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Norddeutschland War’s das schon mit dem Winter?
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12:29 18.02.2019
Die Hamburger Studentin Lara Hirsch (22, l.) kommt ursprünglich aus Lübeck und besucht in den Semesterferien gern den Scharbeutzer Strand. Dieses Mal nahm sie ihre Kommilitonin Paulina Seger (19) mit. Die beiden freuen sich über die Sonne: „Wir werden etwas leckeres essen, Fotos machen und das Wetter genießen.“ Quelle: Lutz Roeßler
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Lübeck

Der Norden genießt die Sonne: Am Strand räkeln sich die ersten Menschen im Sand, vor den Eisgeschäften und Cafés bilden sich lange Schlangen, auch die Parkbänke in den Innenstädten sind voll besetzt. Zweistellige Temperaturen und tiefblauen Himmel bringt das Wetter an diesem Wochenende. Und die Aussichten bleiben gut. Diplom-Meteorologe Sebastian Wache von Wetterwelt Kiel erklärt: „Auch am Montag geht es sonnig und mild weiter. Erst am Dienstag erwarten uns Wolken und etwas Regen.“ Zum kommenden Wochenende hin soll es jedoch erneut frühlingshaft werden. „Mit Eis und Schnee ist bis Ende Februar nicht zu rechnen“, sagt Wache. Es könnte aber durchaus sein, dass es im März noch einmal Schnee gibt. „Wir sollten das schöne Wetter genießen, aber uns noch nicht daran gewöhnen.“

So genießen Bewohner und Touristen das gute Wetter in Lübeck und Umgebung.

Norddeutsche genießen die Zeit im Freien

Wie genießen geht, wissen die Norddeutschen. Die Heilpraktikerin Susanne von Ahn aus Hamburg ist auf einer Fortbildung in Lübeck und verbringt die Mittagspause gemeinsam mit Kolleginnen auf einem sonnigen Plätzchen vor dem Lübecker Holstentor. „Es ist traumhaft, da fehlen nur noch Grill und Eiswagen“, schwärmt ihre Kollegin Jennifer Gattermann. Auch der Bad Oldesloer Karl Heinz Peik weiß: „Eis geht doch immer!“ Er macht gemeinsam mit seiner Frau Barbara und den Enkelkindern Lotte und Max einen spontanen Tagesausflug nach Scharbeutz. „Die Zwillinge sind gerade zu Besuch aus Berlin“, berichtet Barbara Peik. „Es ist so toll, wir fahren eine halbe Stunde und sind im Paradies!“ Der Straßenmusiker Sven Wildöer verzaubert unterdessen an den sonnigen Tagen die Strandbesucher mit seinen Klavierklängen. „Hier in Scharbeutz ist der Strand einfach am schönsten und die Atmosphäre ist so ruhig – genau das richtige für meine Musik“, sagt der 32-Jährige.

Gastronomen freuen sich über Gäste

Die Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (Tash), Bettina Bunge, erklärt: „Das gute Wetter ist für Bewohner und Touristen ein Grund, das Wochenende draußen zu verbringen.“ Vor allem nach den letzten verregneten Wochen sei die Sehnsucht nach ein paar Sonnenstrahlen groß. Dehoga-Chef Stefan Scholtis erklärt, dass sich besonders die Gastronomen über viele Gäste freuen. Denn: „Zu einem guten Tagesausflug gehört stets auch die Einkehr in ein Café oder Restaurant. Das ist Urlaub für die Seele.“

Die Sonnenstrahlen genießen indes nicht nur Menschen, sondern auch Tiere. In Warnsdorf wurden bereits zwei Störche gesichtet. Benno Moreth, Sprecher des Naturschutzbundes Lübeck, vermutet, dass die Tiere aus dem Vogelpark Niendorf stammen, wo man sie im Winter füttert. „Es ist zwar bekannt, dass einige Störche etwas früher aus dem Süden zurückkommen, aber das ist eher ein Glücksspiel der Natur“, sagt der Experte. Schließlich könnten die Störche in Afrika gar nicht wissen, wenn hier im Norden plötzlich gutes Wetter ist.

Singvögel als Wintergäste im Wattenmeer

Ganz anders ist das bei kleinen Singvögeln wie Schneeammer, Ohrenlerche und Berghänfling, die vor der bitteren Kälte Nordeuropas ins deutsche Wattenmeer geflüchtet sind. Für sie ist das Wetter Schleswig-Holsteins gleichbedeutend mit dem „sonnigen Süden“, sagt Nationalpark-Ranger Martin Kühn. Das Wattenmeer gilt nach Angaben der Nationalparkverwaltung als vogelreichste Region Mitteleuropas. Warum bleiben jedoch diese arktischen Singvögel in Schleswig-Holstein? „Man muss sich nur vorstellen, wie kalt es jetzt ist in den Gebieten, wo sie herkommen“, sagt Vogelexperte Kühn. „Da oben ist im Winter alles tief verschneit. Die haben im Prinzip ihre ,Tropen’ erreicht, wenn sie uns bei uns sind.“

Landwirte und Allergiker mit Sorgen

Die aktuellen warmen Temperaturen verursachen aber auch Probleme, so zum Beispiel in der Landwirtschaft. Peter Koll, Geschäftsführer des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, befürchtet: „Wenn nun schnell die ersten Wachstumsprozesse einsetzen, verlieren die Pflanzen ihre Winterhärte.“ Dadurch werden sie besonders empfindlich gegenüber erneuten Frostperioden. Auch viele Allergiker haben es derzeit schwer. Wer gegen Hasel und Erle allergisch ist, muss an diesem Wochenende laut Pollenflug-Gefahrenindex mit einer mittleren Belastungsintensität rechnen. Experten raten, die Medikamente griffbereit zu haben. Wer besonders stark reagiert, sollte sie schon täglich zur Vorbeugung einnehmen.

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Rabea Osol

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