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Norddeutschland Faxgeräte – es gibt sie noch immer
Nachrichten Norddeutschland Faxgeräte – es gibt sie noch immer
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19:00 13.09.2019
Filialleiterin Katrin Reininger (45) und ihre Kollegin Vanessa Csancsar (42) von Kappen-Orth in Bad Schwartau müssen nur selten zum Faxgerät gehen. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Faxgeräte sind jetzt sogar ein Thema für die Politik geworden. Die Hamburger FDP forderte den Senat vor kurzem auf, die Faxgeräte abzuschaffen.Bislang seien in den Ämtern der Hansestadt noch 3000 analoge Faxanschlüsse in Gebrauch. Auch in Lübeck sind noch viele Faxgeräte in Betrieb.Die genaue Zahl ist unbekannt. Nicht einmal die Stadtverwaltung kann sagen, wie viele Geräte noch bei ihr stehen.

Weinhändler faxt nach Frankreich

Auch in Firmen wird noch gefaxt: Bei der Lübecker Weinhandlung von Melle ist das Faxgerät in einen Multifunktionsdrucker integriert. Hier wird noch oft gefaxt, meist zu kleineren Lieferanten nach Frankreich. Manuel Mack, Weinhändler und Önologe, sagt: „Das wird weniger. Auf lange Sicht ist wird das Faxen aussterben. Digital kann ein Dokument genauso gut versendet werden.“

Auch eine Bestätigung, ob das Dokument angekommen ist, sei per E-Mail einfach schneller zu versenden. „Außerdem reicht die digitale Version eines Dokumentes oft. Beim Faxen wird Papier verschwendet“, satt Mack Für ihn ist die geschäftliche Kommunikation per Internet besser geeignet. „Früher liefen Bestellungen fast nur über Fax, da kam eigentlich nie etwas per Mail. Jetzt ist es umgekehrt“, sagt Mack.

Die Weinhandlung faxt vor allem noch dann, wenn es den Weingütern lieber ist. „Ich weiß gar nicht, ob es noch vor ein paar Jahren in allen kleinen Weinregionen Internet gab. Da war Faxen einfacher.“, sagt Hauptgesellschafter Heinrich Püplichhuisen.

Manuel Mack von der Weinhandlung von Melle benutzt das Faxgerät noch, um mit französischen Weingütern zu korrespondieren. Quelle: Lutz Roeßler

Gericht digitalisiert Schriftverkehr

An der Musikhochschule Lübeck (MHL) wird das Faxgerät nur noch äußerst selten benutzt. Zwar haben die meisten Abteilungen noch eine Fax-Nummer, aber es kommen kaum noch Anmeldungen oder Bewerbungen über Fax an, heißt es von der Hochschule. Für Kurse melden sich die Leute meist online an. Manchmal komme auch Werbung.

Im Amtsgericht Lübeck gibt es noch häufig Faxe. Meist geht es um Schriftsätze, die schnell in einer Abteilung ankommen sollen. Jedoch sei das Gericht dabei, den Rechtsverkehr zu elektronisieren. „Viele Anwälte schicken die Schriftsätze online“, sagt Richter Oliver Moosmann (46).

Kappen-Orth: Manchmal kommt Werbung

Der Marzipanhersteller Niederegger benutzt Faxgeräte noch. Meist im Vertrieb, für Firmenkundenaufträge. Das Faxen sei aber sehr viel weniger geworden, sagt Pressesprecherin Eva Mura. Die E-Mails lösen Faxe nach und nach ab.

Beim Kostümbedarf Kappen Orth in Bad Schwartau gibt es noch Faxgeräte, aber mehr als ein paar Faxe im Jahr kommen dort nicht an. „Manchmal kommt Werbung. Ab und an auch eine Bestellung“, sagt Mitarbeiterin Katrin Reininger. Erst am Vortag sei eine Bestellung per Fax eingegangen.

„Normalerweise bekommen wir Faxe von älteren Kunden oder von Firmen, die das Fax schon immer geschäftlich genutzt haben und noch nicht bereit sind, das zu ändern. Wir selbst faxen eigentlich nie etwas. Höchstens alle paar Jahre ein Dokument für die Behörden.“

Praktisch sei das Faxen nur, falls mal das Internet ausfalle, sagt Reininger. „Wenn dann doch mal etwas per Fax ankommt, dann ist das wie Weihnachten. Das kündigt sich mit einem Ton an, und dann warten wir gespannt, was da kommt. Meistens ist es dann doch nur Werbung.“, sagt Vanessa Csacsar. Aber auch das sei bei ihnen sehr selten.

Dräger: Noch 30 Prozent per Fax

Bei Dräger ist es branchenabhängig, ob Faxgeräte benutzt werden oder nicht. In der Kommunikation mit Feuerwehren sei es üblich, dass Anfragen und Bestellungen per Fax ankommen und zurückgesandt werden. Grob geschätzt liege der Anteil in den Vertriebsbüros noch bei 30 Prozent Kommunikation mit Faxgeräten, 70 Prozent werde aber mit E-Mails kommuniziert.

„Auch in der Industrie ist es nicht unüblich, per Fax zu bestellen – der Anteil liegt geschätzt bei zehn Prozent. In der Regel schicken wir aber eher keine Faxe raus, es sei denn, der Kunde kommuniziert nur darüber“, sagt Dr. Martina Ludewig von Dräger. Pauschal könne gesagt werden: je kleiner der Kunde, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er Faxe nutzt.

Von Anna Stöcklin

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