Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland EU: Preiszonen für Strom?
Nachrichten Norddeutschland EU: Preiszonen für Strom?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:10 15.12.2017
Berlin

Die von der Kieler Landesregierung auf den Weg gebrachte Änderung der Verordnung fand eine klare Mehrheit im Bundesrat. Der einheitliche Strommarkt in Deutschland soll damit erhalten werden.

Hintergrund der Debatte sind Aktivitäten der EU-Kommission. Die Kartell- und Wettbewerbshüter drängen wegen der bestehenden Netzengpässe auf eine Aufteilung der deutschen Stromgebotszone. So beklagten etwa dänische Energieunternehmen Wettbewerbsverzerrungen, weil ihr Strom wegen fehlender Leitungskapazitäten nicht zu Kunden in Süddeutschland geliefert werden könne. Setzt sich Brüssel durch, könnten etwa private Netzbetreiber wie Tennet gedrängt werden, eine Strompreiszone im Norden und eine im Süden einzurichten. Habeck warnte: „Eine Aufspaltung der Gebotszone innerhalb Deutschlands würde die Strompreisbildung, das Abgaben- und Steuersystem durch regionale Marktmacht verzerren, die Integration erneuerbarer Energien massiv erschweren, den Netzausbau in Frage stellen sowie insgesamt die Akzeptanz für die Energiewende gefährden.“

Bereits am Montag wird sich der EU-Energierat mit dem Thema befassen. Energiepolitiker hoffen, dass Deutschland dabei eine Frist von „wenigen Jahren“ eingeräumt wird, in der die Netzengpässe beseitigt werden. Habeck verlangte: „Wer die einheitliche deutsche Strompreiszone behalten will, der muss dafür Sorge tragen, dass vor allem die großen Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen, wie SüdLink und Südost-Link, zeitnah kommen.“ Der Netzausbau brauche „in noch viel stärkerem Maße politische Führung“, mahnte er in Richtung der Bundesregierung.

rz