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Norddeutschland Digitale Krankschreibung löst gelbe Zettel ab
Nachrichten Norddeutschland Digitale Krankschreibung löst gelbe Zettel ab
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15:15 09.07.2019
Ab 2021 fällt in einem ersten Schritt der gelbe Zettel für die Krankenkassen weg. Ziel ist es, dass das gesamte Verfahren digital wird. Quelle: dpa
Lübeck

Der gelbe Zettel wird digital. Dabei übermittelt der Arzt die Daten elektronisch an die Krankenkassen. Bislang mussten die Mediziner die Zettel dreifach ausstellen: für den Arbeitgeber, die Krankenkasse und die Patienten. Der Zettel für die Krankenkassen soll ab 2021 in allen Praxen wegfallen. Laut einer Schätzung der Techniker Krankenkasse (TK) kommen bislang jährlich 230 Millionen Scheine zusammen.

Modellprojekt seit 2017

In Schleswig-Holstein läuft seit September 2017 ein Modellversuch zur digitalen Krankschreibung. Sowohl die Barmer als auch die TK haben am Dienstag eine positive Zwischenbilanz gezogen. Bei der TK ist kürzlich die 100 000. Krankschreibung auf diesem Weg eingegangen. Bei der Barmer sind allein im Juni 1500 Bescheinigungen digital übermittelt worden. Nach Angaben der TK beteiligen sich in Schleswig-Holstein 479 Ärzte an dem Pilotprojekt. Auch in Hamburg und Nordrhein-Westfalen laufen inzwischen Tests.

Positive Erfahrungen der Kassen

„Die digitale Übermittlung reduziert die Fehlerquote bei der bisherigen Datenerfassung und hilft, Kosten zu sparen“, erläutert Schleswig-Holsteins Barmer-Landesgeschäftsführer Bernd Hillebrandt. „Das Projekt ist ein gutes Beispiel für echte Vereinfachung und Beschleunigung durch die Möglichkeiten der Digitalisierung“, sagt auch Sören Schmidt-Bodenstein, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein.

Übermittlung an Arbeitgeber erst später

Ziel der Kassen ist es, dass auch die Übermittlung an den Arbeitgeber künftig digital erfolgt. „Das testen wir bereits seit Juli 2018 mit dem Arbeitgeber UKSH und unseren eigenen Mitarbeitern“, sagt Jana Walther, Sprecherin der TK in Schleswig-Holstein. Für die Digitalisierung der gesamtem Krankschreibung fehle aber ein gesetzlicher Rahmen. Bislang gehe das nur mit umfangreichen Einzelvereinbarungen zwischen Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Krankenkasse. „Wir fordern den Gesetzgeber auf, entsprechende Voraussetzungen zu schaffen“, sagt Sören Schmidt-Bodenstein.

Auch die Barmer mahnt an, dass dieser Schritt kommen muss: „Technisch bestehen bereits Datenaustauschverfahren, in die das Verfahren integriert werden kann“, sagt Hillebrandt.

UKSH lobt Verfahren

Das UKSH ist sehr angetan von den bisherigen Erfahrungen. „Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung passt hervorragend in die digitale Agenda des UKSH. Unser Ziel ist das tastaturlose Krankenhaus und die Befreiung aller Mitarbeiter und Patienten von überflüssiger Bürokratie“, sagt Vorstandschef Jens Scholz.

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Helge von Schwartz

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