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Norddeutschland Ex-Profi von Hannover 96 trainiert Kinder in Dahme
Nachrichten Norddeutschland Ex-Profi von Hannover 96 trainiert Kinder in Dahme
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18:42 26.07.2019
Bei der Fußball-Akademie trainiert Ex-Bundesligaspieler Karsten Surmann von Hannover 96 Kinder beim TSV Dahme. Neben Passtraining und Dribbling steht vor allem der Spaß am Fußball im Vordergrund. Deshalb gibt es auch viele Trainingsspiele. Quelle: Fabian Boerger
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Dahme

Schwarzes Trikot, Shorts und Stutzen: Ganz in Schwarz werden die 34 Kinder, die sehnsüchtig auf den Start der Fußball-Akademie warten, eingekleidet. Dann geht es auf den frisch gemähten Rasen des TSV Dahme – zum Einspielen. Noch schnell ein Gruppenfoto: Brust raus, gerade sitzen, lächeln, nicht lachen. Dann startet das Training mit dem ehemaligen Fußball-Profi Karsten Surmann. Fünf Tage lang werden die fünf bis 15 Jahre alten Nachwuchskicker vom ehemaligen Bundesliga-Spieler von Hannover 96 und seinem Trainerteam trainiert.

Kinder aus ganz Deutschland

In drei Gruppen geht es aufs Feld. Je höher die Altersgruppe, desto größer ist auch das Tor. Kopfball, Passspiel, Namen lernen: Bevor das erste Trainingsspiel beginnt, werden die Grundlagen verfeinert. Und: „Nicht zu viel toben“, ruft Co-Trainer Robert Scheuer den Jüngsten hinterher, die wie Bienen über das Spielfeld wuseln. „Nicht, dass ihr gleich zu Anfang schon kaputt seid.“ Scheuer spielte seinerzeit für den 1.FC Augsburg in der Bundesliga.

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Bei der Fußball-Akademie trainiert Ex-Bundesligaspieler Karsten Surmann von Hannover 96 Kinder beim TSV Dahme.

Nun ist er einer der drei Trainer, die mit wachem Blick am Spielfeldrand stehen. Ihr Ziel: Den Kindern das vermitteln, was beim Vereinstraining eher liegen bleibt. „Dort haben die Kinder vielleicht eine bis eineinhalb Stunden zum Trainieren. Hier haben wir mehr Zeit, sodass ich auch mal eine ganze Stunde Passspielen trainieren kann“, sagt Surmann. Akzente setzen – das ist ihm ein Anliegen.

320 Tage auf dem Platz

Und die Erfahrung dafür bringt der 59-Jährige aus seinen 16 Profi-Jahren mit. Rund 380 Spiele absolvierte er in der ersten Liga bei Hannover 96 und später in der zweiten Liga beim 1. FC St. Pauli und beim VFL Osnabrück. Den Profi-Schuh hat er mittlerweile an den Haken gehängt.

Doch stehe er heute mit seiner 2003 gegründeten Fußballschule öfter auf dem Feld als damals. Im Jahr kommt er auf rund 320 Tage – arbeitet mit Vereinen, organisiert Schulprojekte und Fußballcamps. Aus seiner Vergangenheit bringt er vor allem eines mit: „Ich habe mir stets den Spaß am Fußball erhalten.“ Und diesen möchte er an die Youngsters weitergeben.

Kicken mit den Profis

Vier Mal bietet Karsten Surmann noch Trainingswochen im Norden an: vom 29. Juli bis 2. August, 5. bis 9. August und 12. bis 16. August beim TSV Dahme, und vom 19. bis 23. August in Kellenhusen. 159 Euro kostet die ganze Woche pro Kind.

Ein weiteres Event ist der Sportbuzzer Esling-Cup. Vom 29. Juli bis 1. August veranstaltet Surmanns Fußballschule täglich ein Turnier von 16 bis 19 Uhr auf dem Soccerplatz in Dahme. Anmeldungen sind täglich von 15.45 bis 16 Uhr möglich. Das Turnier richtet sich an Mädchen und Jungen von acht bis zwölf Jahren. Gespielt wird fünf gegen fünf. Ein Team besteht aus bis zu acht Kindern.

