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Norddeutschland Digitalfunk: Pannen bei der Planung
Nachrichten Norddeutschland Digitalfunk: Pannen bei der Planung
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22:15 26.11.2013
Kiel

Während Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste in Hamburg schon digital vernetzt sind, hinkt Schleswig-Holstein noch immer meilenweit hinterher. Bislang läuft der Digitalfunk im Norden weiter nur im Probebetrieb, das alte analoge Netz besteht weiterhin als Notfallebene. Das Landespolizeiamt (LPA) in Kiel nennt zwar vage „2014“ als endgültiges Datum für den Echtbetrieb des Digitalnetzes. Wann aber auch alle anderen Rettungsdienste an das Netz angebunden sein werden, steht weiter in den Sternen.

Woran es im Einzelnen gelegen hat, dass sich Schleswig-Holstein mit der Umstellung von analog auf digital so schwer tut, darüber gibt es verschiedene Meinungen. Laut LPA-Sprecher Lothar Gahrmann handele es sich schlicht um ein „hochkomplexes Unterfangen“, die vier Regionalleitstellen in Schleswig-Holstein an das Digitalfunknetz anzubinden. Zudem hätten auch planungsrechtliche Probleme zu Verzögerungen geführt. In einigen Gemeinden sei viel Überzeugungsarbeit notwendig gewesen, um die Errichtung von Funkmasten durchzusetzen.

Der Bund der Steuerzahler wirft der Landesregierung dagegen fehlerhafte Planung vor. „Der Aufwand wurde von Anfang an unterschätzt, Kosten und Personal viel zu niedrig angesetzt“, kritisiert Geschäftsführer Rainer Kersten. Die Probleme beschränken sich aber nicht auf die Funktechnik allein. Nach Angaben von Polizeigewerkschaftler Jörn Löwenstrom litten die Beamten der Regionalleitstelle Lübeck unter schlechter Raumluft, klagten unter anderem über brennende Augen. „Die Klimatechnik ist dort nie auf die Menschen, sondern nur auf die Geräte ausgelegt gewesen“, kritisiert der GdP-Vorsitzende. Immerhin: Auch dafür will das Land 2014 Geld bereitstellen und Abhilfe schaffen. Simone Lange, Polizeiexpertin der SPD, nannte die jetzt erforderlichen knapp elf Millionen Euro Haushaltsmittel zwar notwendig, mahnt aber zugleich auch ein solideres Projektmanagement für die Zukunft an. Lange: „Man muss zumindest die Frage stellen, ob die Landespolizei wirklich mit der nötigen Expertise ausgestattet war, um dieses Großprojekt stemmen zu können.“ Oliver Vogt

LN

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