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Norddeutschland Dioxin in der Dorschleber: Minister warnen vor Verzehr
Nachrichten Norddeutschland Dioxin in der Dorschleber: Minister warnen vor Verzehr
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21:10 06.02.2013
Schwerin

Die Leber des Ostseedorschs ist so stark mit Giften belastet, dass sie nicht mehr gegessen werden sollte. Das gab das Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern gestern in Schwerin bekannt. Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) schloss sich der Warnung an.

Untersuchungen von 21 Dorschleberproben aus der Ostsee auf Dioxine, Furane und die organischen Chlorverbindungen PCB hätten ergeben, dass die in der EU festgelegten Höchstgehalte in allen Fällen überschritten wurden. Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) sagte, alle fischverarbeitenden Betriebe, Handel und Verbände im Land seien darüber informiert.

Backhaus warnte auch Angler und Fischer: „Konsumieren Sie die Dorschleber aus Ihrem Fang in der Ostsee nicht!“

Inzwischen sei amtlich geregelt, dass keine Dorschleber aus der Ostsee in den Verkauf gelange. Im Handel sei aber Dorschleber aus dem Atlantik, deren Werte unbedenklich seien. Bereits seit fünf Jahren verarbeitet die Firma „Rügenfisch“ in Sassnitz keine Dorschleber aus der Ostsee mehr. „Damals wollten wir das Risiko einer möglichen Grenzwertüberschreitung durch Umweltgifte wie Dioxin nicht eingehen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Klaus Peper. Mit den Werten, die im Labor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei ermittelt wurden, wird laut Ministerium die für den Menschen tolerierbare Menge bei einem einmaligen Verzehr von 200 Gramm Dorschleber für etwa 48 Wochen voll ausgeschöpft.

Dorschfleisch gilt dagegen als unbedenklich. Der Dorsch ist ein Magerfisch, dessen Fleisch nach den Untersuchungsergebnissen gering belastet ist.

Der Mensch nimmt Dioxine und Furane vor allem über fetthaltige, tierische Lebensmittel auf. Die Substanzen reichern sich im Körperfett — vor allem in der Leber — an und werden nur sehr langsam wieder ausgeschieden. Sie stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Außerdem kann bei Schwangeren und jungen Müttern der Weg der Dioxine über die Plazenta und die Muttermilch ein Risiko für die Gesundheit der Kinder sein. Die Umweltgifte Dioxin und PCB werden hauptsächlich bei Verbrennungsprozessen in der Industrie freigesetzt. Sie sind auch als Altlasten in Böden und Oberflächengewässern vorhanden und gelangen so in die Nahrungskette.

Das Landwirtschaftsministerium in Kiel schloss sich der Warnung aus Schwerin gestern an. In Schleswig-Holstein habe die Verarbeitung von Ostseedorschleber zwar eine untergeordnete Bedeutung, betonte eine Sprecherin. Nach den Erkenntnissen aus Mecklenburg- Vorpommern sei es jedoch geboten, vor dem Verzehr zu warnen. Betroffen können insbesondere Hobby-Angler sein, die für den Eigenbedarf fangen, oder Fischer, die Dorschleber vor Ort verkaufen.

LN

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