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Norddeutschland Wegen Elterntaxis: Sperrungen vor Schulen gefordert
Nachrichten Norddeutschland Wegen Elterntaxis: Sperrungen vor Schulen gefordert
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06:00 20.05.2019
Viele Schulen, hier die Stadtparkschule in Lübeck, sind vor Unterrichtsbeginn von Autos umzingelt. Schuld an der Situation sind oft auch die sogenannten Elterntaxis. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Berlin/Lübeck

„Die Zahl der Elterntaxis nimmt weiter zu, die Kinder kommen immer seltener zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule“, beklagt Almut Gaude vom Verkehrsclub Deutschland (VCD). „Das erhöht die Unfallgefahr.“ Der Club fordert die Bundesregierung jetzt auf, die Straßenverkehrsordnung so zu reformieren, dass sogenannte Schulstraßen mit temporären Durchfahrtsbeschränkungen an Schulen eingerichtet werden können. „Es geht darum, die gesetzliche Grundlage zu schaffen, um Kommunen eine einfache Handhabe zu bieten“, erklärt Uwe Kamp, Sprecher des Deutschen Kinderhilfswerks. Appelle an die Eltern brächten nichts. „Man dringt nicht durch.“

Österreichische Städte machen es vor

In den österreichischen Städten Salzburg und Wien hätten sich diese temporären Zufahrtsbeschränkungen bewährt, meint der VCD, der vor allem Kitas und Grundschulen im Blick hat. Rund eine Stunde vor Schulbeginn sei dort die Straße oder der Abschnitt, in dem die Schule liegt, für den Autoverkehr gesperrt – Anwohner ausgenommen.

Autos werden immer mehr – und immer größer

Katja Mentz, Kommunalpolitikerin der Wählergemeinschaft Grün Alternativ Links in Lübeck, spricht von einer sehr guten Idee. „Damit würde man Eltern zwingen, nicht direkt bis vor die Schule zu fahren.“ Die Situation vor der Grundschule sei morgens „total unübersichtlich“, berichtet die Mutter einer Drittklässlerin. Die Autos würden immer mehr – und immer größer. „Das ist gefährlich, besonders für kleine Menschen.“

Verkehrsministerium in Kiel reagiert skeptisch

Im Verkehrsministerium in Kiel fürchtet man allerdings, dass temporäre Straßensperrungen das Problem nur „verschieben“ würden, „entweder an die nächste Kreuzung oder gar auf nicht gesperrte Hauptverkehrsstraßen“, so Minister Bernd Buchholz (FDP). „Primär sollten die Verkehrsbehörden für sichere Schulwege Sorge tragen.“ Dazu sei die Einrichtung von Tempo 30-Zonen auf Initiative der Nord-Länder bereits erleichtert worden. Der sogenannte Schulwegerlass ermöglicht den örtlichen Behörden zudem die Anordnung von Halt- und Parkverboten in Schulnähe. „Ein als sicher wahrgenommener Schulweg reduziert den Drang mancher Eltern, ihre Kinder bis vor die Schultür zu fahren“, sagt Buchholz.

Mit diesem Schild will der ADAC Eltern auffordern, ihre Kinder ein ganzes Stück vor der Schule aus dem Auto aussteigen zu lassen. Quelle: ADAC

ADAC für Elternhaltestellen

Der ADAC hält den Vorstoß für nicht durchsetzbar. „Wer soll denn kontrollieren, wer durch die Schulstraße fahren darf?“, fragt Sprecher Ulf Evert. Der Automobilclub macht sich stattdessen für Hol- und Bringzonen stark, in denen Eltern ihre Kinder gefahrlos aussteigen lassen können. Das letzte Stück Schulweg von der „Elternhaltestelle“ legen sie dann zu Fuß zurück.

Kinder in ihrer Mobilität stärken

Der Kinderschutzbund plädiert für Einzelfall-Lösungen: Neben Elternhaltestellen hätte sich an manchen Orten auch der „Walking-Bus“ bewährt, bei dem mehrere Grundschulkinder den Schulweg gemeinsam meistern, manchmal auch in Begleitung eines Erwachsenen. „Wichtig ist, dass man die Kinder in ihrer Mobilität stärkt“, sagt Landesgeschäftsführerin Susanne Günther. „Nur so können sie lernen, wie man sich eigenständig und sicher im Verkehr bewegt“, betont Claudia Neumann vom Deutschen Kinderhilfswerk. Mehr Bewegung halte außerdem gesund und konzentrationsfähig.

Zu Fuß zur Schule

Grundschulen und Kindergärten in ganz Deutschland sind zu den Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule“ aufgerufen. Dabei sollen die Kinder zu Beginn des kommenden Schuljahres lernen, wie viel Spaß es macht, selbstständig zur Schule zu kommen – zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Roller. Vom 16. bis 27. September können Kinder gemeinsam mit Lehrern und Erziehern Projekte rund um den Schulweg entwickeln. Initiatoren sind der ökologische Verkehrsclub Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk. Unterstützt wird die Aktion unter anderem von dem früheren Formel-1-Rennfahrer Nico Rosberg. Projektideen gibt es im Internet unter www.zu-fuss-zur-schule.de.

Julia Paulat

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