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06:00 10.03.2019
Im September 2018 hat Eva-Maria Ebner ihr Leben umgekrempelt: Mehr Sport, gesunde und vollwertige Kost standen fortan auf dem Programm. Gut 14 Kilo hat sie seitdem abgenommen. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Um Fettpolster dauerhaft loszuwerden, reicht eine kurzweilige und stark kalorienreduzierte Diät meist nicht aus. Die LN haben mit drei Lübeckern gesprochen, die ihr Leben und ihre Ernährung dauerhaft umgestellt haben.

Sport gehört zu mir dazu

Eva-Maria Ebner ist 38 Jahre alt und in Oldenburg als HNO-Ärztin tätig. Ihre Arbeitstage sind häufig lang. Sport und regelmäßige Essenszeiten rückten da oft in den Hintergrund. Im September vergangenen Jahres wollte sie dem ein Ende setzen: „Ich liebe meinen Beruf und bin es meinen Patienten schuldig, noch lange gesund zu bleiben.“ Ebner entschied sich dafür, sich professionelle Hilfe zu suchen: Mit dem Lübecker Personal Trainer Errol John Häcker erarbeitete sie einen Plan. Krafttraining und eine Umstellung ihrer Ernährung sollten ihren Körper kräftigen und so auch die überschüssigen Pfunde purzeln lassen. Mit Erfolg, wie sie erzählt:

Personal Trainer Errol John Häcker unterstützt Eva-Maria Ebner bei ihren Trainingseinheiten im Fitnessstudio. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

„Ich war zwar nie übergewichtig, hatte aber ein paar Pfunde zu viel auf den Hüften. Bei Errol habe ich gelernt, dass es allem voran wichtig ist, genügend zu essen. Bei mir fielen früher häufig Mahlzeiten unter den Tisch. Ich war nie ein Frühstücksmensch, habe also häufig erst nachmittags in der Praxis gegessen. Wie ich jetzt weiß, war das der Fehler – obwohl ich eigentlich viel zu wenig gegessen habe, hat mein Körper die Fette gespeichert, für schlechte Zeiten sozusagen. Heute esse ich sehr regelmäßig. Das Frühstück ist meine Hauptmahlzeit, und mittlerweile freue ich mich sogar darauf. Mein Mittagessen bringe ich mir immer in die Praxis mit. Weil ich es nicht schaffe, jeden Abend für den nächsten Tag zu kochen, koche ich sonntags immer vor. Dann gibt es ganz unterschiedliche Sachen, wie zum Beispiel Curryreis mit Kokosmilch. Abends gibt es bei mir dann immer einen Salat mit einer Proteinquelle wie Thunfisch, Feta, Scampis oder Eiern.

Auch der Sport gehört für mich inzwischen zu meinem Alltag dazu – ich kann gar nicht mehr ohne und gehe mindestens vier Mal die Woche ins Fitnessstudio. Meinen Terminplan baue ich also mehr oder weniger um den Sport herum. Ich habe mich noch nie besser gefühlt und merke richtig, wie ich von Mal zu Mal stärker werde. Allerdings gehört auch sehr viel Disziplin dazu. Wenn ich bei Freunden eingeladen bin, halte ich mich trotzdem an meinen Ernährungsplan und lasse abends zum Beispiel die Beilagen weg.“

Ein Leben in Punkten

Petra Müller ist 54 Jahre alt und heute Fachfrau für Ernährung und Gewichtsmanagement. Als Coach motiviert und unterstützt sie andere Menschen dabei, gesund und dauerhaft mit Weight Watchers abzunehmen. Noch vor wenigen Jahren aber stand sie auf der anderen Seite: „Im Mai 2011 war ich zu einer Hochzeit eingeladen. Ich wollte mir eine hübsche schwarze Hose, passend zu meinem Blazer kaufen. Aber die hübschen Sachen passten mir nicht mehr. Statt wie sonst eine Größe 46 zu kaufen, musste ich eine grässliche Oma-Hose in Größe 50 nehmen. Danach war mein Entschluss gefasst. Es reichte mir.“ Kurz nach der Hochzeit stellte Müller ihre Ernährung um. „Ich habe das nicht länger als Diät gesehen, sondern als allgemeine Umstellung.“ Mehr als 26 Kilogramm hat Müller seitdem an Körpergewicht verloren. Heute trägt sie Größe 38 bis 40. „Mir geht es so gut damit. Ich fühle mich richtig wohl in meinem Körper.“

Mehr als 26 Kilo hat Petra Müller durch Weight Watchers abgenommen. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

