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Norddeutschland Fahrradtour: Der „Wilde Osten“ Fehmarns
Nachrichten Norddeutschland Fahrradtour: Der „Wilde Osten“ Fehmarns
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12:30 05.07.2019
Der Naturstrand in Katharinenhof ist ein Paradies für Versteinerungssammler, Angler und Taucher. Quelle: FOTOS: Sebastian Musolf
Fehmarn

Wer den „Wilden Osten“ der Insel Fehmarn erkunden will, macht dies am besten per Fahrrad – idealerweise mit dem E-Bike. Die rund 47 Kilometer lange Rundreise beginnt am Burger Bahnhof. Ausflügler können ihr Rad bequem in der Regionalbahn mitnehmen.

So verläuft die Radtour an der Ostküste Fehmarns. Quelle: Jochen Wenzel

Durch die Burger Innenstadt geht es eine schattenspendende Allee hinunter zum Hafen Burgstaaken. Dieser wurde 1778 erstmals erwähnt und ist heute ein beliebtes Anlaufziel für Touristen. Besonders begehrt ist der fangfrische Fisch, der im Traditionslokal „Lotsenhus“ oder im „Fischlädchen“ serviert wird. Leckere Kuchen und Torten warten im Café „Kontor“ auf die Gäste. Ein echter Besuchermagnet in Burgstaaken ist das Museums-U-Boot U11: Seit 2005 kann hier das ehemalige U-Boot der Bundesmarine besichtigt werden. Ein angrenzendes Museum erläutert die Geschichte der deutschen U-Boot-Flotte der Nachkriegszeit.

Das Museums-U-Boot U-11 kann am Hafen Burgstaaken besichtigt werden. Quelle: Sebastian Musolf

Kunst und Geschichte an der Steilküste Staberhuk

Von Burgstaaken aus geht es zur Steilküste Staberhuk mit ihrem Leuchtturm. Dieser wurde 1903 erbaut und ist damit der jüngste der Fehmaraner Leuchttürme. Der Maler des Expressionismus und Mitbegründer der Künstlergruppe „Brücke“, Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938), verbrachte hier die Sommermonate 1908, 1912, 1913 und 1914. Er schuf an diesem Ort einen wichtigen Teil seines Werkes. Mehr über Kirchner und sein Wirken auf Fehmarn erfahren Interessierte in einer Dokumentation in Burg, Bahnhofstraße 47. Wer eine Pause beim Radeln einlegen will, kann dies am Strand von Staberhuk, in der Nähe der Marinestation, machen.

Von dort geht die Reise an der malerischen Küste weiter in Richtung Nordosten. Nächster Halt ist Katharinenhof. Der Naturstrand, umgestürzte Bäume mit ihren mächtigen Wurzeln und die Steilküste dominieren das Landschaftsbild. Sammler stoßen hier auf uralte Versteinerungen: Fossilien wie versteinerte Seeigel liegen am Strand. Mit etwas Glück findet man Bernstein, das Gold der Ostsee. Aber auch Taucher und Angler suchen den Naturstrand gerne auf. Ein beliebtes Restaurant zum Einkehren ist der „Waldpavillon“ mit seiner Seeterrasse, von der man einen herrlichen Blick auf die Ostsee genießen kann.

Der Osten der Sonneninsel

Los geht es am Bahnhof in der Inselhauptstadt Burg auf Fehmarn. Die Fahrt vom Lübecker Bahnhof dauert etwa eineinhalb Stunden. Im Stundentakt fahren Züge die Strecke.

Mit 47 Kilometern gehört die Radtour durch Fehmarns „Wilden Osten“ zu den eher langen Strecken. Wobei man viel Zeit für die Tour einplanen sollte. Entlang der Strecke gibt es zahlreiche Museen oder Küstenabschnitte, die es lohnt zu besichtigen.

Weitere Radtouren gibt es bei LN-Online.

