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Norddeutschland Freude über neuen Feiertag im Oktober
Nachrichten Norddeutschland Freude über neuen Feiertag im Oktober
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22:10 22.02.2018
Der Landtag stimmte gestern für einen neuen Feiertag in Schleswig-Holstein.
Der Landtag stimmte gestern für einen neuen Feiertag in Schleswig-Holstein. Quelle: Fotos: C. Rehder/dpa, Felix König (5)
Kiel/Lübeck

Denis Shena (34) freut sich auf den freien Tag. „Ich finde es immer schön, zu Hause zu sein. “Ganz besonders, seit Töchterchen Era auf die Welt gekommen ist. Auch Katja Schulz (44) und ihre Tochter Lea (20) sehen der vom Landtag beschlossenen Gesetzesänderung erfreut entgegen. „Vielleicht mache ich einen Couch-Tag“, überlegt Katja Schulz. Es sei Zeit für ein schönes Frühstück mit der Familie, man könne aber auch wegfahren und etwas Schönes unternehmen.

Für die meisten Schleswig-Holsteiner ist es eine gute Nachricht: Der 31. Oktober ist künftig ein Feiertag. Die Menschen in Lübeck empfinden es nur als gerecht, dass sie einen weiteren arbeitsfreien Tag bekommen. Tourismus und Handel könnten profitieren.

Maximilian Wilk wird vermutlich gar nicht frei machen können am 31. Oktober. „Ich bin auf dem Weg in die Selbstständigkeit“, erklärt der 29-jährige Reinfelder. Dennoch begrüßt er die Entscheidung:

„Die Anpassung an den Süden Deutschlands halte ich für richtig.“ Es sei nur „fair“, dass der Norden einen Feiertag dazubekomme, sagt Nicole Meissner (52) aus Travemünde. Dafür sei der Reformationstag ein ebenso guter Anlass wie etwa der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober.

„Ein zusätzlicher Feiertag in den norddeutschen Bundesländern ist sicherlich im Interesse der Beschäftigten und stellt eine Angleichung an die Verhältnisse in Süddeutschland dar“, räumt Reiner Piske, Personalvorstand bei Dräger, ein. Allerdings stelle der zusätzliche Feiertag für die Wirtschaft in erster Linie eine Belastung dar. So geht das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) nach Auskunft seines Sprechers Oliver Grieve von 1,5 Millionen Euro Mehrkosten aus. Schließlich müssten Feiertagszuschläge gezahlt werden.

Für den Einzelhandel sieht Hans-Jürgen Frick, Vizepräsident des Handelsverbands Nord, „keine gravierenden Folgen“. Lebensmittel und Bedarfsgegenstände würden ohnehin gekauft. Es werde zu Umsatzverschiebungen kommen. So seien die Tage beispielsweise um den freien 3. Oktober für den Handel meist recht gut. „Vielleicht ist der neue Feiertag für uns als touristische Stadt sogar von Vorteil“, meint Frick.

Tatsächlich setzt die Tourismusbranche auf einen positiven Effekt. „Lübeck als klassisches Kurzreiseziel wird profitieren“, sagt Christian Martin Lukas, Geschäftsführer der Lübeck und Travemünde Marketing GmbH. Der Reformationstag, der in diesem Jahr auf einen Mittwoch fällt, biete Gelegenheit für ein verlängertes Wochenende in der Nebensaison.

Die norddeutschen Bundesländer streben eine gemeinsame Lösung an: Am Mittwoch stimmt die Hamburgische Bürgerschaft über einen neuen Feiertag ab. Niedersachsen wird voraussichtlich erst im April entscheiden. Als erstes Bundesland hatte Bremen bereits vorgestern die Weichen Richtung Reformationstag gestellt. Vor einer endgültigen Entscheidung in zweiter Lesung soll aber die Abstimmung im niedersächsischen Landtag abgewartet werden. In Mecklenburg-Vorpommern – und allen anderen neuen Bundesländern – ist der 31. Oktober seit der Wiedervereinigung gesetzlicher Feiertag.

Von Julia Paulat