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Norddeutschland Die Geheimnisse der tierischen Stars am Kalkberg
Nachrichten Norddeutschland Die Geheimnisse der tierischen Stars am Kalkberg
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07:00 26.08.2019
Ein Herz und eine Seele: Stinktier „Fritzi“ und Tiertrainer Burkhard Hölscher. Quelle: Sven Wehde
Bad Segeberg

Sie sind die heimlichen Stars bei den Karl-May-Spielen am Kalkberg: die Tiere. Natürlich gibt es Pferde, aber auch Ziegen, Schafe, Hühner, einen Geier, einen Adler und dieses Jahr sogar ein Stinktier. Es ist ein kunterbuntes Tierensemble, und wer hinter den Kulissen am Kalkberg umherwandert, trifft immer wieder auf Ställe und Tiergehege.

Den größten Platz nehmen natürlich die Pferde ein. „Wir haben 20 eigene Pferde der Kalkberg GmbH und fünf Pferde der Stuntleute“, erklärt Sylvia Kassel, die Pferdefachfrau am Kalkberg. Die Tiere stehen aber nicht die ganze Zeit in den Stallanlagen. Von Montag bis Mittwoch haben sie frei und erholen sich auf der Weide. „Und außerhalb der Saison sind sie auf einem Pferdehof in Groß Rönnau untergebracht“, erzählt Kassel.

Ziegen und Stinktiere aus der Filmtierschule

Die anderen Tiere sind nur während der Saison zu Gast. So kommen der Adler und der Geier, die in der aktuellen Aufführung „Unter Geiern – der Sohn des Bärenjägers“ eine wichtige Rolle spielen, von der Greifvogelstation Hellenthal in Nordrhein-Westfalen. Die Filmtierschule Sickte kümmert sich um die anderen Tiere und bringt jedes Jahr mit, was das Drehbuch erfordert. Dieses Jahr hatte Filmtiertrainer Burkhard Hölscher aber eine ganz besondere Herausforderung zu bewältigen, denn für die Aufführung brauchte die Kalkberg GmbH ein zahmes Stinktier. „Wir haben 250 Tiere, aber einen Skunk hatten wir noch nicht“, erzählt Hölscher. Fündig wurde er schließlich bei einem Züchter in Holland. Stinktier „Fritzi“ ist also eigentlich Niederländer. Und wo wir gerade beim Lüften von Geheimnissen sind: ,Fritzi’ ist auch nicht allein. Er hat ein Double, nämlich ,Bruno’. Der konnte es sich aber bisher in seinem Stall gemütlich machen, denn bisher hat ,Fritzi’ seine Auftritte ganz allein gemeistert.

Tier-Steckbrief: Lernen Sie die Stars am Kalkberg richtig kennen

Quelle: Sven Wehde

Name: ,Django’, einfach nur ,Django’

Art/Rasse: Weißrückengeier

Alter: neun Jahre, also ein echter Jungspund, denn Geier können in Tierhaltung 80 bis 90 Jahre alt werden

Rolle:„Django“ fliegt im Hintergrund mal eben durch... aber diese Kurzbeschreibung wird seiner Bedeutung nicht gerecht, denn schließlich heißt das Stück „Unter Geiern“. Außerdem ist „Django“ im Stück der Vorbote des Todes und verkündet Unheil. Vielleicht guckt er deshalb immer so grimmig...

Status:Bösewicht. Wenn ,Django’ hinter den Kulissen seine 2,30 Meter Spannweite zeigt und den Hals reckt, hatten am Anfang sogar die Pferde Angst, und die erschrecken sonst nicht mal Explosionen

Lieblingsessen: Achtung, empfindliche Menschen lesen bitte nicht weiter: „Django“ findet Küken und Wachteln ziemlich appetitlich. Böser Junge...

Stärken: Der Geier ist tiefenentspannt, ihn erschrecken weder Pyrotechnik noch Pferde.

Schwächen: ,Django’ will manchmal früher losfliegen, als er darf. Aber das ist ja eigentlich auch eine Stärke. „,Django’ ist eben sehr motiviert“, sagt Stephanie Laarmann (25) von der Greifvogelstation Hellenthal.

Show-Höhepunkt 2019: Es war nass, die Flügel schwer vom Regen und der Flugweg weit, da ist „Django“ lieber auf der Vulkan-Kulisse „zwischengelandet“.

Kein Winnetou ohne Iltschi, der eigentlich „Oro“ heißt und von Sylvia Kassel betreut wird. Quelle: Sven Wehde

Name: „Oro“ alias „Iltschi“, Winnetous berühmter Rappe. Iltschi bedeutet übrigens Wind.

Art/Rasse: Spanier

Alter: neun Jahre, was noch kein Alter ist. Da sind noch mindestens zehn Jahre am Kalkberg drin.

Rolle: „Oro“ hat die Hauptrolle unter den tierischen Stars, sein wichtigster Auftritt ist der Galopp durch den Mittelgang, mitten im Publikum.

Status: Der Rappe ist erst im zweiten Jahr dabei, aber schon jetzt ein echter Showstar – und er liebt volle Tribünen und den Applaus. „Er hat eine tolle Ausstrahlung und kennt seinen Job“, sagt Pferdefachfrau Sylvia Kassel (52), „wenn er eine Kamera sieht, galoppiert er darauf zu.“

Lieblingsessen: Äpfel, Karotten – und alles andere auch

Stärke: „Er ist sehr aufmerksam und bildet eine richtige Einheit mit Alexander Klaws“, lobt Kassel.

