar. „Bereits in frühen Jahren hätte sie ein Korsett tragen müssen“, berichtet Wulf Garde. Ob ihre Krankheit eine Spätfolge der Explosion des Atomreaktors im Jahr 1986 ist, kann man nicht mit Sicherheit sagen.

Das macht der Verein Pryvit

Die Mitglieder vom Verein Pryvit – Hilfe für Tschernobyl-Kinder laden einmal im Jahr bis zu 20 Kinder aus der Ukraine nach Großhansdorf (Kreis Stormarn) ein. Sie organisieren und finanzieren das Programm für den Urlaub über Spenden. Meist im Februar reist eine Delegation in die Ukraine, um dort persönlich zu entscheiden, welche Kinder die Hilfe am nötigsten brauchen. Maßstäbe sind hier die gesundheitliche Verfassung und die sozialen Lebensumstände.

Die Kinder kommen aus ärmsten Verhältnissen und ihre Familien können sich kaum gesundes Essen leisten. Sie ernähren sich vor allem aus dem Eigenanbau – das bedeutet, was an diesem Ort die Existenz der Menschen sichert, ist radioaktiv verseucht. Viele der Kinder haben durch die Reaktorkatastrophe ihre Angehörigen verloren. Sie leben in verschiedenen Dörfern in der sogenannten 2. Zone. Diese Zone umfasst Gebiete, deren Boden durch Radioaktivität stark kontaminiert ist. Der Verein hat die Erholungsreise und auch mehrere Arztbesuche in Stormarn organisiert. Begleitet werden die Kinder von einer Lehrerin, einem Arzt und Studenten, die als Dolmetscher eingesetzt sind.

Neben Bürgermeister Janhinnerk Voß und der Freiwilligen Feuerwehr unterstützen viele Großhansdorfer Geschäftsleute, die Parkklinik Manhagen sowie der Lions-Club den Verein. Die Kinder sind im Schullandheim Erlenried untergebracht.

Der Verein Pryvit – Hilfe für Tschernobyl-Kinder wurde 2018 mit dem Ehrenamtspreis der Bürgerstiftung Region Ahrensburg ausgezeichnet.

Sebastian Rosenkötter und Peter Wüst

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