Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Digitalradio DAB+ soll 2020 durchstarten
Nachrichten Norddeutschland Digitalradio DAB+ soll 2020 durchstarten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 25.11.2019
Via DAB+ sind deutlich mehr Programme zu hören als mit dem herkömmlichen UKW. Quelle: Jörg Carstensen/dpa
Lübeck

„So klar, als wär’ ich da“ – mit diesem Slogan wirbt das Digitalradio DAB+ für seinen guten Klang. Doch allzuviele Hörer konnten sich bislang noch nicht zum Abschied von UKW und zum Umstieg aufs Digitalradio durchringen. Nur knapp 24 Prozent der Radiohörer in Deutschland können DAB+ überhaupt nutzen, weil sie ein passendes, modernes Radiogerät haben.In Schleswig-Holstein sind es laut einem Bericht der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH) sogar noch weniger (19 Prozent). Und besitzen heißt nicht benutzen: Nicht einmal jeder Zwanzigste im Norden hört bevorzugt über DAB+ Radio. Im Vergleich: 77,3 Prozent schalten am liebsten klassisch UKW ein.

Mehr Programme, kein Rauschen

Dabei bietet das Digitalradio viele Vorteile: Die Programmauswahl ist deutlich größer, es gibt kein Rauschen. Und über ein Display können Zusatzinformationen wie Wetterbericht oder Nachrichten verbreitet werden. Warum DAB+ bislang trotzdem nicht den großen Durchbruch im Norden geschafft hat, liegt nach Einschätzung der Medienanstalt daran, dass die landesweiten und regionalen Privatsender – allen voran Marktführer Radio Schleswig-Holstein (R.SH) – bislang (fast) nicht über DAB+ empfangen werden können. Eine Ausnahme ist Hamburg, wo RSH und Antenne Sylt digital ausgestrahlt werden. Im Raum Lübeck sind derzeit 21 Programme zu hören. Dazu zählen der NDR, Deutschlandfunk sowie überregionale Private, zum Beispiel Klassik Radio oder Energy (hier die Liste der Sender).

R.SH sendet ab März via DAB+

Im kommenden Jahr sollen auch Nord-Privatsender durch einen Modellversuch des Landes ins Boot geholt werden. Dieser umfasst die Regionen Lübeck und Kiel, ist auf drei Jahre angelegt und soll wissenschaftlich begleitet werden. Alle Details stehen noch nicht fest, klar ist jedoch, dass R.SH über DAB+ zu empfangen sein wird. „Der Start ist für die zweite Märzhälfte 2020 vorgesehen“, erläutert MA-HSH-Sprecherin Simone Bielfeld. Technisch wird R.SH zusammen mit den NDR-Programmen verbreitet. „Wir freuen uns, ab dann den Schleswig-Holsteinern R.SH auch in DAB+-Qualität anbieten zu können“, sagt Regiocast-Geschäftsführer Dirk van Loh. Unter dem Dach von Regiocast funken unter anderem R.SH, delta radio und Radio Bob!.

Bis zu zehn Programme mehr in Lübeck

R.SH soll nicht der einzige Privatsender bleiben, der im Norden zusätzlich zu hören sein wird. Die MA HSH hat sich für den Modellversuch die Firma Media Broadcast ins Boot geholt. Diese wird die Ausstrahlung weiterer Radiosender organisieren. „Wie viele Programme verbreitet werden, steht noch nicht endgültig fest, da Media Broadcast derzeit noch die Verträge mit den interessierten Programmveranstaltern aushandelt“, sagt Bielfeld. Für Lübeck rechnet sie mit acht bis zehn zusätzlichen Programmen. Los geht es in Lübeck im Januar, in Kiel im März.

Laut Regiocast-Chef van Loh nutze inzwischen eine ausreichend hohe Zahl an Menschen DAB+, zum Beispiel im Auto, weshalb die Ausschreibung für den Modellversuch sinnvoll sei. „Wir erwarten uns aber keinen weiteren Hörerzuwachs“, sagt von Loh. Schließlich seien das R.SH-Programm und das Verbreitungsgebiet identisch mit UKW.

Privatsender zahlen doppelt

Regiocast will bei dem Modellversuch, der bis Ende 2022 läuft, beobachten, ob die Akzeptanz für DAB+ nennenswert steigt. „Man muss bedenken: Ein solches Projekt muss sich ja refinanzieren“, sagt van Loh. Während der NDR für DAB+ zusätzlich Gebühren bekomme, hätten R.SH und Co. zusätzliche Kosten, aber keine zusätzlichen Werbeeinnahmen. Trotzdem sei es nicht auszuschließen, dass auch weitere Regiocast-Programme in Zukunft via DAB+ zu hören sein werden.

Die MA HSH hofft, dass es in Schleswig-Holstein nicht beim Modellversuch bleibt: „Grundsätzlich ist das Ziel, nach dessen Ablauf in einen Regelbetrieb überzugehen.“

Lesen Sie auch:

Noch nicht flächendeckend

Seit 2011 gibt es DAB+ (Digital Audio Broadcasting) in Deutschland. Allerdings ist es noch nicht flächendeckend vertreten. In Schleswig-Holstein werden die Regionen Lübeck, Kiel, Heide und Flensburg versorgt. Im Süden des Landes sind die Programme aus Hamburg via DAB+ zu hören. Das Digitalradio ist für den Hörer kostenlos und – wie UKW – mit einer ganz normalen Radioantenne zu empfangen. Notwendig ist allerdings ein modernes, für den Digitalempfang geeignetes Radiogerät.

Von Helge von Schwartz

Das alte Familiengrab ist out – Bestattungen im Ruhewald oder auf der grünen Wiese nehmen in Schleswig-Holstein zu. Die Folge: Klassische Friedhöfe haben mehr und mehr Freiflächen.

24.11.2019

In mehreren Rundschreiben sind Eltern in Hamburg vor einem Unbekannten gewarnt worden, der mehrere Schulkinder angesprochen und bedrängt haben soll. Die Polizei ermittelt, hält sich aber bedeckt.

24.11.2019

Marianne Kolter bleibt Landesvorsitzende der Linken in Schleswig-Holstein. Sie hatte keinen Gegenkandidaten – bekam auf einem Landesparteitag in Lübeck aber nur 52 von 80 Stimmen.

24.11.2019