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Norddeutschland Erdbeer-Gigant auf Wachstumskurs: Wo „Karls“ neue Erlebnisdörfer plant
Nachrichten Norddeutschland Erdbeer-Gigant auf Wachstumskurs: Wo „Karls“ neue Erlebnisdörfer plant
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06:00 10.12.2019
Robert Dahl will mit seiner Marke „Karls“ jetzt bundesweit wachsen. Quelle: OVE ARSCHOLL
Rostock/Rövershagen

Neue Manufakturen, neue Fahrgeschäfte und noch mehr Besucher – das ganze Jahr über, bei jedem Wetter: Das beliebteste Ausflugsziel in MV rüstet weiter auf. In Karls Erlebnisdorf in Rövershagen bei Rostock ist am Freitag offiziell die größte Indoor-Spielwelt des Landes eröffnet worden.

Fast fünf Millionen Euro hat Karls-Chef Robert Dahl in den überdachten Spielplatz mit Achterbahnen investiert. Doch das ist nur der Anfang: Der erfolgreiche Unternehmer will mit seiner Marke bundesweit expandieren und nimmt nun Süd- und Westdeutschland ins Visier.

Nächstes Erlebnisdorf bei Dresden

Fünf Erlebnisdörfer hat Dahl bereits aufgebaut – neben dem „Heimathafen“ Rövershagen gibt es Ableger in Warnsdorf bei Lübeck, Elstal bei Berlin, in Koserow (Usedom) und Zirkow (Rügen). Mehr als zwei Millionen Besucher pro Jahr zählt allein Rövershagen. Intern soll Dahl das Ziel ausgegeben haben, künftig jedes Jahr in einem anderen der 16 deutschen Bundesländer einen Standort zu eröffnen: „Ganz so ist es nicht“, sagt Dahl. „Richtig ist aber, dass wir wachsen wollen.“

Scanhaus baut für Karls

144 Wohnungen für Berlin: Zwei der erfolgreichsten Unternehmer des Landes – Karls-Erlebnisdorf-Chef Robert Dahl und Scanhaus-Marlow-Boss Friedemann Kunz – tun sich zusammen. In Elstal bei Berlin baut Scanhaus in den kommenden Jahren 144 Mitarbeiter-Wohnungen für Karls. „Die Grundstückspreise im Berliner Speckgürtel sind explodiert. Wir brauchen dringend Wohnraum für unsere Mitarbeiter“, sagt Dahl. Den errichtet er nun auf seinen Flächen und holt sich dafür Hilfe aus der Heimat MV.

Bereits 2021 sollen in Bannewitz bei Dresden die Bagger rollen. „Die neuen Dörfer sollen die Größe unseres Standorts in Koserow haben“, so der Unternehmer, der erst vor wenigen Wochen den Landestourismuspreis gewann. Zehn Millionen Euro hat das Projekt auf Koserow gekostet. „Die Baupreise steigen, bei Dresden rechnen wir mit Kosten von 13 Millionen Euro.“

Fünf Standorte in Planung

Vier, fünf Standorte bundesweit hat Dahl zeitgleich in Planung. „Wir schauen uns die großen Ballungsräume an.“ Wolfsburg hat er im Visier, St.-Peter-Ording, Leipzig und auch das Ruhrgebiet. „Meine Frau stammt aus Bochum. Zu der Region habe wir eine Beziehung. Wir wollen von Nord nach Süd wachsen.“

In Elstal bei Berlin hat Dahl einen richtigen Freizeitpark auf einem ehemaligen Militärgelände aus dem Boden gestampft. „Dafür haben wir in Rövershagen gar keinen Platz. Und wenn wir ehrlich sind, dauert die Saison bei uns auch nur sechs Monate.“ Dahl will am kostenlosen Eintritt festhalten.

Diese Parks wachsen ebenfalls

Karls Erlebnisdorf ist aber nicht der einzige Freizeitpark, der immer beliebter wird: Das „minimare“ in Kalkhorst (Landkreis Nordwestmecklenburg) wurde erst Mitte 2019 eröffnet, zog aber bereits 7000 Gäste an. „2020 wollen wir 20 000 Besucher locken“, sagt Sprecherin Marion Grunenberg. Neu werden ab Ostern das Schloss Ludwigslust als Miniatur und eine Modelleisenbahn sein.

Christian Dirkner, Chef der Sommerrodelbahn Bad Doberan, will 2020 eine „Investitionspause“ einlegen – aber: „Die Leute wollen immer etwas Neues geboten bekommen. Wir suchen schon jetzt nach Ideen, was wir 2021 neu bauen können.“ Bis zu 60 000 Gäste rodeln pro Jahr in Bad Doberan.

Steigende Besucherzahlen meldet auch Holger Böhle vom Kindermotorland bei Wismar: „Gerade Familien suchen mehr und mehr nach neuen Attraktionen, Spaß und Erlebnis.“ Konkrete Zahlen nennt er nicht. Auch Rüdiger Kunkel, Inhaber des Dinosaurierlandes auf Rügen, ist diesbezüglich zurückhaltend. „Wir hatten 2019 aber erneut mehr Besucher.“ 2020 will er in Wege und Gebäude investieren.

Wildwasserbahn in Gingst

Jörg Lüth – Inhaber des Rügenparks in Gingst – plant, seinen Freizeitpark 2020 auf saubere Energie umzustellen und baut eine große Solar-Anlage. 2021 könnte dann eine Wildwasserbahn in Gingst entstehen. Der Rügenpark hat pro Jahr knapp 100 000 Gäste.

Die größte neue Touristenattraktion aber könnte bereits ab kommendem Jahr an der A 24 entstehen: Die van der Valk-Gruppe will rund um ihr Alpincenter in Wittenburg ein Freizeitbad, ein Feriendorf mit Spiel- und Sportanlagen sowie ein „Factory Outlet“-Einkaufscenter mit 80 Läden bauen. 100 000 Besucher hat das Alpincenter bisher, künftig sollen 1,5 Millionen Besucher nach Wittenburg kommen – und 750 neue Jobs entstehen. „2020 bauen wir als neue Attraktion erst mal ein Open-Air-Kino auf unserem Parkplatz auf“, sagt Unternehmenssprecher Volker Wünsche.

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Von Andreas Meyer