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Norddeutschland „Donnerstagsräuber“ bekommt mehr als zwölf Jahre Haft und Sicherungsverwahrung
Nachrichten Norddeutschland „Donnerstagsräuber“ bekommt mehr als zwölf Jahre Haft und Sicherungsverwahrung
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15:16 07.10.2019
Die Taten hatte der redefreudige 71-Jährige während des Prozesses gestanden, eine Tötungsabsicht aber bestritten. Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa
Hamburg/Kiel

Dass er lange im Gefängnis sitzen würde, war dem betagten Serienbankräuber immer klar. „Ich komm' hier sowieso nie wieder raus“, sagt er während des Prozesses in Hamburg immer wieder. Nun hat die Strafkammer seine Annahme mit ihrem Urteil bestätigt: Zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilte ihn das Landgericht Hamburg und ordnete Sicherungsverwahrung für den Angeklagten an.

Der Mann hatte etwa 25.000 Euro erbeutet

„Das war versuchter Mord aus Habgier und zur Ermöglichung einer Straftat“, sagte die Vorsitzende Richterin Birgit Woitas zur Urteilsbegründung. „Wir sagen nicht, dass es Ihre Absicht war, diesen Mann auf jeden Fall zu töten. Aber Sie haben geschossen und in seine Richtung gezielt“, sagte sie zu dem Angeklagten. Damit habe er in Kauf genommen, dass er den Mann treffen und töten könnte.

Der zuletzt in Kiel-Suchsdorf wohnende Deutsche war unter anderem wegen schwerer räuberischer Erpressung und versuchten Mordes angeklagt. Er hatte zwischen 2011 und 2019 drei Hamburger Sparkassenfilialen überfallen und dabei etwa 25.000 Euro erbeutet. Bei einem seiner Raubzüge hatte er auf einen Bankmitarbeiter geschossen und ihn im Bauch getroffen. Der Mann überlebte nur dank einer Notoperation.

Sein letztes Wort auf fünf Tage ausgedehnt

Die Taten hatte der redefreudige und rüstige 71-Jährige während des Prozesses gestanden, eine Tötungsabsicht aber bestritten. Nachdem er sein letztes Wort auf fünf Tage ausgedehnt und sich dabei mehrfach wiederholt und weitschweifende Ausführungen gemacht hatte, war ihm das Wort schließlich von der Richterin entzogen worden.

Der Staatsanwalt hatte eine Haftstrafe von zwölf Jahren und zehn Monaten gefordert und anschließende Sicherungsverwahrung beantragt. Der Verteidiger hatte keinen konkreten Strafantrag gestellt.

Immer wieder Befangenheitsanträge gestellt

Der betagte Kriminelle hatte während des Prozesses immer wieder Befangenheitsanträge gestellt und mit langen Monologen Stellung zu den Ermittlungen, der Berichterstattung über ihn, dem Gutachten eines Psychiaters sowie seinen Überfällen genommen. Auch während der Urteilsbegründung redete er der Vorsitzenden Richterin mehrfach dazwischen.

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Von RND/dpa

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