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Norddeutschland Forstamt warnt vor hoher Waldbrandgefahr
Nachrichten Norddeutschland Forstamt warnt vor hoher Waldbrandgefahr
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06:00 27.06.2019
Waldbrand bei Lübtheen: Feuerwehrleute wässern vorsorglich ein Waldstück in der Gemeinde Jessenitz-Werk. Quelle: Bodo Marks/dpa
Lübeck

Einen Brand auf einem früheren Truppenübungsplatz bei Lübtheen (Landkreis Ludwigslust-Parchim) hatte die Feuerwehr mit Hilfe von Löschpanzern am Mittwoch unter Kontrolle gebracht. Für den Fall, dass der Wind auffrischt, wurde dennoch eine mögliche Evakuierung der Gemeinde Jessenitz-Werk vorbereitet, ebenso die des 100-Einwohner Ortes Volzrade.

„Es ist so, dass die Böden trocken sind“, stellt Ionut Huma fest, Sprecher der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten. Landesweit bestehe inzwischen überwiegend Waldbrandgefahr der Stufe 3. Eine hohe Gefahr (Stufe 4) gebe es dagegen in Lübeck und südöstlich davon. Betroffen seien vor allem Nadelwälder.

Palinger Heide besonders gefährdet

„In Lübeck sind das insbesondere die Siemser Tannen, die Gebiete südlich der Wesloer Landstraße und östlich der Kirschenallee“, erklärt Knut Sturm, Bereichsleiter des Stadtwalds Lübeck. Die hohe Gefahrenstufe gelte aber genauso für das Lauerholz. Dennoch sei es unwahrscheinlich, dass größere Brände ausbrechen. „Unter den Kiefern wächst Laubholz. Wo Laubholz fehlt, steigt die Wahrscheinlichkeit eines Brandes.“ Dies sei so in der Palinger Heide, hinter der Stadtgrenze auf mecklenburgischer Seite. Doch selbst wenn es dort zu brennen anfinge, glaubt Sturm, würde es sich im Laubholzbereich nicht mehr groß ausbreiten.

Brandenburg hat die meisten Waldbrände

In Schleswig-Holstein gab es 2018 sieben Waldbrände. In Deutschland kam es 2018 in Brandenburg (512) zu den meisten Waldbränden, gefolgt von Sachsen (201). Insgesamt wurden bundesweit 1708 Waldbrände auf einer Fläche von 2348 Hektar erfasst.

Außer in Mecklenburg-Vorpommern brennt es derzeit erneut in Brandenburg auf einer Fläche von 100 Hektar in der Lieberoser Heide.

Feuerwehren sind vorbereitet

Sandige Böden mit größeren Kiefernbeständen gibt es zudem im Raum Gudow-Mölln-Ratzeburg. Dort sei man auf eventuelle Brände vorbereitet, versichert der stellvertretende Kreiswehrführer Torsten Möller. „Wir haben eine Bereitschaft, an der mehrere Wehren beteiligt sind. Auch für die Wasserversorgung.“ Selbst im Wald gebe es Hydranten. „An die muss man nur rankommen.“ Das werde durch eine frühe Alarmierung gewährleistet. „Waldbrände werden meistens schnell bemerkt“, meint Möller.

Vorsicht mit Kippen und Scherben

Forst-Sprecher Huma weist darauf hin, dass Rauchen und offenes Feuer sowie Grillen im Wald verzichtet werden solle. „Keine Zigarettenkippen aus dem Autofenster werfen“, mahnt der Forstmann. Glas und Scherben im Wald könnten das Sonnenlicht verstärken und trockene Pflanzen entzünden. Entstehe dennoch ein Feuer, empfehle es sich nicht, eigene Löschversuche einzuleiten. Im Zweifel gefährde man sich dadurch nur selbst. „Besser gleich Polizei und Feuerwehr informieren.“

Wild hilft sich selbst

Das Wild brauche keine Hilfe. Es leide zwar auch unter Hitze und Trockenheit, habe aber „Strategien dagegen“. So gehe das Wild vor allem früh morgens oder spät abends auf Futtersuche, wenn es kühler sei. „Flüssigkeit nähmen Tiere wie Rehe auch mit den Pflanzen auf und morgens mit dem Tau.“

Regen und damit ein Sinken der Waldbrandgefahr sind vorerst nicht angekündigt, ist bei Jürgen Püschel, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Hamburg zu erfahren. „Bis Sonntag steigen die Temperaturen auf 33 Grad.“ Die Waldbrandstufe 5 (sehr hohe Gefahr) sei dann in den stärker gefährdeten Gebieten nicht mehr auszuschließen. Erst in der Nacht zu Montag zieht kältere Luft von Westen auf, die auch Regen mitbringe. Püschel: „Dann kommt ein typisch norddeutscher Sommer mit knapp über 20 Grad.“

Marcus Stöcklin

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