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Norddeutschland Flagge zeigen im Schrebergarten
Nachrichten Norddeutschland Flagge zeigen im Schrebergarten
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17:00 07.07.2019
Jörg Schmidt (54) hisst in seinem Kleingarten die Deutschlandfahne. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Wer in Dänemark die NationalflaggeDanebrog“ oder eine andere skandinavische Flagge hissen will, darf das gerne tun. Für die deutsche Flagge ist eine Genehmigung erforderlich. Anlässlich des Danebrog-Jubiläums hat die Vertretung der deutschen Minderheit das nun kritisiert. Aber warum hisst man überhaupt eine Flagge – zum Beispiel im Garten?

Deutschlandfahne für einen Euro

Irgendwie gehört es wohl dazu: Bunte Fahnen wehen in der Anlage des Lübecker Kleingartenvereins Buntekuh. Parzellenpächter Jörg Schmidt (54) zum Beispiel hat die Deutschlandfahne hochgezogen. „Tja, warum?“ Schmidt zuckt die Achseln. „Der Fahnenmast war schon da, als ich den Garten übernommen habe.“ Ein nackter Mast, ohne Fahne, das sei auch nichts, fand der Verwaltungsfachangestellte. Deshalb hisste er auch die Deutschlandfahne, die sein Vorgänger ihm ebenfalls hinterlassen hatte. Als sie kaputt ging, kaufte er eine neue. Es hätte auch eine andere werden können, überlegt der Pächter, die Schleswig-Holstein-Farben oder die Lübeck-Flagge – Rot, mit schwarzem Adler. „Die haben auch viele.“ Aber dann habe er in einem Billig-Laden die schwarz-rot-goldene Bundesfahne gesehen. „Für einen Euro. Da hab’ ich zugegriffen.“

Fahnen machen Freude. Wer genug Platz hat, hat oft eine im Garten.

Erinnerung an die Heimat

Edith und Ulfred Franz (81 und 83), die in derselben Anlage ihre Freizeit verbringen, haben sogar eine ganze Sammlung. „Alle vom Bruder meines Mannes geerbt“, sagt Edith Franz und legt auf den Gartentisch, was sie hat: Die Deutschlandfahne, die Deutschlandfahne mit Bundesadler, die Schleswig-Holstein-Fahne, die bayerische Fahne, die DDR-Fahne. „Mit Hammer und Sichel – die brauchen wir nicht mehr“, bemerkt sie lachend. Aber die schwarz-weiße Ostpreußenfahne mit der Elchschaufel hissen beide gerne. „Ich bin aus dem Kreis Stuhm, mein Mann aus dem Kreis Osterode.“

Am liebsten Lübeck-Flagge

Auch Manfred Schmidtke (84) erfreut sich an seinen zahlreichen Flaggen und Wimpeln im Kleingarten. An Masten wehen die Flaggen von Deutschland und der Stadt Lübeck. Als Wimpel zieren die Nationalsymbole von Kanada, Nordrhein-Westfalen, Europa und andere seine Laube. Ein Wimpel ist von der Fußball-WM, auf einem steht „Lever duad üs Slav“ (lieber tot als Sklave). „Bei manchen weiß ich gar nicht, wo ich die herhabe und wofür sie genau stehen“, entschuldigt sich Schmidtke. Hauptkriterium: Sie müssen ihm gefallen. Besonders gerne sieht er die Lübecker Flagge wehen. „Ich bin Lübecker, von Geburt an.“

Fahnen für Alt und Jung

Bei Katja Zielke (53), Geschäftsführerin bei der Lübecker Fahnenfabrik, kommen täglich Kunden aller Altersgruppen, um sich mit Wimpeln und Fahnen aller Größen einzudecken. „Lübeck, Schleswig-Holstein, Deutschland und Europa verkaufen wir am meisten.“ Manche würden auch Vereinsfahnen erwerben. Die Auswahl ist groß: „Wir haben einige hundert Fahnen auf Lager.“ Auch Wunsch-Fahnen können kreiert werden, beispielsweise mit einem Foto. „Wir machen alles, soweit es erlaubt ist.“ Große Deutschland-Fahnen gibt es in unterschiedlicher Qualität ab 20 bis 30 Euro, auch Masten kann man bei Zielke kaufen, ab etwa 200 Euro.

Erlaubte Symbole

Jeder darf privat oder geschäftlich eine Flagge hissen, so weit sie nicht so groß ist, dass sie dem Nachbarn die Sicht nimmt oder sonst empfindlich stört. Erlaubt aber sind nicht alle Motive. Verboten sind beispielsweise Fahnen mit rechtsradikalen Zeichen oder Symbolen. Nicht erlaubt sind außerdem die Reichskriegsflagge oder die offiziellen Farben des ehemaligen Deutschen Reiches – Schwarz-Weiß-Rot. Nicht verboten ist die Fahne der DDR. Die schwarz-rot-goldene Bundesflagge mit Bundesadler dürfen eigentlich nur Bundesbehörden verwenden, die private Verwendung kann als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Zu Kaufen gibt es sie trotzdem.

Heiner Arden (54) ist Kirchenmusiker und kauft eine britische Flagge. Damit will er in der Marienkirche einen Orgelspieler ankündigen, der beim Lübecker Orgelsommer englische Orgelmusik spielt. „Danach hänge ich sie vielleicht irgendwo an die Wand“, überlegt er. Denn so eine Flagge könne schließlich auch sehr dekorativ sein.

Marcus Stöcklin

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