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Norddeutschland Fast jede zehnte Schulstunde in Schleswig-Holstein fällt aus
Nachrichten Norddeutschland Fast jede zehnte Schulstunde in Schleswig-Holstein fällt aus
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08:46 06.11.2015
Quelle: Marijan Murat/dpa
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Kiel/Lübeck

Das geht nach Angaben des Kieler Bildungsministeriums aus den Zahlen zur Unterrichtsversorgung hervor, die mit dem neuen System „Push — Portal zur Unterrichtserfassung Schleswig-Holstein“ ermittelt worden sind.

SPD-Bildungsministerin Britta Ernst hat die Zahlen gestern im Bildungsausschuss des Landtags vorgestellt. 18 Prozent der Vertretungsstunden wurden demnach bestritten, indem Lerngruppen zusammengelegt wurden, um den Unterricht für alle Schüler sicherzustellen. In 14 Prozent der Fälle wurden eigentlich vorgesehene Doppelbesetzungen aufgehoben oder es wurde Förderunterricht für schwache Schüler gestrichen. In vielen Fällen hätten die Schüler einfach Aufgaben zum „eigenverantwortlichen Arbeiten“ bekommen. Sechs Prozent der Ersatz-Stunden wurden von Lehrern bestritten, die aus dem Vertretungsfonds bezahlt wurden, in zehn Prozent der Fälle leisteten andere Lehrer Mehrarbeit.

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„92 Prozent aller in den Stundenplänen unserer Schulen vorgesehenen Unterrichtsstunden sind wie geplant erteilt worden. Wir wollen, dass dieser Wert besser wird“, betonte Britta Ernst im Ausschuss.

Seit Oktober 2014 müssen die Schulen im System Push nicht nur ihren Unterrichtsausfall melden, sondern auch begründen, warum die Stunden ausfielen und ob und wie Vertretungsunterricht stattgefunden hat. Dabei gebe es, so ein weiteres Push-Ergebnis, große regionale Unterschiede und an einzelnen Schulen teils erhebliche Abweichungen von diesen landesweiten Werten. Krankheit der Lehrkräfte ist in 60 Prozent der Fälle Grund für den Unterrichtsausfall. In 31 Prozent der Fälle waren Lehrerinnen und Lehrer mit Prüfungen, Projekttagen oder Schulausflügen beschäftigt. In fünf Prozent der Fälle nahmen sie an Fort- und Weiterbildungen teil, in vier Prozent der Fälle hatten sie Sonderurlaub.

Zukünftig sollen mit Push auch Angaben zum Krankenstand von Lehrkräften ermittelt werden. Im Herbst 2016 soll der Probebetrieb beendet und das System voll ausgereift sein.

wh