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Norddeutschland Fall Detlef H.: Wurde bewusst weggesehen?
Nachrichten Norddeutschland Fall Detlef H.: Wurde bewusst weggesehen?
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18:40 15.06.2019
Der Skandal um Detlef H., den früheren Lübecker Außenstellenleiter des Weißen Rings, sorgt noch immer für Diskussionen. Quelle: Jens Büttner/dpa
Lübeck

Es müsse geklärt werden, ob den Vorwürfen gegen Detlef H., die lange vor den Strafanzeigen gegen ihn ein offenes Geheimnis in Behördenkreisen waren, aus falscher Rücksichtnahme oder wegen seiner guten Kontakte nicht mit der erforderlichen Konsequenz nachgegangen wurde, sagte Thomas Nommensen, stellvertretender Landesvorsitzender. Womöglich hätte ein frühzeitiges und klares Einschreiten weitere Taten verhindern können.

Thomas Nommensen, stellvertretender Landesvorsitzender der Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG). Quelle: DPolG

Schlechtes Zeichen für den Rechtsstaat

Nach Bewertung der DPolG ist es „ausgesprochen bedauerlich“ und für den Rechtsstaat sowie die Opferbetreuung von Straftaten ein schlechtes Zeichen, dass die insgesamt 29 angezeigten Straftaten gegen den ehemaligen Außenstellenleiter des Weißen Rings in Lübeck, Detlef H., nahezu ausnahmslos nicht verfolgt werden können.

Fall kommt jetzt vor Gericht

In 20 Fällen waren Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. 16 wurden eingestellt, etwa weil die Taten verjährt waren oder weil es zum Tatzeitpunkt den 2016 neu eingeführten Tatbestand der sexuellen Belästigung noch nicht gab. Ein einziger Fall kommt in der nächsten Woche vor Gericht. Der inzwischen 74-jährige Detlef H. muss sich dort wegen einer exhibitionistischen Handlung verantworten.

Ansehen der Polizei beschädigt

„Hinter jeder einzelnen angezeigten Straftat steckt mutmaßlich ein Schicksal von Frauen, die sich hilfesuchend an den Weißen Ring gewandt haben und dort ein zweites Mal zu Opfern wurden“, sagte Nommensen. Aus Sicht der DPolG ist zudem das Ansehen der Polizei durch die vorgeworfenen Taten erheblich beschädigt worden. Dass Detlef H. einen zivilen Streifenwagen der Lübecker Polizei offenbar auch nach seiner Pensionierung noch für Zwecke des Weißen Rings nutzen durfte, entspreche nicht der gültigen Rechtslage und habe „mehr als nur ein Geschmäckle“.

LN/jup

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