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Norddeutschland E-Government made in Lübeck
Nachrichten Norddeutschland E-Government made in Lübeck
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18:10 24.02.2018
Die Computertechnik soll auch die Verwaltung immer effizienter machen. In Lübeck soll sie künftig weiterentwickelt werden.
Die Computertechnik soll auch die Verwaltung immer effizienter machen. In Lübeck soll sie künftig weiterentwickelt werden.
Lübeck

2,12 Millionen Euro will die Landesregierung dafür ausgeben. Die Professur ist zunächst befristet ausgeschrieben, soll aber verlängert werden. Lübeck würde damit der bedeutendste E-Government-Standort im Norden werden, heißt es in der Kieler Staatskanzlei. Auch bundesweit gibt es bislang nur wenige eigene Lehrstühle für die Fachrichtung „digitale Verwaltung“. „Die Professur wird die Universität der Hansestadt auch in diesem Gebiet zu einem Leuchtturm machen“, sagt CDU-Ministerpräsident Daniel Günther.

Lübeck soll zu einem Zentrum des E-Government werden. Das Land will dazu noch 2018 eine Professur an der Universität einrichten. Dort soll erforscht werden, wie die Verwaltung von Land und Kommunen mit Hilfe der Computertechnik immer besser werden kann.

Der Standort Lübeck ist mit Bedacht gewählt worden. In der Hansestadt hat mit der Mach AG auch einer der führenden Anbieter von Software für öffentliche Verwaltungen seinen Sitz. Man plane „eine Zusammenarbeit mit strategischen Partnern, die sich auch finanziell beteiligen“, heißt es in Kiel. Insgesamt soll die Einrichtung der Professur 2,12 Millionen Euro kosten. Das Land werde 1,06 Millionen Euro davon übernehmen, die Uni Lübeck 150000 Euro. Die laufenden jährlichen Kosten würden sich auf 200000 Euro belaufen. „Wir setzen auf viele gemeinsame Forschungsprojekte“, sagt Mach-Sprecher Lasse Zunker. In Kiel spricht man von „vorzeigbaren Modellprojekten“. Eine solch enge Zusammenarbeit von Verwaltung, Wissenschaft und Unternehmen sei in Deutschland einmalig, betont Zunker. Derzeit arbeite man zum Beispiel an verbesserten Verfahren, Haushalte elektronisch aufzustellen, die Personalplanung oder die Zahlung von Rechnungen zu automatisieren. Das alles sei umso wichtiger, als auch die Verwaltung wegen des demografischen Wandels Probleme habe, genügend Nachwuchs zu finden. Computerprogramme könnten einen Teil der Arbeit übernehmen, dafür mehr Personal im Bürgerservice eingesetzt werden. Der Chef der Kieler Staatskanzlei, Dirk Schrödter, verspricht sich von der neuen Professur zudem einen inhaltlichen Schub für die Ausbildung des Verwaltungsnachwuchses im Land. So soll die Professorin oder der Professor auch an den Lehrplänen und Fortbildungsangeboten der Verwaltungsfachhochschule in Kiel-Altenholz mitwirken, dort auch dozieren oder Auszubildende des Landes und der Kommunen in Lübeck unterrichten. „Wenn die jungen Leute schon in der Ausbildung mitbekommen, was technisch alles möglich und sinnvoll ist, wird das einen enormen Modernisierungsschub für alle Verwaltungen bedeuten“, sagt Schrödter.

Im Lübecker Rathaus wurde die Nachricht positiv aufgenommen. „Ich begrüße diese richtungsweisende Absicht und freue mich für die Uni über die interessante und attraktive Erweiterung des Themenkanons“, sagt SPD-Bürgermeister Bernd Saxe. Er hoffe dabei sehr, dass der Lehrstuhl besonders die Kommunalverwaltungen im Blick hat. „Denn diese sind es, mit denen der Bürger am häufigsten und intensivsten in Kontakt steht“, sagt Saxe. Unmittelbaren Kontakt zu einer Landesbehörde habe ein Normalbürger hingegen selten. In Lübeck könnte es womöglich Impulse für das Projekt „Digitalisierung der Verwaltung“ geben.

Von Wolfram Hammer