Schwächen:Der Schauspieler darf während der Show keine Leckerlis in der Tasche haben. „Sonst zieht ,Oro’ Winnetou mitten im Stück das Kostüm aus, weil er an das Futter möchte“, erzählt Kassel lachend. Deshalb gibt es die Belohnung immer nach dem Auftritt.

Show-Höhepunkt 2019: ,Oro’ ist Perfektionist und jeder seiner Auftritte ein Höhepunkt, vor allem wenn Winnetou zu Beginn der Show zur berühmten Melodie auf ihm einreiten darf.

Quelle: Sven Wehde

Name: ,Mali’ alias ,Ko-Inta

Art/Rasse: Afrikanischer Schrei-Seeadler, und das beweist er auch alle paar Minuten „Aaaaaaaahhh“

Alter: elf Jahre

Rolle: Immer wenn Winnetou mal nicht so recht weiter weiß, kommt Manitous heiliger Vogel „Ko-Inta“, das Feuerauge, herbei geschwebt.

Status: Alter Hase oder heißt es dann Alter Vogel? ,Mali’ ist jedenfalls schon seit vier Jahren dabei.

Lieblingsessen: Hauptsache Fleisch. Oder Fisch! „Mit Gemüse muss ich ihr nicht kommen“, sagt Falkner Jan Kossin.(17)

Stärken: ,Mali’ fliegt einfach toll, majestätisch gleitet sie knapp über den Köpfen des Publikums hinweg.

Schwächen: Gegessen wird in Ruhe. Als Seeadler ist ,Mali’ es gewohnt, sein Futter gut zu zerzupfen, wegen der Gräten im Fisch. Dabei kann schon mal etwas Zeit vergehen. Winnetou hat deshalb immer bereits „Geschnetzeltes“ in der Hand, damit der Adler auch rechtzeitig wieder abhebt, wenn das Stück weiter geht.

Show-Höhepunkt 2019: ,Ko-Inta’ klettert bei einer Vorstellung auf Winnetous Kopf. Nur gut, dass die Perücke so fest saß. „Das war aber nicht böse gemeint, es war windig und ,Mali’ hat sich für den Start den höchsten Punkt gesucht, und das war eben Alexander Klaws Kopf...“, erklärt Kossin.

Quelle: Sven Wehde

Name: „Fritzi“ alias „Skunki“

Art/Rasse:Streifenskunk, besser bekannt als: Stinktier

Alter: eineinhalb, aber damit schon ausgewachsen, Skunks werden schließlich auch nur um die neun Jahre alt.

Rolle: Er läuft über die Brüstung und kuschelt auf den Armen der Schauspieler – und er vertreibt die Bösen mit monströsen „Pupsen“. Und das alles ohne Stuntdouble. Nur wenn er in den Schornstein abgelassen werden soll, lässt er lieber einem Stofftier den Vortritt.

Status: Gaststar, ein Stinktier gab es bei Karl May noch nie. Was Eddi Arent für die Filme und Patrick L. Schmitz alias Antonio Ventevaglio für das aktuelle Stück ist, ist „Fritzi“ bei den tierischen Stars: der Spaßmacher.

Lieblingsessen: Früchteteller „Pfirsich Melone“ und rohe Eier. „Die verstecke ich ihm wie an Ostern“, verrät Tiertrainer Burkhard Hölscher.

Stärken: „Fritzi“ ist besonders brav und ruhig, nahezu gelassen. Er macht aber als „Rampensau“ trotzdem alles mit.

Schwächen:Schauen Sie in das niedliche Gesicht ... „Fritzi“ hat selbstverständlich keine Schwächen

Show-Höhepunkt 2019: Als „Fritzi“ über die Umrandung läuft, kommt ein verspäteter Besucher plötzlich die Treppe runter. Das war ,Fritzi’ dann doch etwas unheimlich und er hebt den Schwanz und droht mit den Stinkerdrüsen. Das Publikum hat sich köstlich amüsiert – und der Besucher sich keinen Schritt weiter getraut.

Quelle: Sven Wehde

Name:,Artax’

Art/Rasse: Schweizer Pfauenziege, die bedrohte Haustierrasse hieß eigentlich mal Pfaffenziege, aber durch einen Schreibfehler wurde dann irgendwann Pfauenziege daraus. Klingt ja auch irgendwie schöner.

Alter: sechs Jahre

Rolle: ,Artax’ bereichert die Marktszene mit seiner stattlichen Schönheit

Status: erfahrener Statist, denn der kastrierte Ziegenbock durfte im vergangenen Jahr schon den Siedlertreck begleiten.

Lieblingsessen: Brötchen, Karotten, Bananen

Stärken:„Artax“ mag Menschen und geht überall mit hin, er ist sehr nervenstark und hat auch schon mal in einem Zug gedreht

Schwächen: Er ist sehr gierig, alles was zwischen dem Bock und seinem Futter steht, wird aus dem Weg geräumt...

Show-Höhepunkt 2019: Kommt noch, denn irgendwann möchte Tiertrainer Hölscher mit der Bergziege auf den Kalkberg steigen

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Autor: Wie antisemitisch war Karl May?

Von Sven Wehde

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