„Früher war ich stellvertretende Marktleiterin bei Sky, meine Arbeitstage lang und anstrengend. Abends musste es dann häufig schnell gehen, da habe ich mir nur eben meine Lieblingspizza von Wagner in den Ofen geschoben. Hinzu kam, dass ich Schoki liebe – bis heute kann ich da nur schlecht widerstehen. Leider. Aber ich wusste, dass ich an meinem Lebensstil etwas ändern muss. Und zwar nicht wie früher, als ich schon einmal so viel abgenommen hatte temporär, sondern dauerhaft. Denn sonst macht der Jo-Jo-Effekt sowieso wieder alles zunichte. Außerdem hatte ich oft Rücken- und Gelenkschmerzen – auch die sind mit der Abnahme von Gewicht weniger geworden.

Zusammen mit einem Coach von Weight Watchers habe ich dann Wochenpläne erstellt, an die ich mich eisern gehalten habe. Alles was ich gegessen habe, habe ich in Punkte umgerechnet. Nur um das mal zu veranschaulichen: Meine Lieblingspizza hat 46 Punkte. Um abzunehmen durfte ich allerdings nur 23 Punkte zu mir nehmen – am ganzen Tag. Das Gute an dieser Methode aber ist: ich darf essen, was ich will, nur halt in Maßen. Wenn ich Lust auf Schoki habe, esse ich auch mal welche. Dann kaufe ich mir gezielt Schokolade. Früher hatte ich aber immer Schokolade zu Hause, da hat man dann abends vor dem Fernseher schnell mal danach gegriffen, das verkneife ich mir heute. Da mir oftmals gar nicht so bewusst war, was ich so über den Tag verteilt gegessen habe, habe ich ein Tagebuch geführt und alles dort eingetragen. Vom Stück Obst über das Käsebrötchen, das mache ich bis heute. Mittlerweile allerdings mit einer App. Seit gut sechs Jahren halte ich jetzt mein Gewicht. Meine Arbeit bei Weight Watchers hilft mir dabei, am Ball zu bleiben – schließlich möchte ich auch ein Vorbild sein.

Der Spaß darf nicht verloren gehen

Stefan Köhler ist 36 Jahre alt und selbstständiger IT-ler. Bis er 25 Jahre alt war, hatte der Besuch im Fitnessstudio einen festen Platz in seinem Terminkalender. Dann holte ihn der Büroalltag ein: lange Tage am Schreibtisch, viel Herumfahrerei. „Ich habe den Arsch einfach nicht mehr hochbekommen“, sagt Köhler. Hinzu kamen das Gläschen Wein am Abend und seine Liebe für sämtliches Fast Food wie Döner, Burger und Co. Während er früher um die 60 Kilogramm wog, brachte Köhler schon bald 85 Kilogramm auf die Waage. „Ich wusste, ich muss einen Schlussstrich ziehen.“ Also fing er wieder an, Sport zu treiben. Auch seine Ernährung stellte er um und strich das Fast Food gänzlich von seinem Speiseplan. Nur am Sonnabend gönnt er sich einen Cheatday und isst, worauf er Lust hat. Seit er vor vier Monaten begonnen hat, hat er gut acht Zentimeter Bauchumfang verloren und zudem knapp sieben Kilogramm abgenommen.

Viel Salat, dafür höchstens anlässlich des Cheatdays am Sonnabend mal Fast Food, dazu mehrmals die Woche Sport – binnen vier Monaten hat Stefan Köhler so acht Zentimeter Bauchumfang und knapp sieben Kilo abgenommen. Quelle: Lutz Roeßler

„Vor vier Monaten habe ich wieder angefangen, Sport zu treiben. Weil ich mich allein nicht so richtig aufraffen kann, trainiere ich in der Gruppe und mache bei einem zehnwöchigen Bootcamp mit. Allein würde ich mich wahrscheinlich nicht so sehr quälen, aber so motiviert man sich gegenseitig. Zum Teil gab es aber auch Nächte, in denen ich kaum schlafen konnte, weil ich so schlimmen Muskelkater hatte. Am meisten hilft es mir, gerade was die Umstellung der Ernährung angeht, dass meine Freundin auch mitmacht. Wir wohnen zusammen und essen dementsprechend auch gemeinsam. Dadurch, dass sie mitmacht, ist es leichter durchzuhalten. Einmal die Woche mache ich aber einen Cheatday, sonst macht es ja auch keinen Spaß. Cool ist, dass meine weit hinten im Schrank verstauten Sachen so langsam wieder passen. Das motiviert einen dazu, weiterzumachen.“

Josephine Andreoli

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