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Norddeutschland Endlich richtiger Winter!
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21:10 28.02.2018
Ganz schön kalt: Zeynep Ari und Christian Bahr haben sich für ihren Spaziergang in Travemünde dick eingepackt.
Ganz schön kalt: Zeynep Ari und Christian Bahr haben sich für ihren Spaziergang in Travemünde dick eingepackt.
Travemünde

Der kalte Wind bläst über das Meer. Wellen schlagen an den Travemünder Strand. Die Stege und Seebrücken sind mit Eis überzogen. Wunderschön glitzern sie in der Februar-Sonne. Das eiskalte Wetter freut Jens Krieger. Er snowkitet über den Strand. Mit seinem grünen Kite-Drachen nutzt er den kalten Wind und gleitet mit einem Snowboard lässig über den zugeschneiten Sandstrand. „Das macht tierisch viel Spaß“, sagt Krieger. Er probiert es zum ersten Mal aus und muss sich noch genau in die Technik „reinfuchsen“. Sein Kite füllt sich mit Wind und reißt ihn am Strand entlang. Kalt ist ihm dabei ganz und gar nicht: „Ich schwitze wie Hulle.“ Spaziergänger blieben stehen und beobachten Krieger und seinen Kollegen Holger Sell, der mit Skiern und Kite über den Strand saust.

Seit langem war es nicht mehr so kalt im Norden. Doch die Menschen lassen sich von der Eiseskälte nicht abschrecken: Spaziergänger staunen über riesige Eiszapfen in Travemünde. Wegen des Ostwindes sind die Passanten dick eingepackt – sie genießen den Bilderbuch-Winter.

Eine weitere Attraktion der sibirischen Kälte sind die eingefroren Seebrücken: Riesige Eiszapfen hängen an den Geländern. Elke Staeck und ihr Hund „Ella“ machen entlang der Ostsee ihren täglichen Spaziergang. „Das ist ein herrliches Wetter“, sagt Staeck. Sie ist bestens auf die eisigen Temperaturen vorbereitet: Schneeschuhe, Thermohose und ein Wintermantel schützen die 64-Jährige vor dem beißenden Ostwind.

Genauso dick eingepackt sind Zeynep Ari und Christian Bahr, die das sonnige Wetter für einen Ausflug nach Travemünde nutzen. Auch Wolfgang Bandow und seine Frau Marlies sind begeistert von dem „richtigen Winter“. „Ich muss ja nicht mit dem Auto fahren“, sagt der Rentner lachend. Die beiden spazieren am Hemmelsdorfer See über den Steg. Mit Mütze und Schal schützen sie sich vor dem eisigen Wind.

Besonders die Füße müssen bei dem derzeitigen Dauerfrost geschützt werden. Silke Ebinger, Schuhfachverkäuferin bei Schuh Eggers in Travemünde, weiß, worauf es bei Winterstiefeln ankommt: „Die Schuhe sollten wasserabweisend sein. Nichts ist schlimmer als nasse Füße bei den Temperaturen.“ Außerdem sollten die Stiefel schön hoch sein, damit kein Schnee in den Schaft fallen kann. „Wichtig ist aber auch, seine Schuhe ordentlich zu imprägnieren und warme Sohlen in den Schuh zu legen“, erklärt Ebinger. Bei dem eisigen Wetter empfiehlt die Schuhfachverkäuferin Funktionsschuhe mit einer besonderen Membran. So können weder Kälte noch Schneematsch oder Wasser den Füßen etwas anhaben. „Die sind genau das Richtige für das Wetter“, sagt Ebinger.

Die elfjährige Jack-Russell-Dame „Jacky“ hat zwar keine Winterschuhe an, vor der Kälte ist sie aber dennoch geschützt. Besitzerin Stefanie Glosch hat ihr einen kleinen Hundemantel übergezogen.

„Den habe ich ihr seit langem mal wieder überziehen müssen“, sagt Glosch. Damit könne ihre Hündin auch bei Minusgraden mit den anderen Hunden am Strand spielen. „Nur ins Wasser sollte sie nicht. Das wäre dann doch zu kalt“, sagt die 45-Jährige.

Von Saskia Hassink