Puttgarden: Das deutsche Tor nach Skandinavien

Die Radtour wird immer am Strand entlang über Gahlendorf, Klausdorf, Presen und Marienleuchte nach Puttgarden fortgesetzt. Der dortige Fährhafen ist seit 1963 in Betrieb und verbindet seitdem Deutschland mit Dänemark (Rødbyhavn). Von der großen Holzbrücke aus kann man dem regen Schiffsverkehr zuschauen: Im 30-Minuten-Takt fahren hier die Autos, Busse, Lastwagen und Züge von den Schiffen der Reederei Scandlines herunter und auf diese hinauf. Die Überfahrt dauert 45 Minuten. Viele Millionen Menschen setzen hier jährlich über den Belt nach Skandinavien über.

Ein vor allem bei Dänen und Schweden sehr beliebtes Anlaufziel in Puttgarden ist der „Bordershop“ an der Westmole. In diesem schwimmenden Einkaufszentrum befindet sich auf vier Etagen ein riesiges Sortiment von 900 Weinen, 250 verschiedenen Whisky-Sorten, eine Auswahl von 40 Cognacs und Weinbränden sowie zahlreiche Biersorten und Lebensmittel. Insgesamt hat der „Bordershop“ rund 8000 Quadratmeter Verkaufsfläche.

Leuchtturm, Strand und Kitesurfer: Die Insel Fehmarn hat im Osten viel zu bieten. Unterwegs gibt es viel Schönes zu sehen, das für eine Tour auf der Sonneninsel spricht.

Das Hawaii des Nordens liegt nördlich von Gammendorf

Vom Hafen geht’s am Strand von Puttgarden weiter in Richtung Waldstück „Grüner Brink“, nördlich von Gammendorf. Zur Rast auf diesem Streckenteil bietet sich die „Beltbude“ an, ein Lokal am Puttgardener Strand beim Waldgebiet „Blanker Wisch“. Hier rasen immer wieder Kitesurfern über das Wasser, die hier bei dem oft sehr starken Wind optimale Bedingungen vorfinden: Nicht umsonst hat Fehmarn den Namen „Hawaii des Nordens“.

Weiter am Strand entlang gelangt man zum Niobe-Denkmal, einem weißen Schiffsmast. Das knapp 18 Meter hohe Monument erinnert an den Untergang des deutschen Segelschulschiffs „Niobe“, der sich am 26. Juli 1932 vor Fehmarn ereignet hat. Der Dreimaster wurde am Nachmittag dieses Tages von einem Gewitter überrascht, die Mannschaft völlig unvorbereitet getroffen. Das Schiff sank innerhalb kürzester Zeit: 69 Seeleute ertranken in der Ostsee, 40 wurden von zwei herbeigeeilten Schiffen gerettet.

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Zurück zur Inselhauptstadt Burg auf Fehmarn

Vom Niobe-Denkmal geht die Radtour nach Süden in Richtung Burg weiter: Über Gammendorf, Bisdorf und Landkirchen gelangt man in die Inselhauptstadt mit ihren rund 6000 Einwohnern. Die malerische Innenstadt platzt vor allem im Sommer aus allen Nähten, dann suchen die vielen Urlauber die zahlreichen Cafés und Restaurants in der Nähe des Marktplatzes auf. Viele Lokale verfügen über Außenterrassen. Erwähnt sei hierbei das RestaurantKorfu“, das als eines der besten griechischen Lokale in Ostholstein gilt. Im Traditionsbetrieb „Doppeleiche“ werden Freunde der italienischen Küche satt: Die Pizzen haben hier einen Durchmesser von rund 36 Zentimetern. Das Burger Rathaus mit seinen Holzverzierungen ist ein architektonisches Schmuckstück.

Wer diese Rundreise bewältigt hat, hat viel von der Schönheit und der Geschichte Fehmarns kennengelernt – aber nicht nur der Osten der Insel, sondern auch der Westen ist einen Besuch wert.

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Sebastian Musolf

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