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Norddeutschland Euroimmun aus Lübeck bringt Test zur Diagnose von Coronavirus heraus
Nachrichten Norddeutschland Euroimmun aus Lübeck bringt Test zur Diagnose von Coronavirus heraus
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14:37 21.02.2020
Das Lübecker Unternehmen Euroimmun hat als erster Hersteller im Bereich der medizinischen Labordiagnostik weltweit einen Antikörper-Test zur Diagnose des Coronavirus entwickelt. Quelle: Euroimmun
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Lübeck

Das Coronavirus sorgt weltweit für Aufsehen. Die Lübecker Firma Euroimmun hat auf den Ausbruch des Virus reagiert – und erste serologische Tests zur Unterstützung der Diagnose der Virus-Infektion entwickelt. Bei den neuen Tests, genannt Elisa, handelt es sich um ein immunologisches Testverfahren, bei dem bestimmte Moleküle in Körperflüssigkeiten, zum Beispiel im Blut, nachgewiesen werden. Im Blut von infizierten Personen ließen sich durch den Test spezifische Antikörper der Klasse A und G nachweisen.

Erste Testverfahren zur Diagnose von Covid-19 weltweit

„Nur wenige Tage nachdem die genetische Sequenz des neuen Virus am 10. Januar veröffentlicht wurde, haben wir uns für die Entwicklung von Testsystemen für die Diagnostik von Sars-CoV-2-Infektionen entschieden“, sagt Wolfgang Schlumberger, Vorstandsvorsitzender der Euroimmun. Die immunologischen Verfahren zum Nachweis des Virus sind laut Euroimmun ab sofort für Labore erhältlich und sollen schon bald eine CE-Kennzeichnung erhalten, die kenntlich macht, dass das Produkt alle EU-weiten Forderungen erfüllt. Ein sogenannter PCR-Test für den Direktnachweis des Virus, der die wichtigste Labormethode zur Untersuchung der Erbsubstanz darstellt, befinde sich derzeit noch in der Entwicklung, werde aber zeitnah fertiggestellt.

Test weist Antikörper, nicht das Virus selbst, nach

Mit den Elisa-Tests „werden Antikörper gegen Sars-CoV-2 nachgewiesen, nicht das Virus selbst“, betont Euroimmun-Sprecherin Johanna Fraune. „Die Tests ergänzen den direkten Virusnachweis per PCR und sichern diesen ab.“ Eine frühzeitige Identifizierung der Infektion sei wichtig, um entsprechende therapeutische Gegenmaßnahmen einzuleiten und die weitere Ausbreitung des Virus durch Quarantäne der bestätigten Fälle zu vermeiden.

„Der Test ist auch für die Abklärung von Verdachtsfällen ohne Symptomatik oder mit negativem Direktnachweis von Bedeutung“, sagt Katja Steinhagen, Bereichsleiterin Immunbiochemie Infektions-Serologie bei der Euroimmun. Zum Einsatz komme der Test in erster Linie bei Patienten, bei denen ein klinischer Verdacht für Covid-19 bestehe.

Bereits bei den Ausbrüchen der Coronaviren Sars-CoV und Mers-CoV, die weitaus schwerere Atemwegsinfektionen als andere Coronaviren verursachen, sowie den Zika-Viren brachte die Lübecker Firma Euroimmun als erster Hersteller serologische Testsysteme auf den Markt.

Für Deutschland besteht bislang keine Gefahr

„Bei uns muss man sich bislang aber keine Sorgen vor einer Infektion mit dem Virus machen“, sagt Helmut Fickenscher, Leiter des Instituts für Infektionsmedizin an der Universität Kiel. Vorsichtsmaßnahmen könnten aber nicht schaden: „Regelmäßiges Händedesinfizieren oder Händewaschen mit Seife im einfachen Hausgebrauch ist immer gut.“ Als gutes Beispiel voraus gingen vor allem die Asiaten: „Die tragen bei jeglichen Atemwegserkrankungen sofort einen Mundschutz. Macht man das bei uns, wird man wie ein Aussätziger behandelt.“

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