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Norddeutschland FDP macht sich für Winterferien stark
Nachrichten Norddeutschland FDP macht sich für Winterferien stark
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14:56 26.01.2019
Der Schule zum Ende des ersten Halbjahres für eine Woche lang den Rücken kehren – das wünschen sich viele auch in Schleswig-Holstein. Die FDP will jetzt mit den Koalitionspartnern über Winterferien sprechen. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
Kiel

Neue Hoffnung für die Fans von Winterferien: Die FDP unterstützt den Vorstoß des Kielers Volker Barthel. „Wir wollen die sehr lange Unterrichtszeit zwischen Januar und im ungünstigsten Fall April durch eine Woche Winterferien unterbrechen, damit die Schülerinnen und Schüler sich erholen und ihre Leistungsfähigkeit erhalten können“, erklärt die bildungspolitische Sprecherin Anita Klahn. Schließlich habe sich die Jamaika-Koalition in Schleswig-Holstein das Thema „gesunde Schule“ auf die Fahnen geschrieben. Der Kieler Volker Barthel, Vater zweier Kinder, kämpft seit einem Jahr für einwöchige Winterferien – idealerweise nach der Zeugnisvergabe Ende Januar. Seine Online-Petition war von knapp 6000 Menschen unterstützt worden.

So eine Petition könne man nicht unter den Tisch fallen lassen, ist aus der FDP zu hören. Idee und Begründung fände man nachvollziehbar. „Wir hören immer häufiger von Schülerinnen und Schülern, die über Stress und Burnout klagen. Das ist ein ernsthaftes Problem, das wir nicht auf die leichte Schulter nehmen dürfen“, warnte Klahn. Da müsse man Raum für die notwendige Erholung schaffen. Eine einwöchige Winterpause könne erreicht werden, indem man jeweils die Oster-, Sommer- und Herbstferien um ein bis zwei Tage kürzt, meint Klahn.

Kein Verzicht auf klassische Ferienverteilung

„Das würde ganz einfach gehen – ohne auf die klassische Ferienverteilung zu verzichten“, sagt auch Barthel. Der Missstand bei der Ferienverteilung in Schleswig-Holstein springe ja förmlich ins Auge. Die Kinder müssten zwischen Weihnachts- und Osterferien bis zu 14 Wochen am Stück zur Schule gehen, und das in der Infekt-anfälligen Zeit. „Ich bin mir sicher, dass den Kindern eine Ferienzeit im Februar mehr hilft als überlange Ferien im Oktober und über Ostern“, schreibt eine Winterferien-Befürworterin auf „openpetition“. Ein weiterer Kommentar: „Weil unsere Kinder eine Pause brauchen. Drei Monate Schule sind zu lang. Keinen Sinn machen dann wieder 3,5 Wochen Herbstferien am Stück.“ Ein anderer plädiert für „eine Erholungspause zwischen den beiden Schulhalbjahren. In anderen europäischen Ländern haben sich Winterferien schon lange bewährt“.

Tatsächlich seien Winterferien in den Nachbarländern Deutschlands selbstverständlich, argumentiert Barthel. Auch in zwölf von 16 Bundesländern werde eine Winterpause eingelegt. „Warum sollte das in Schleswig-Holstein nicht möglich sein?“

Die Unterstützung der Liberalen gibt ihm Auftrieb. „Es ist gut, dass wir nun schon mal eine Partei überzeugt haben“, sagte der Diplom-Informatiker. Seines Erachtens geht der Riss mitten durch die Fraktionen. Tatsächlich hatten auf der Online-Plattform „openpetition“ auch Politiker von CDU und Grünen seinen Vorstoß gutgeheißen. Für das Bildungsministerium von Karin Prien (CDU) sind Winterferien kein Thema. Sie hat den Ferienplan bis 2024 bereits in der Kultusministerkonferenz festgezurrt. Die FDP will nun Gespräche mit den Koalitionspartnern führen.

Der Flop mit den Frühjahrsferien

Über eine schulfreie Woche nach den Halbjahreszeugnissen war bereits im Jahr 2000 diskutiert worden. Der Vorschlag von Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) setzte sich aber nicht durch. Statt dessen bekam Schleswig-Holstein ab 2004 zweiwöchige Frühjahrsferien im März, ähnlich wie die Hamburger Schüler. Ein Flop: Nach nur einer Saison wurde das wieder zurückgedreht. Vor allem die Tourismusbranche hatte über schlechte Umsätze geklagt. Seit 2007 gibt es wieder echte Osterferien.

Julia Paulat

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