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Norddeutschland Tipps vom UKSH: So leisten Sie in Corona-Zeiten Erste Hilfe
Nachrichten Norddeutschland Tipps vom UKSH: So leisten Sie in Corona-Zeiten Erste Hilfe
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10:38 30.04.2020
Eine Herzdruckmassage kann Leben retten: Sie hält bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes den Kreislauf in Gang. Quelle: dpa
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Lübeck

Generell gilt bei der Ersten Hilfe weiterhin die Regel „prüfen, rufen, drücken“, erläutert Professor Jan-Thorsten Gräsner vom UKSH. Das bedeutet, zunächst sollte überprüft werden, ob der Patient atmet, dann der Rettungsdienst unter 112 gerufen und – falls keine oder keine normale Atemtätigkeit vorhanden ist – mit der Herzdruckmassage begonnen werden.

Beobachten statt fühlen

„Da nicht auszuschließen ist, dass der Patient mit dem Coronavirus infiziert sein könnte, soll das Atmen aber nicht, wie vormals empfohlen, durch Hören und Fühlen überprüft werden, sondern nur durch das Beobachten des Brustkorbes“, sagt Gräsner. Bei der Herzdruckmassage sollten dann Mund und Nase des Patienten abgedeckt werden, zum Beispiel mit Kleidungsstücken. Außerdem sollte ein Verdacht auf Covid-19 beim Notruf mit angegeben werden.

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Neue Empfehlung für die Beatmung

Studien haben gezeigt, dass Patienten nach einem Herzkreislaufstillstand mit höherer Wahrscheinlichkeit überleben, wenn Ersthelfer eine Herzdruckmassage im Wechsel mit einer Beatmung durchführen. Deshalb wird auch weiterhin eine Beatmung empfohlen, wenn Patient und Ersthelfer schon vor dem Notfall in engem Kontakt standen und in einem Haushalt wohnen. Bei Menschen, mit denen man nicht zusammenlebt, sollte man es derzeit jedoch bei Notruf und Herzdruckmassage belassen, um sich selbst vor einer möglichen Ansteckung zu schützen, erläutert Gräsner.

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Von Grit Petersen