Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Fahren bald autonome Wasserstoff-Fähren auf der Kieler Förde?
Nachrichten Norddeutschland Fahren bald autonome Wasserstoff-Fähren auf der Kieler Förde?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:05 25.01.2020
Eine Designstudie zeigt autonome Fähren, die die Kieler Förde überqueren. Sie sind Teil des Projektes "CAPTinKiel". Die Kombination aus autonom fahrenden Bussen und Förde-Fähren könnte in Zukunft den Nahverkehr in Kiel revolutionieren. Quelle: Muthesius Kunsthochschule/dpa
Anzeige
Kiel

Eine Kombination aus autonom fahrenden Bussen und Förde-Fähren könnte in Zukunft den Nahverkehr in Kiel revolutionieren. Daran wollen Wissenschaftler Kieler Hochschulen und des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung gemeinsam mit einem Firmenkonsortium arbeiten.

Das Land werde das Projekt mit absehbar einer halben Million Euro fördern, sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) der Deutschen Presse-Agentur. Er habe den Projektträgern grünes Licht für den Aufbau des nötigen Netzwerks gegeben.

Anzeige

„CAPTin Kiel“ bringt Hochschulen und Unternehmen zusammen

„Unser gemeinsames Ziel ist es, zukünftig mehr Menschen dazu zu bringen, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen und damit die Umwelt und vor allem Menschen in der Stadt zu entlasten“, sagte Buchholz.

Das Mobilitätsprojekt heißt „CAPTin Kiel“ (Clean Autonomous Public Transport/Sauberer autonomer öffentlicher Verkehr). Außer den Hochschulen und Unternehmen wie TKMS, Raytheon Anschütz und German Naval Yards ist auch die Landeshauptstadt Kiel mit ihren Gesellschaften Partner des Verbundes.

Buchholz: „Enormes Potenzial für die Wirtschaft“

„Wir alle sind überzeugt, dass diese Idee enormes Potenzial für die Wirtschaft in Schleswig-Holstein in sich birgt“, sagte Buchholz. „Deshalb unterstützen wir diesen Ansatz auch als Beitrag zu einer Green Economy.“

Die Vision sei ein zunehmend von autonomen Lösungen geprägtes urbanes Mobilitätssystem, das sicher, schadstofffrei und klimafreundlich ist. Der Individualverkehr würde deutlich reduziert, Verkehrsträger zu Land und Wasser würden intelligent miteinander verbunden.

Neue Technologien für den Weltmarkt gesucht

„Das Netzwerk "CAPTin Kiel" wird Basis sein für den Transfer innovativer Forschungsergebnisse und Designentwürfe in die Wirtschaft“, sagte der Kieler Uni-Präsident Lutz Kipp. So könnten neue Technologien für den Weltmarkt etabliert werden. „Wir freuen uns sehr, dass das Land das Projekt von Wissenschaft, Wirtschaft und Stadt unterstützt.“

Es verbinde Digitalisierung und Mobilität mit den Stärken des Wissenschafts- und Industriestandortes. Schon jetzt rufe es Interesse in aller Welt hervor. „Die Technologie könnte ein neuer Exportschlager des Nordens werden“, sagte Kipp.

Grüner Wasserstoff als Treibstoff

Derzeit bereiten Forscher ein digitales Testfeld an und auf der Kieler Förde vor. Die beteiligten Unternehmen planen laut Wirtschaftsministerium zudem den Bau eines Schiffes als Versuchsträger auf der Grundlage von Designstudien der Muthesius Kunsthochschule in Kiel. Für den Antrieb der Busse und Personenfähren soll „grüner Wasserstoff“ verwendet werden, gewonnen aus Windstrom in Schleswig-Holstein.

Hier diskutieren die LN-Leser auf Facebook über den Nahverkehr der Zukunft:

An alle Pendler: Welche Wünsche hättet ihr für den Nahverkehr der Zukunft?

Gepostet von Lübecker Nachrichten Online am Samstag, 25. Januar 2020

Mehr Informationen für Pendler in Lübeck und der Region

Seit 2017: Pendler können Sitzplätze im Regionalzug reservieren

Immer längere Arbeitswege der Deutschen: Wir sind das Volk der Pendler

Fernverkehr: Die Bahn koppelt Ostholstein ab – aber der ICE Lübeck-München fährt wieder

Regionalzüge könnten durchfahren: So wollen die Grünen den Hamburger Hauptbahnhof entlasten

Ab 2022: So werden die neuen Pendler-Züge von Lübeck nach Hamburg

Kostenvergleichs-Studie: Lohnt sich das Pendeln nach Hamburg finanziell?

Seit 2018: Google Maps erhält eine Pendler-Funktion

Wissenslücken im Fernsehen: Herr Habeck, so funktioniert die Pendlerpauschale

Seit Jahrzehnten verbinden sie Travemünde und den Priwall: die Priwall- und Norderfähren. Klicken Sie sich durch die Bildergalerie für mehr Fotos.

Von RND/dpa