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Norddeutschland Fehmarnbelttunnel: Soll Baustart Scandlines-Widerstand brechen?
Nachrichten Norddeutschland Fehmarnbelttunnel: Soll Baustart Scandlines-Widerstand brechen?
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19:30 30.03.2019
Bereits im Oktober 2018 starteten in Dänemark die vorbereitenden Untersuchungen für den Bau des Belttunnels nach Fehmarn, jetzt ging es dort wirklich los. Quelle: Jennifer Binder
Fehmarnbelttunnel

Mit dem Beginn der Bauarbeiten am Fehmarnbelttunnel soll die Reederei Scandlines dazu gebracht werden, ihren Kampf gegen den Bau des Tunnels zu beenden. Das berichtet die dänische Tageszeitung „Folketidende“ unter Berufung auf die verkehrspolitischen Sprecher der Dänischen Volkspartei, der Regierungspartei Venstre und der Sozialdemokraten.

Die drei Parteien gehören zum Unterstützerkreis des Bauprojektes im Folketing, der mit seiner breiten Mehrheit am vergangenen Dienstag grünes Licht für den Baubeginn gegeben hatte. Scandlines, die den Fährverkehr über den Fehmarnbelt betreibt, klagt gegen den Tunnelbau vor allem mit dem Vorwurf unlauterer Konkurrenz wegen der Staatsgarantien für die Kredite zur Finanzierung des Projekts.

„Wir senden ein klares Signal an Scandlines, mit den Verzögerungsaktionen und all dem Hokuspokus aufzuhören“, sagte der Sprecher der Dänischen Volkspartei, Kim Christiansen, der Zeitung. Sein sozialdemokratischer Kollege Rasmus Prehn forderte die Reederei auf, den Widerstand gegen mit breiter Mehrheit gefasste Beschlüsse aufzugeben. Venstres-Sprecher Kristian Phil Lorenzen hält laut Folketidende die Klage der Reederei für vollkommen aussichtslos. Scandlines-Direktor Søren Poulsgaard Jensen sagte der Zeitung in einer Stellungnahme, sein Unternehmen werde den Widerstand gegen den Tunnel nicht aufgeben.

Schweinepest: Während Dänemark zur Vorbeugung vor der Afrikanischen Schweinepest an der deutsch-dänischen Grenze zehn Millionen Euro für einen 70 Kilometer langen Zaun ausgibt, klafft auf den Straßen eine breite Sicherheitslücke: Fast 40 Prozent aller Viehtransporter, die die dänischen Lebensmittelbehörde (vergleichbar mit der deutschen Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung) nach dem Transport von Schweinen ins Ausland kontrolliert hat, waren unzureichend gereinigt.

Die Desinfektion reichte nicht aus, um das Risiko einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest sicher zu eliminieren, berichtete die Behörde in einer Pressemitteilung. Bei der Stichprobenkontrolle von 300 Viehtransportern waren 120 so schlecht gereinigt, dass ihnen die Weiterfahrt verboten wurde, in 35 Fällen sei Anzeige erstattet worden. Die Lkw seien auch aus Polen, der Tschechischen Republik und Belgien gekommen – also von der Afrikanischen Schweinepest betroffenen Ländern.

Taxi erst nach 24 Stunden: Dass das Taxi eine halbe Stunde später kommt als von der Zentrale angekündigt, hat wohl jeder schon mal erlebt. Viel schlimmer aber erging es jüngst zwei Paaren in Dänemark: Das angeforderte Taxi kam erst nach 24 Stunden. Wie die Zeitung „Vestkysten“ berichtet, wollten die Paare nach einer Feier bei Freunden im Dorf Varminglund in der Nähe der Domstadt Ribe gegen 23 Uhr mit dem Taxi in das 20 Kilometer nördlich gelegene Gredstedbro gebracht werden. Eine Taxenzentrale versprach, ein Wagen werde in einer Stunde da sein. Das war es jedoch nicht.

Die angerufenen Zentrale versprach, das Taxi komme in zehn Minuten. Wieder Fehlanzeige, erneuter Anruf: Wo bleibt das Taxi? Antwort: Es ist seltsamerweise auf dem Weg in die – doppelt so weit entfernte – Hafenstadt Esbjerg, und man könne jetzt keinen Wagen mehr nach Varminglund schicken. Die Paare ließen sich dann von einer anderen Firma nach Hause bringen – und waren höchst erstaunt, als der Freund in Varminglund in der folgenden Nacht gegen 23 Uhr anrief, jetzt sei das vor 24 Stunden angeforderte Taxi da.

Die tags darauf zur Rede gestellte Taxenzentrale wies den Verdacht, das für Varminglund bestellte Taxi habe eine lukrativere Fahrt nach Esbjerg vorgezogen, entschieden zurück: Grund des Fehlers sei wohl der Datumswechsel um Mitternacht gewesen. Was den versetzten Freunden wenig plausibel erschien: Dass um Mitternacht das Tagesdatum wechsle, könne eine erfahrene Taxenzentrale doch kaum überraschen.

Rüdiger Wenzel

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