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Nachrichten Norddeutschland Die „Peking“ kommt auf den Hamburger Grasbrook
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16:41 28.05.2019
Das Museumsschiff „Peking“ vor dem Stör-Sperrwerk: Derzeit wird es auch der Werft instand gesetzt. Quelle: Christian Charisius/dpa
Hamburg

„Die Errichtung des Deutschen Hafenmuseums samt der Rückholung und Restaurierung der Viermastbark „Peking“ ist eines der herausragenden Museumsprojekte in Deutschland, das schon heute internationale Aufmerksamkeit erhält“, sagte am Dienstag Kultursenator Carsten Brosda (SPD). Außerdem soll das bereits existierende Hamburger Hafenmuseum „Schuppen 50A“ als Außenstelle weiterentwickelt werden. Der Bund hat für das Projekt insgesamt 120 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Aufwendige Standortentscheidung

Für die Standortentscheidung hatte die Stiftung Historische Museen Hamburg in enger Abstimmung mit der Stadtentwicklungsbehörde, der Hamburg Port Authority (HPA) sowie der HafenCity Hamburg GmbH verschiedene Vorstudien in Auftrag gegeben. Angesichts der Gefahrenlage durch umliegende Unternehmen habe das neue Museum nicht in das bestehende Hafenmuseum integriert werden können, sagte Brosda. Ein möglicher Standort an den Landungsbrücken wurde von den Experten ausgeschlossen, da das Grundstück zu klein sei. Auch ein weiterer möglicher Standort am Baakenhöft sei nicht groß genug gewesen.

Hafenmuseum als Zentrum eines neuen Stadtteils

„Das Deutsche Hafenmuseum ist eine große Chance, Geschichten zu erzählen, die wir so noch nicht in Hamburg erzählen“, sagte Brosda. Neben der Historie des Hafens sollen in dem neuen Museum auch auf die Themen eines modernen Hafens und die Probleme der Globalisierung aufmerksam gemacht werden. Auf dem Areal des ehemaligen Überseezentrums auf dem Grasbrook südwestlich der Elbbrücken soll ein Wohn- und Gewerbegebiet entstehen – dort war geplant, das olympische Dorf zu bauen. Das Hafenmuseum könne zum Symbol, Motor und kulturellen Zentrums des neuen Stadtteils werden. Die Voraussetzungen für den Baubeginn will die Hafencity GmbH bis 2023 schaffen. 2025 könne das Museum dann fertig sein.

Schuppen 50A wird Außenstelle

Aufgrund seiner großen hafengeschichtlichen Bedeutung als letzte noch erhaltene Umschlagsanlage aus der Kaiserzeit soll der „Schuppen 50A“ zusammen mit der bestehenden Museumsflotte künftig als Außenstelle in das Deutsche Hafenmuseum integriert werden. Ziel sei es, den Schuppen mit seinen historischen Schuten sowie dem Schutendampfsauger „Sauger IV“ von 1909 und dem Schwimm-Dampfkran „Saatsee“ von 1917 künftig ganzjährig zu betreiben. Die beiden Standorte sollen dann mit einem Barkassenbetrieb verbunden werden.

Sanierung der „Peking“ soll im Mai 2020 abgeschlossen sein

Nach einer Kostensteigerung von 26 auf 35 Millionen Euro mache die Restaurierung der Viermastbark „Peking“ in der Peters Werft in Wewelsfleth (Kreis Steinburg) gute Fortschritte. „Wir gehen davon aus, dass das Schiff im Mai 2020 fertig ist und dann in den Hafen gebracht werden kann“, sagte Brosda. Für den Abschluss des Innenausbaus werde das Schiff voraussichtlich in den Hansahafen gebracht. Vielleicht könne die „Peking“ dann zu bestimmten Zeiten besichtigt werden. Noch werde geprüft, ob das Schiff bis zur Eröffnung des neuen Museums auch an einem anderen Ort festmachen könne. „Der Sandtorhafen ist eine schöne Idee, aber wir wissen noch nicht, ob die Hafentiefe dort ausreicht“, sagte Brosda.

Die „Peking“, 1911 bei Blohm+Voss vom Stapel gelaufen, gehört mit der „Pommern“, der „Passat“ und der „Kruzenshtern“ zu den legendären „Flying P-Linern“ der Hamburger Reederei F. Laeisz.

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dpa/LN