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Norddeutschland Existenzgründerpreis der Lübecker Wirtschaft: Das sind die Gewinner 2021
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Existenzgründerpreis der Lübecker Wirtschaft: Das sind die Gewinner 2021

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21:35 08.09.2021
Torsten und Thomas Sauer (vorn, Korbsauna) gewannen den Existenzgründerpreis, Franziska Raabe und Stephanie Faisal (l., Key2be.me) teilen sich den Innovationspreis mit Anja und Thorben Klemt sowie Richard Backhaus (BetterClaimsSolutions).
Torsten und Thomas Sauer (vorn, Korbsauna) gewannen den Existenzgründerpreis, Franziska Raabe und Stephanie Faisal (l., Key2be.me) teilen sich den Innovationspreis mit Anja und Thorben Klemt sowie Richard Backhaus (BetterClaimsSolutions). Quelle: Agentur 54°
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Lübeck

Über den mit 5000 Euro dotierten Existenzgründerpreis durften sich am Ende die Lübecker Torsten und Thomas Sauer freuen. Die beiden Brüder entwickelten eine Korbsauna – eine Kombination aus Strandkorb und Sauna. „Wir verwandeln jedes Wetter in eine Wohlfühl-Oase“, warben die Brüder und hoffen darauf, dass die Korbsauna ein neues Wahrzeichen der Küste werden könnte. Ende Oktober werden die ersten 100 Stück in Lübeck produziert.

Korbsauna Sieger 2021

Die Jury lobte die Korbsauna als „innovative und echt norddeutsche Idee, die vielseitig und praktisch anwendbar ist sowie viel Zukunftspotenzial bietet.“ Und Wirtschaftsminister Buchholz sagte: „Tourismustechnisch passt die Idee natürlich genau zur Strategie. Unser Ziel ist, die Nebensaison in Schleswig-Holstein genauso attraktiv zu machen wie den Hochsommer.“ Die Korbsauna werde im Tourismus im Norden bestimmt noch eine große Rolle spielen.

Beim Existenzgründerpreis der Lübecker Wirtschaft im „Slow Down“ auf dem Priwall ging es unterhaltsam und informativ zu.

Innovationspreis an zwei Firmen

In der zweiten Kategorie des Abends gab es ein Novum: Der mit 3000 Euro dotierte Innovations- und Mutmacherpreis wurde geteilt. Er ging an die Lübecker Unternehmen BetterClaimsSolutions und Key2be.me. Die Jury begründete die Entscheidung damit, dass es „zwei gleichwertige Kandidaten“ seien. Stephanie Faisal und Franziska Raabe von Key2be.me helfen jungen Menschen mit einer gemeinnützigen Online-Plattform bei der Berufsorientierung. „Es ist ein beeindruckendes soziales Konzept“, urteilte die Jury. Und Schirmherr Buchholz berichtete: „Gerade in der Pandemie hatten wir das Problem, dass eine Berufsvorbereitung kaum stattfinden konnte. Sie haben ein tolles Geschäftsmodell – und es wäre auch nicht verwerflich, wenn sie damit irgendwann profitabel werden.“

Das sind die Gewinner

Korbsauna: Torsten und Thomas Sauer aus Lübeck haben eine Korbsauna entwickelt. Das Prinzip: Geöffnet ist sie ein Strandkorb, geschlossen eine Sauna. Sie soll an jedem Ort ganzjährig alleine oder zu zweit nutzbar sein. Gründer Torsten Sauer will so nach eigenen Angaben das Lebensgefühl des Sommers in den Winter übertragen, es spürbar machen und zwei Leidenschaften vereinen.

Key2be.me: Die Lübeckerinnen Stephanie Faisal und Franziska Raabe haben eine Plattform zur Berufsorientierung für Schüler und Studenten gegründet. Key2be.me bietet Online-Netzwerk-Events für junge Menschen. Dort stellen Freiwillige ihren Beruf vor und beantworten individuelle Fragen. „Es geht darum, Menschen kennenzulernen, die einfach auch von den Sachen erzählen können, die zwischen den Zeilen im Lebenslauf stecken, Details die man sonst nicht sieht und hört“, erklärt Franziska Raabe.

BetterClaimsSolutions: Die Gründer Thorben und Anja Klemt sowie Richard Backhaus aus Lübeck möchten die Schifffahrt digitalisieren. Sie bieten Reedereien eine App zum digitalen Schadenmanagement auf Schiffen an. Bereits an Bord sollen Schäden erkannt, erfasst und bearbeitet werden. Eine Lösung, die Papier und Klemmbrett ablösen und das Personal an Bord unterstützen soll.

Schifffahrt soll digitaler werden

Thorben und Anja Klemt haben gemeinsam mit Richard Backhaus BetterClaimsSolutions gegründet. Ein digitales Schadensmanagement für Reedereien. Thorben Klemt ist seit fast 20 Jahren in der Schifffahrt tätig und hat sich nach eigenen Angaben immer darüber geärgert, dass Prozesse an Bord zu lange dauern. So entwickelte er eine App für Reedereien. „Unternehmen haben einen echten Mehrwert, die Crews haben uns dabei viele Anregungen und Impulse gegeben“, erzählte Anja Klemt. Die Jury sah darin einen „Zugewinn für die Region“ und ein „Konzept, das auch auf andere Branchen anwendbar ist.“

Lob für alle Teilnehmer

Von insgesamt 37 Bewerbern hatte die Jury die sechs besten Unternehmen für die Preisverleihung im „Slow Down“ auf dem Priwall bestimmt. Viel Lob gab es am Mittwochabend daher auch für die platzierten Unternehmen B_Yond (Gründer Joachim Hagel aus Stockelsdorf; Koffeinriegel), Autosiastik Software (Nikola Matović, Tony Kausche, Rasmus Wachsmuth, Timo Sternberg aus Henstedt-Ulzburg; Fahrzeugschein-Scanner) und Plantobelly (Christian Hahn und Bastian Klemke aus Stockelsdorf; smarte Feuchtigkeitsüberwachung von Straßenbäumen).

Viele Neugründungen im Norden

Schirmherr Bernd Buchholz macht in Schleswig-Holstein auch durch Veranstaltungen wie den Existenzgründerpreis inzwischen ein besonderes Flair für Start-ups aus: „Wir haben hier im Norden eine positive Atmosphäre für Gründer geschaffen. 2019 waren wir im KfW-Ranking bei Neugründungen noch auf Platz zehn, im ersten Quartal 2021 mit 1217 Gründungen jetzt schon auf Platz drei. Nur in Berlin und Hamburg wurde mehr gegründet als im kleinen Schleswig-Holstein.“

Bekanntheitsgrad steigt

Was die Teilnahme am Existenzgründerpreis bewirken kann, davon berichteten Nicole und Bernd Sell auf der Bühne. Das Paar hatte vor vier Jahren mit ihrem Unternehmen in Sereetz, das Grillsoßen produziert, an dem Wettbewerb teilgenommen – allerdings nicht gewonnen. Und trotzdem: „Wir haben ein tolles Feedback bekommen, wurden dadurch viel bekannter“, erzählte Nicole Sell.

Von Jan Wulf