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Norddeutschland Dorfbewohner soll knapp 100.000 Euro für Straßenbau zahlen
Nachrichten Norddeutschland Dorfbewohner soll knapp 100.000 Euro für Straßenbau zahlen
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14:08 23.02.2018
Kein Einzelfall in Schleswig-Holstein: Damit Autofahrer besser vorankommen, soll ein Landwirt einen sechsstelligen Betrag zum Straßenausbau beisteuern.
Kein Einzelfall in Schleswig-Holstein: Damit Autofahrer besser vorankommen, soll ein Landwirt einen sechsstelligen Betrag zum Straßenausbau beisteuern. Quelle: LN-Archiv
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Lohe-Rickelshof

Hans Reinhard Perna und seine Lebensgefährtin Bettina Gomm wohnten dort zuvor samt ihren Pferden in idyllischer Einsamkeit. Jetzt sollen sie sich an den über 2,8 Millionen Euro Kosten des Straßenbaus mit exakt 98.053,99 Euro beteiligen. Um das bezahlen zu können, musste Perna einen Bankkredit ausnehmen.

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Der Anwalt des Paares hat parallel dazu gegen den Gebührenbescheid Widerspruch eingelegt und Akteneinsicht gefordert. „Die bekommt er auch“, sagte am Donnerstag Bürgermeister Harald Matelski. „Der Gebührenentscheid ist rechtmäßig ergangen“, ergänzte der Chef des 2000-Einwohner-Dorfes. Mit Blick auf das laufende Verfahren wolle er jedoch keine weitere Stellungnahme abgeben.

Solch ein hoher Gebührenbescheid ist in Schleswig-Holstein kein Einzelfall. So klagt zurzeit ein Landwirt aus Lütjenburg im Kreis Plön vor Gericht, weil er 189 000 Euro zahlen soll für den Ausbau einer 950 Meter langen Straße, die an seinen Feldern vorbeiführt.