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Norddeutschland Landwirte melden 68 Millionen Euro an Dürreschäden
Nachrichten Norddeutschland Landwirte melden 68 Millionen Euro an Dürreschäden
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18:59 19.12.2018
In Schleswig-Holstein sind 140 000 Hektar der Landesfläche von Dürreschäden betroffen. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
Kiel

Große Nachfrage nach Dürrehilfen in Schleswig-Holstein: Nach dem heißen und trockenen Sommer haben insgesamt 1075 Landwirte einen Antrag auf Unterstützung gestellt. Die meisten kamen aus dem Kreis Segeberg. Das teilte das Landwirtschaftsministerium in Kiel mit. „Die Dürre hat Schleswig-Holstein in diesem Jahr in besonderem Maße getroffen“, sagte Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) am Mittwoch. Viele Landwirte hätten Existenzängste. Die Frist für Anträge war am Freitag abgelaufen.

Im Norden sind rund 140 000 Hektar der Landesfläche von Dürreschäden betroffen. Die meisten Anträge kamen nach Auskunft des Ministeriums vom südlichen Geestrücken. Im Kreis Segeberg beantragten 178 Bauern Unterstützung, im Kreis Steinburg 124. Aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg kamen 98 Anträge, aus Stormarn und Ostholstein je 70. Der Kreis Schleswig-Flensburg hat offenbar am wenigsten unter dem Dürresommer gelitten – dort gab es mit 30 die niedrigste Zahl an Anträgen.

Maximal 50 Prozent der Schäden werden erstattet

Nach einer ersten Durchsicht der Anträge sind in Schleswig-Holstein insgesamt rund 68 Millionen Euro an Dürreschäden gemeldet worden. Nach einer Prüfung können die Schäden zu maximal 50 Prozent erstattet werden. Von diesen 50 Prozent können wiederum bis zu 70 Prozent als Abschlag noch in diesem Jahr ausgezahlt werden. Das wollen 161 Betriebe im Land – 125 Anträge wurden allerdings nur bewilligt. In den kommenden Tagen sollen erste Zahlungen angewiesen werden. Voraussetzung für die Hilfe ist ein hoher Ernteschaden und der Nachweis, dass der Betrieb dadurch in Existenznot geraten ist. Dürrehilfen sind von 2500 bis 500 000 Euro möglich.

Im Ministerium geht man davon aus, dass das bislang eingeplante Budget (je 10 Millionen Euro von Bund und Land) überschritten wird. „Wir stehen bereits in engem Austausch mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium und unserem Finanzministerium, um über das weitere Vorgehen zu beraten“, erklärte Albrecht.

Im Südosten noch immer nicht genug Regen

Der Bauernverband Schleswig-Holstein zeigte sich dankbar für die finanzielle Unterstützung. „Das sind mehr Anträge, als wir gedacht haben“, erklärt Generalsekretär Stephan Gersteuer. Damit hätten neun Prozent der Betriebe im Land um Unterstützung gebeten. Zum Vergleich: In Mecklenburg-Vorpommern waren es elf Prozent. Er kritisierte aber, dass das Kieler Ministerium für die endgültige Bewilligung die Jahresergebnisse abwarten will. „Das verzögert die Hilfe für die meisten in die zweite Jahreshälfte 2019 und für einige sogar bis in das Jahr 2020 hinein.“

12 400 Betriebe

In Schleswig-Holstein gibt es nach Auskunft des Bauernverbandes 12 400 landwirtschaftliche Betriebe. Im Jahr 1949 waren es laut Agrarstatistik noch rund 54 000 Betriebe.

Die Zahl der bäuerlichen Betriebe hat sich in den vergangenen siebzig Jahren um über 41 000 verringert, im Durchschnitt jährlich knapp um 600.

Die Landwirte blicken gespannt in das neue Jahr. „Gerade im Südosten des Landes hat es noch immer nicht genug geregnet“, betonte Gersteuer. „Wir hoffen, dass wir jetzt mal ein normales Frühjahr kriegen.“ Im vergangenen Winterhalbjahr hatte es zu viel geregnet, das Frühjahr und der Sommer waren dann viel zu trocken gewesen. „Einige Herbstsaaten sind nicht gut aufgelaufen“, berichtet Jens-Walter Bohnenkamp, Bauernverbandsvorsitzender im Kreis Segeberg. An manchen Orten könne die Erde deutlich mehr Wasser gebrauchen.

Julia Paulat

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