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Norddeutschland Eine Woche zu früh: Die Gerstenernte hat begonnen
Nachrichten Norddeutschland Eine Woche zu früh: Die Gerstenernte hat begonnen
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20:00 02.07.2019
Gerstenernte in Seedorf: Landwirt Reinhard Jahnke begutachtet die Fortschritte. Quelle: Lutz Roeßler
Seedorf

Am Vormittag war es noch regnerisch, doch mittags um 13.30 Uhr ist Mähdrescherfahrer Otto Meincke mit dem Claas-Mähdrescher auf dem Feld bei Seedorf (Kreis Herzogtum Lauenburg): Die Gerste muss runter. „Am Montag haben wir angefangen“, sagt Bauer Reinhard Jahnke. 15 Hektar sind vom Halm, insgesamt sind 120 Hektar zu ernten. Das Problem: Unten ist der Halm noch grün – oben aber neigt die Ähre sich sonnengelb. „Oben ist die Gerste durch die heißen Tage Ende Juni schneller gereift“, erklärt Jahnke. So hat die Ernte eine Woche früher als normal begonnen.

„Gute Qualität“

„Aber nur in den südlichen Landesteilen, vor allem in Stormarn und Lauenburg“, präzisiert Ludwig Hirschberg, Vorsitzender des Agrarausschusses des Landesbauernverbandes. Er selbst lebe im Kreis Plön und werde voraussichtlich in einer Woche mit der Gerstenernte anfangen. Was er jetzt schon sagen könne: „Die Qualität ist gut. Was die Menge angeht, so werden keine Rekorde gebrochen.“ Er erwarte insgesamt eine eher durchschnittliche Ernte.

Der Mähdrescher zieht seine Bahn, Muldenkipper transportieren die gedroschenen Körner ab.

Angebot drückt die Preise

Damit können die Landwirte zufrieden sein, nachdem sie im vergangenen Jahr aufgrund der Dürre vergleichsweise große Verluste hinnehmen mussten – Hirschberg spricht von bis zu 50 Prozent beim Weizen und 30 Prozent Minderertrag bei den anderen Früchten. Dennoch sei fraglich, ob die Verluste durch die diesjährige Ernte wettgemacht würden. Wenn genügend gutes Getreide im Angebot sei, drücke das die Preise.

Schwierig sei die Situation für Milchbauern. „Die mussten letztes Jahr Futter zukaufen.“ Viele hätte ihre Herden verkleinert. Nun gelte es, neue Futterreserven anzulegen und die Bestände wieder aufzustocken.

Weizenernte Ende Juli

Auch Jahnke schätzt die diesjährige Ernte als „normal“ ein. „Freitag soll es regnen“, sagt er. Bis dahin möchte er die Zeit nutzen, denn die Gerste habe ein vergleichsweise „enges Erntefenster“. Auf einigen Flächen habe er sich daher entschlossen anzufangen, obwohl die Körner teilweise noch etwas feucht seien. „Sie lässt sich dreschen. Und wenn ich ein bisschen trocknen muss, dann machen wir das. Das lässt sich rechnen.“

14,5 Prozent Feuchtigkeit sei optimal, führt Jahnke aus. „Um 13.30 Uhr hatten wir 15,6 Prozent, jetzt 14 Prozent.“ Ein Teil der Gerste solle dann bereits in zwei Wochen verkauft werden. „Ich kann nicht alles lagern.“ Auch für den Weizen, bei dem die Ernte Ende Juli beginnt, benötige er Platz. Den Großteil der Gerste werde er dann verkaufen, wenn Nachfrage und Preise stimmten.

Halme werden gehäckselt

Auf dem Feld fährt Mähdrescherfahrer Meincke weiter seine Bahnen. Das Schneidwerkzeug ist 10,80 Meter lang, die Maschine hat 580 PS. Wie ein Rasenmäher arbeitet sie sich durch das Feld, eine Wolke gelben Staubes hinter sich lassend. Zehn Zentimeter über dem Boden werden die Halme abgeschnitten und gehäckselt. „Stroh machen wir nicht“, sagt Meincke, „das brauchen wir nicht.“ Er blickt durch die Panoramascheibe des Dreschers auf die sanft geschwungene Landschaft, das Feld ist gesäumt von grünen Bäumen, oben zieht ein Milan seine Kreise. Sein Job gefällt ihm gerade ganz gut, gibt er zu. „Macht Spaß.“

Marcus Stöcklin

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