Weitere Infos zu der Fußballschule Surmann und den Camps finden Sie unter www.fussballschule-surmann.de. Dort sind jederzeit Anmeldungen möglich.

Bei den jungen Kickern kommt er damit gut an. Levon und Julian (beide 7) spielen seit zwei und einem Jahr Fußball. Schon jetzt üben sie – wie die Großen – den Kopfball. Danach stehen sie einander gegenüber und schieben sich den Ball zu. „Das Passen habe ich heute neu gelernt“, sagt Julian und erzählt im gleichen Satz von seinem großen Idol, dem schwedischen Top-Spieler Zlatan Ibrahimovic. Eines Tages möchte er auch so spielen wie der Spieler von LA Galaxy.

„Er ist immer noch ein Roter“

Auch bei den Älteren ist Surmann ein Begriff. Heiko Jacob ist mit seinem Sohn Tom (9) aus Hannover angereist. Er hat den Urlaub bewusst nach Dahme gelegt, damit Tom beim Camp dabei sein kann. Der Neunjährige ist einer von vielen aus der hannoverschen Fraktion: „Es kommen schon einige hierher – vor allem wegen Karsten. Er ist immer noch ein Roter.“

Für Tom (6) geht es eher darum, die Ecken besser zu schießen. „Ich will sie so spielen, dass sie auch gleich ins Tor gehen“, sagt der kleine Fan von Ronaldo. Aber bevor die drei ihre Techniken perfektionieren, geht’s mit Surmann und den anderen Kindern in der Gruppe wieder zurück auf den Platz. Richtig Eckenschießen lernen steht nun auf dem Programm. Für Karsten Surmann ist es das A und O des Fußballs.

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Andrew Bednarzik ist erster Vorsitzender des TSV Dahme und beobachtet das Treiben. Er freut sich, dass das Fußballcamp schon zum 14. Mal bei ihm auf dem Platz stattfindet. „So viel Betrieb haben wir hier selten.“ Der Verein stelle den Platz zur Verfügung. Die Organisation übernimmt allerdings der Tourist-Service und die Fußballschule Surmann.

Freundschaften im Camp

Gerade einmal drei Kinder sind aus dem eigenen Verein. Die anderen reisen aus ganz Deutschland mit ihren Eltern an die Küste, um in Dahme kicken zu können. „Mich rufen einige Eltern an, die wegen des Camps ihren Urlaub hier machen“, sagt Bednarzik. Eine Win-Win-Situation für Eltern mit Kind: „Die Kinder sind den Vormittag beschäftigt und abends kaputt.“ Viele sind zum wiederholten Mal in Surmanns Fußball-Akademie: „Ich habe 80 bis 90 Prozent Wiederholer. Einige verabreden sich sogar hier für das Fußball-Camp auf dem Sportplatz in Dahme.“

Sogar zwischen den Eltern entstehen Freundschaften: Stefanie Waldner und Janet Urbitsch sind das Paradebeispiel. Sie haben sich im vergangenen Jahr bei dem Camp kennengelernt und blieben das Jahr über in Kontakt. „In diesem Jahr haben wir das klar abgesprochen und uns vor Ort verabredet, dass wir mit den Kindern herkommen“, sagt Waldner. „Eine Zeit an die man sich gerne zurückerinnert“, sagt Janet Urbitsch. „Schön, wenn man wiederkommt und sich kennt.“

Erst die Fußball-Akademie, dann die Ferienwohnung: So hat es auch Thomas Schneider aus Warstein in NRW gemacht. Seit einem Jahr spielt sein Sohn Aaron (9) Fußball. „Nun möchte er ein wenig Profi-Erfahrung sammeln“, sagt Schneider. Erfahrungen von Erfahrenen: Das sei für die Kinder nicht verkehrt. Während der Jüngste kickt, macht der Rest der Familie eine Fahrradtour, „oder geht an den Strand“.

Fabian Boerger