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Norddeutschland FDP-Vorstoß: Seitenstreifen auf der Autobahn mitnutzen
Nachrichten Norddeutschland FDP-Vorstoß: Seitenstreifen auf der Autobahn mitnutzen
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06:00 14.06.2019
Auf der A 7 Richtung Norden (rechts) durfte bei hohem Verkehrsaufkommen bis 2014 der Seitenstreifen mitgenutzt werden. Quelle: Daniel Friederichs/dpa
Berlin/Kiel

Dies könne die Kapazität stark belasteter Autobahnen erheblich erhöhen, ohne dabei die Verkehrssicherheit zu gefährden, sagte Torsten Herbst, FDP-Verkehrspolitiker im Bundestag. „Leider wird dieses Instrument zur Verkehrsentlastung in Deutschland viel zu selten eingesetzt.“

Verkehrsschilder schalteten Seitenstreifen frei

In Schleswig-Holstein war auf der A 7 zehn Jahre lang der Seitenstreifen als Fahrspur genutzt worden – bis zum sechsstreifigen Ausbau der Trasse. Auf drei jeweils gut zehn Kilometer langen Abschnitten (HamburgQuickborn, QuickbornKaltenkirchen, Neumünster-SüdBordesholm) rollte der Verkehr damals auf drei Spuren Richtung Norden. „Wenn bestimmte Verkehrsmengen erreicht wurden, schalteten automatisierte Verkehrsschilder den Seitenstreifen frei“, erklärt Harald Haase, Sprecher des Verkehrsministeriums in Kiel.

Klare Vorgaben vom Bund

Der Bund macht dafür klare Vorgaben: So war die bessere Ausnutzung der A 7 möglich, weil mehr als 65 000 Fahrzeuge täglich die Strecke nutzten und die Autobahn ohnehin bereits für den sechsspurigen Ausbau vorgesehen war. Zudem, so erläutert die Bundesregierung in einer Antwort an die FDP-Bundestagsfraktion, seien für die temporäre Seitenstreifen-Freigabe meist auch Umbauten notwendig, etwa für Nothaltebuchten oder Anpassungen bei Ein- und Ausfädelstreifen. Im Falle der A 7 lagen die Baukosten nach Auskunft des Ministeriums bei rund zehn Millionen Euro.

Lob vom Unternehmensverband Logistik

Der Bundestagsabgeordnete Herbst fordert eine Entbürokratisierung der Genehmigungsverfahren, eine bessere Personalausstattung der zuständigen Behörden sowie mehr finanzielle Mittel für ein flexibles Baumanagement, das Staugefahren vor allem bei stark belasteten Autobahnabschnitten vermeidet. Unterstützung kommt vom Unternehmensverband Logistik. „Eine hervorragende Lösung“, lobt Geschäftsführer Thomas Rackow. Wichtig sei, dass der Seitenstreifen breit genug auch für Lastwagen sei. Aus seiner Sicht hat sich die Flexibilisierung der Fahrspuren bewährt. So wird der Verkehr durch eine Baustelle am Vormittag zweispurig in die Landeshauptstadt Kiel geführt, am Nachmittag steht nur eine Spur zur Verfügung – aber zwei leiten den Verkehr wieder hinaus aus der Stadt.

Sicherheitsaspekte abwägen

Auch Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) unterstützt den Vorstoß. Allerdings müsse man sich die Strecken im Einzelfall sehr genau ansehen und unter Sicherheitsaspekten abwägen. „Noch wichtiger als eine temporäre Seitenstreifenfreigabe ist aber eine Beschleunigung des Planungsrechts in Deutschland, wo wir – wie im Fall der A 20 – teilweise über 15 Jahre pro Abschnitt auf Baurecht warten“, betonte der Minister.

ADAC: Mittel lieber in den Ausbau stecken

Der ADAC äußerte sich vorsichtig. „Aus Gründen der Verkehrssicherheit sollte man den Seitenstreifen nur als letztes Mittel nutzen“, sagte Hans Pieper vom ADAC Hansa. Mit dem sechsspurigen Ausbau habe nun auch die A 7 die notwendige Kapazität. Und den großen Engpass habe man auf der A 1 ja glücklicherweise nicht. Der Club empfiehlt, bei Bedarf lieber alle Mittel in den Ausbau zu stecken.

550 Kilometer Autobahn

In Schleswig-Holstein gibt es insgesamt knapp 550 Autobahn-Kilometer. Von großer Bedeutung sind die A 7 als Nord-Süd-Verbindung und die A 1, die von Hamburg über Lübeck bis nach Oldenburg/Holstein führt. Die A 21 zweigt von der A 1 Richtung Kiel ab, die Autobahnen 20 und 24 führen weiter gen Osten. Die A 23 bindet die Westküste an die Hansestadt Hamburg an.

Julia Paulat

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